Wenn ich mir heute eine Bridge-Kamera kaufen würde…

Da ich mich für Fotos interessiere und auch für die Technik dahinter, werde ich ab und an auch bei anstehenden Kamerakäufen nach meiner Meinung gefragt. Diese Woche war es wieder so weit und ich habe mich etwas ausführlicher mit dem Thema auseinandergesetzt. Meine Auswertung würde ich gerne mit euch teilen, vielleicht ist ja der eine oder andere an meinem Ergebnis und an meinen Gedanken zu dem Thema interessiert.

Als Bridge-Kameras werden die Modelle bezeichnet, die gerne schon so sein wollen wie “großen”, aber doch noch einige Nachteile der kleinen mitbringen. Auch von der Größe her bewegen sie sich zwischen den echten Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven und den kleinen Knipserkameras. Die Kameras bieten eine gute Alternative für alle, die mehr wollen als nur “Abdrücken” und die sich doch keine Spiegelrelexkamera mit entsprechenden Objektiven leisten können. Die Preise liegen aktuell so bei 300-500 EUR.

Als ich mich diese Woche mit dem Thema beschäftigt hatte war der Ausgangspunkt die Panasonic DMC FZ48. Leider habe ich im Internet sowohl über die DMC FZ48 als auch die kleiner DCM FZ45 nicht viel gutes gelesen, und auch meine persönlichen Erfahrung mit der 48er Kamera sind nicht positiv. Daher habe ich diese beiden gleich aus meinem Überblick rausgekommen. In meinem Vergleich habe ich auf folgende Modelle geschaut:

Sicherlich gibt es viele weitere interessante Modelle. Ich habe mich auf diese beiden Marken beschränkt, weil meine Bridgekamera seinerzeit von Panasonic war und meine aktuelle Spiegelreflexkamera von Canon kommt. Ich kenne die Kameras also auch von der Bedienung her und kann sie gegenüber anderen Marken uneingeschränkt empfehlen. Bei meiner Betrachtung bin ich folgendermaßen vorgegangen: Ich bin auf die Herstellerseiten gegangen und habe für die Kameras, die in Frage kämen mal zusammengestellt, welche technischen Eigenschaften die haben. Das habe ich auf die für mich relevanten Eigenschaften verkürzt und daraus einige Dinge berechnet, die meiner Meinung nach aussagekräftiger sind als die Herstellerangaben. Die relevanten technischen Angaben bzw. die Resultate aus den Berechnungen habe ich bewertet. Dabei kam eine Übersichtstabelle raus, doch bevor ich diese zeige, versuche ich erst noch die dargestellen Eigenschaften zu erklären:

