Ich habe das neue Surface von Microsoft gekauft. Mein iPad war nach zwei Stunden verkauft. Man kann mich daher als Wechsler und nun Apple-Befreiter bezeichnen. Bereits nach ein paar Tagen kann ich sagen, dass ich das Surface viel umfangreicher einsetzen kann, als das iPad. Nach ein paar Gesprächen um das Surface kristallisierten sich ein paar Gründe heraus, die ich mal in eine Liste gepackt und auf 10 beschränkt habe. Hier also 10 Gründe für (m)einen Wechsel:
- Direkter Netzwerkzugriff
Beim iPad ließen sich die Inhalte nur über iTunes synchronisieren. Mit dem Surface hat man ohne den Einsatz von Zusatzsoftware direkten Zugriff auf das Netzwerk und Netzwerkordner. Das macht den Zugriff einfacher und durchgängiger, da dieser Zugriff von jeder App genutzt werden kann. Zudem erspart es die Suche nach geeigneten Applikationen, um doch auf Dateien im Netzwerk zugreifen zu können. - Mehrere Benutzer
Da das Surface Windows als Betriebssystem hat, können mehrere Benutzer verwendet werden. Gerade bei einem Gerät, was zunehmend von der ganzen Familie verwendet wird, ist das ein wichtiges Argument. Jeder Benutzer hat dabei seine Applikationen, seine Einstellungen und seine Berechtigung. Eine schöne Möglichkeit für Kinder im Haushalt ist Family Safety. Diese Funktion bietet die Möglichkeit, den Zugriff nur auf bestimmte von Microsoftoder selbst freigeschaltete Webseiten zuzulassen. Außerdem kann eingestellt werden, welche Apps verwendet werden dürfen, und wie lange der PC zu welcher Tageszeit genutzt werden kann. Damit handelt es sich um die bereits aus Windows 7 und Vista bekannten Möglichkeiten der Benutzerkonten für Kinder.
Mehrere Benutzer auf dem Surface
- Apps kann man vor dem Kauf testen
Der App-Store von Microsoft bot schon bei Windows Phone die Möglichkeit, Applikationen zu testen, bevor diese gekauft werden. Jede Applikation konnte selber entscheiden, ob sie dieses Feature nutzen möchte oder nicht. Viele Apps machen davon Gebrauch und so ist es mir als Kunde möglich, mehrere Applikationen mit gleichen Features vor dem Kauf zu testen. Die Applikation mit dem passendsten Funktionsumfang wird dann gekauft. Bei Apple war dies immer ein Krampf und hat nicht selten dazu geführt, dass ich mehrere funktionsgleiche Applikationen kaufen musste, bis ich das hatte, was ich suchte. Da hilft es dann auch nicht, dass Apps für iOShäufig günstiger sind als für Windows (Phone). - USB-Port
Das Surface verfügt über einen vollwertigen USB-Port. Damit lassen sich alle USB-Geräte am Surface verwenden: Drucker, USB-Sticks, Mäuse, Tastaturen, Präsenter, … Beim iPad habe ich das gerade für USB-Sticks das ein oder andere Mal vermisst. Das hat allerdings auch Nachteile: Zum einen ist die Dicke des Geräts ist durch den USB-Port vorgegeben und zum anderen muss Windows die entsprechenden Treiber für alle möglichen USB-Geräte vorhalten, was sicher nicht ganz unschuldig ist an der Größe von Windows RT auf dem Surface (ca. 15 GB). - Erweiterbarer Speicher (SDXC)
Das iPad kommt mit fixem Speicher. Dieser lässt sich nur durch Online-Speicher erweitern, was wiederum zwei Nachteile hat: Erstens sind viele noch nicht so weit, dass sie ihre Daten in der Cloud speichern wollen und zum zweiten erfordert dies eine dauerhaft Internetverbindung. Das Surface bietet die Möglichkeit den internen Speicher durch eine micro-SD-Karte zu erweitern. Da der SDXC Standard unterstützt wird, ist dies aktuell mit bis zu 64GB möglich. Laut Wikipedia-Artikel sieht der SDXC-Standard Kartengrößen bis 2TB vor. Diese gibt es aktuell noch nicht zu kaufen, daher weiß ich nicht, ob bisher immer von 64GB geredet wird, weil dies die maximal aktuell erhältliche Größe ist, oder ob das Surface an dieser Stelle auf 64GB begrenzt ist. Aber selbst die aktuell erhältlichen 64GB ermöglichen bereits eine Verdopplung des On-Board-Speichers. - Richtiges Office ohne Aufpreis an Board
Das Surface wird mit Office 2013 ausgeliefert, d.h. folgende Applikationen kommen bereits vorinstalliert und ohne Aufpreis mit: Word 2013, Excel 2013, PowerPoint 2013 und OneNote 2013. Dabei rede ich nicht von Metro-Apps mit vermindertem Funktionsumfang, sondern von den vom Desktop bekannten vollwertigen Applikationen, die mit der Version 2013 auch in Richtung Touch optimiert wurden. Beim iPad gibt es diese Applikationen nicht und die iOSVersionen der MacOffice Programme sind nicht günstig: 12 EUR pro Applikation, wenn ich das richtig im Kopf habe. Macht 36 EUR Aufpreis (Text, Tabelle, Präsentation) für in der Funktion begrenzte Programme. - Nähe zu Windows Phone
Dies dürfte momentan noch für eher weniger Leute ein Kaufargument sein, jedoch ist die Zahl der Nutzer steigend und gerade mit Windows Phone 8 dürfte hoffentlich ein Durchbruch erzielt werden. Dabei gilt nun das Mac-Argument: Gleiches Ökosystem führt zu besserer Nutzbarkeit. Ich habe die gleichen Applikationen, die sich auf den verschiedenen Geräten über die Cloud synchronisieren. Das ist schon mit Windows 8 und Windows RT extrem cool. Wenn dann noch das Smartphone mit Windows Phone 8 mitspielt ist das eine runde Sache. Zudem verfügt der Startbildschirm über die von Windows Phone bekannten Kacheln. Wer das vom Windows Phone bereits kannte und mochte, wird hier nicht enttäuscht werden. - Vernünftiges Dateisystem
Wie mich das bei iOS gestört hat: Es gibt kein vernünftiges Dateisystem, auf das man zugreifen könnte, sondern die Applikationen müssen sich selbst organisieren. Das führt dazu, dass man Dateien von einer an die andere Applikation weitergeben muss und nach der Bearbeitung dann wieder zurück gibt an die Ursprungsapplikation. Ziemlicher Aufwand. Bei Surface ist der von Windowsbekannte Explorer integriert. Es kann ganz normal auf die Festplatte zugegriffen werden und alle Applikationen nutzen exakt die gleiche Datei und arbeiten nicht mit Kopien. Das entlastet das Dateisystem und sorgt dafür, dass die Dateien nicht umständlich hin- und hergereicht werden müssen. Zudem kann auch direkt mit Daten aus Apps wie z.B. SkyDrive gearbeitet werden, ohne diese noch einmal lokal speichern zu müssen. Die Schnittstelle dafür steht allen Apps zur Verfügung und kann damit von jeder App genutzt werden. - Geteilter Bildschirm (echtes Multitasking)
Der Formfaktor vom Surface (16:9) ist erst etwas ungewohnt wenn man vom iPad kommt (4:3). Jedoch wird ziemlich schnell klar, warum die Seitenverhältnisse so gewählt wurden: Zum einen werden Filme und Videos damit ohne schwarze Streifen dargestellt, zum anderen ermöglicht es aber auch noch die auf dem Surface mögliche Nutzung von zwei Apps nebeneinander. Das ist in vielen Fällen sinnvoll: Auf der einen Seite den Chat, auf der anderen Seite die Applikation mit der man gerade arbeitet. Oder auf der einen Seite das PDF, was gerade gelesen wird, auf der anderen Seite die Notizen, die man sich dazu macht, oder das Dokument an dem man gerade schreibt. Kein dauernd notwendiger Wechsel zwischen den Applikationen. Bereits nach wenigen Tagen erscheint dies äußerst sinnvoll. Bei dem breiteren Formfaktor im Vergleich zum iPad bleibt so auch noch genug Platz für die eigentliche Applikation wenn zwei davon nebeneinander liegen. - Sinnvolle Materialien
Das Surface ist aus Magnesium gefertigt. Das fühlt sich sehr ähnlich an, wie das iPad. Das iPad hatte ich jedoch immer in einer Hülle, weil die Rückseite sonst ziemlich schnell unschön aussieht mit vielen Kratzern. Beim Surface scheint die Oberfläche bisher unempfindlicher zu sein. Ich habe die Rückseite nicht in einer Hülle und bisher sieht sie immer noch aus wie am ersten Tag. Das Surface habe ich mit TouchCover gekauft, und auch beim Cover ist das Material sinnvoll ausgewählt: Es ist ein Filzähnlicher Stoff, der dafür sorgt, dass das iPad nicht vom Schoß rutscht, wenn man das Cover umgeklappt hat. So scheint die Auswahl der Materialien zumindest bisher äußerst sinnvoll.
Natürlich gibt es auch Nachteile. Was mich bisher noch etwas stört, sind die noch nicht 100% funktionierenden Programme. Ein paar Beispiele:
- Die Mail-App kann zwar Emails empfangen aber nur über den Live-Account senden. Das Senden über andere Emailadresse wird derzeit noch nicht unterstützt.
- Über Zusatzprogramme kann ich auch nicht indizierte Ordner in die Bibliotheken bekommen, jedoch werden diese dann nur teils im System angezeigt. Meine Bilderbibliothek auf dem Desktop zeigt die Bilder an. Die Foto-App im neuen Design jedoch nicht.
- Der App-Umfang ist noch etwas beschränkt. Für die Übergangszeit können auch direkt die Webseiten von z.B. Amazon oder – für die nicht im System integrierten Funktionen – Facebook genutzt werden. Es gibt aber auch Einsatzszenarien, für die eine Webseite kein Ersatz ist (z.B. das massenhafte Verkleinern von Bildern)
- Das Surface kann zwar auf andere Computer im Netzwerk zugreifen. Von anderen Computern kann jedoch nicht auf das Surface zugegriffen werden.
Sicherlich würden mir noch weitere Beispiele einfallen, aber eines haben alle gemeinsam: Es handelt sich um Software, damit können die Dinge per Update behoben werden. Was die Mail-App angeht, so weiß ich, dass man derzeit an einem Update arbeitet.
Die negativen Dinge trüben den positiven Gesamteindruck nur wenig. Ob das Surface wirklich einen Laptop komplett ersetzen kann (also das, was das iPad nicht geschafft hat) wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
Zum Abschluss des Artikels noch einige Vergleichsfotos zwischen iPad und Surface:
Tags: Apple, Apps, Dateisystem, iOS, iPad, iTunes, Netzwerk, Office 2013, SDXC, Surface, USB, Windows 8, Windows Phone, Windows RT













einer Ecke verbaut habe und nicht mehr fürs Foto hervorholen mÖchte. Sehr genial, denn das für IDE Festplatten gedacht Gehäuse liefert einen kleinen Adapter mit, mit dem man auch SATA Platten anschließen kann. Damit ist das Gehäuse auch für zukünftige Platten gerüstet. Bin also sehr zufrieden mit dem Kauf. Auch der