  • Sensortyp: Gibt Auskunft darüber, wie groß die Fläche des Sensors ist. Die Angabe gibt so weit ich das verstanden habe den Vergleich zu früheren Filmen an. Die Negative hatten eine Fläche von 36x24mm. Diese Fläche wird ins Verhältnis mit der Sensorfläche gesetzt. Also 1/1,7 sagt zum Beispiel aus, dass die früheren Negative das Maß sind und er daher mit 1 angegeben werden und der Sensor nun 1,7 weniger, also nur das ca. 0,6fache der ursprünglichen Fläche. Je kleiner die Fläche ist, desto schlechter ist dies eigentlich.
  • Megapixel: Diese Angabe sollte klar sein. Das ist ein Wert mit dem die Hersteller gerne werben.
  • Platz pro Megapixel: Dieser Wert ist von mir berechnet und sagt nun etwas über die Bildqualität aus. Aus dem Sensortyp und den Megapixel kann man einen Vergleichswert errechnen, der angibt, wieviel Platz pro Megapixel eigentlich auf der Sensorfläche zur Verfügung steht. Das Problem bei heutigen Kameras: Sie haben sehr viele Megapixel, aber die Fläche ist dafür eigentlich viel zu klein. Also müssen die Sensoren zur Farb- und Helligkeitsberechnung der Pixel ziemlich klein sein, damit die überhaupt drauf passen. Für das günstige Preissegment (in dem bewegen wir uns bei Bridge-Kameras) gilt jedoch: Je kleiner die Sensoren sind, desto ungenauer ist der Farb- und Helligkeitswert. Je ungenauer die Berechnung ist, desto mehr liegen benachbarte Sensoren in ihrer Berechnung auseinander, was wiederum zu Bildrauschen führt. Generell kann man sagen: Je mehr Platz also pro Megapixel zur Verfügung steht, desto besser ist dies für die Bildqualität.
  • Brennweite: Ein technischer Wert des Objektivs. Er gibt den Abstand zwischen Einfall des Lichts und Film in mm an. Da heutige Sensoren oft nicht gleich groß sind wie damalige Filme, muss auch die Brennweite umgerechnet werden.
  • Vergrößerung: Die Hersteller werben gerne mit einem optischen Zoom. Dieser berechnet jedoch nur den Faktor zwischen maximaler und minimaler Brennweite. Er sagt nichts über die Vergrößerung aus. Die Vergrößerung berechnet man über die Brennweite 50mm die eine 1:1 Abbildung des Gesehenen ermöglicht. Alles darüber ist eine Vergrößerung, alles darunter eine Verkleinerung des Gesehenen. (100mm wären daher also eine 2fache Vergrößerung des Bildausschnitts [wegen 2*50mm].)
  • Verkleinerung: Wird berechnet über 50mm als 1:1 Abbildung. 25mm wären also eine 2fache Verkleinerung.
  • Blende: Ein technischer Wert fürs Objektiv. Er ist ein Indikator dafür, wie gut man auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch Bilder machen kann. Die Angabe der Blende erfolgt von Blende bei min. Brennweite bis Blende bei max. Brennweite. Ein Beispielobjektiv (das der Canon Powershot G12) hat eine Blende von 2,8 bei 28mm Brennweite und eine Blende von 4,5 bei 140mm Brennweite. Hier gilt je kleiner der Wert desto besser. Der Wert gibt nämlich das Verhältnis an zwischen zur Verfügung stehender Objektivfläche und nutzbarer Objektivfläche bei schlechten Lichtverhältnissen. D.h. das Beispielobjektiv kann bei 28mm (min. Brennweite) bis 36% der Objektivfläche nutzen und bei 140mm (max. Brennweite) lediglich nur noch bis 22% der Objektivfläche. Diese Werte sind bedingt durch die Bauarten des Objektivs und die Anzahl / Anordnung der Linsen in dem Objektiv. Je weniger Objektivfläche genutzt werden kann desto weniger Licht dringt jedoch ins Gehäuse ein und das ist insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen negativ fürs Bild. Die Kameras mit viel Zoom haben bedingt durch die dafür notwendigen Bauformen bei maximalen Zoom hier einen besonders schlechten Wert. D.h. diese Vergrößerungen können ohne Blitz eigentlich nur bei Tageslicht im Freien erreicht werden. Ansonsten müsste man ziemlich schnell den Blitz einsetzen, damit das Bild nicht verwackelt. Ich persönlich mag keine Bilder mit Blitz, aber das ist wohl Geschmackssache. Generell gilt hier: Je kleiner die Werte, desto besser ist dies für die Bildqualität.
  • AF Messfelder: Die Werte sagen etwas über die Scharfstellung der Kamera aus. Die meisten Kameras haben heutzutage Mehrfeldmessungen oder ziemlich viele Felder in denen gemessen wird. Im Vergleich hat lediglich die Canon Powershot G12 “nur” 9 Messpunkte und keine Messfelder.
  • Makro: Alle dargestellten Kameras können Nahaufnahmen von Objekten machen.
  • ISO min / ISO max: Die ISO gibt Aufschluss über die Lichtempfindlichkeit der Sensoren für die Berechnung der Farb- / Helligkeitswerte. Bei meiner Farbdarstellung bin ich von der Annahme ausgegangen, dass je höher die maximal mögliche Lichtempfindlichkeit liegt, desto besser verhalten sich die Sensoren bei geringer Lichtempfindlichkeit. Die Lichtempfindlichkeit hat Einfluss auf das Bildrauschen und damit auf die Bildqualität.
  • Geschwindigkeit: Der Wert gibt an, welche Belichtungszeiten mit den Kameras möglich sind. Er liegt überall im grünen Bereich.
  • RAW: RAW Bilder sind unkomprimierte Bilddateien mit stark erhöhter Bildinformation. Diese Möglichkeit ist sehr interessant für die Nachbearbeitung von Bilder. Normalerweise speichern Kameras die Bilder in JPEG ab. JPEG ist ein verlustbehaftetes Komprimierungsverfahren zur Datenmengenreduktion von Bilddaten. Im Klartext heißt das: Je öfter man ein JPEG Bild wieder als JPEG speichert, desto weniger Informationen sind vorhanden. Das Bild wird immer stärker komprimiert und verliert an Farben und Schärfe. Wenn dies bereits in der Kamera ein erstes Mal passiert, dann bei der Nachbearbeitung ein zweites Mal und bei späterem Zuschnitt oder Farbumwandlung (s/w, …) ein drittes Mal ist die Bildqualität schon merkbar schlechter als zu Beginn. Wenn man aber in RAW fotografiert, hat man immer ein unkomprimiertes Rohbild (mit entsprechendem Speicherplatzbedarf) an dem nach belieben geändert werden kann ohne Qualitätsverlust. Erst für die Weitergabe oder Ablage wird das Bild dann als JPEG exportiert und einmal komprimiert. Sicherlich ist dies für viele Käufer von Bridge-Kameras erst mal uninteressant, aber man weiß nicht, wozu man sich noch entwickelt. Ich persönlich würde darauf achten, dass die Kamera RAW wenigstens unterstützt, auch wenn man es vorerst nicht nutzen möchte.
  • LCD-Bildschirm dreh- / schwenkbar: Gibt Auskunf darüber, ob der LCD Bildschirm starr verbaut ist oder an einem Scharnier sitzt und damit beweglich ist.
  • Video max Auflösung: Erklärt sich von selber. Grundsätzlich haben die älteren Kameras die 720p Auflösung (“HD-Ready”) und die neueren die 1080p (“Full-HD”).
  • Speicherkarte: Welcher Typ kann verwendet werden: Alle setzen auf SD-Karten, was meiner Meinung nach sinnvoll ist. Einige bieten zusätzlich die Möglichkeit die (älter und langsameren) MMC Karten zu verwenden.
  • Displaygröße: Ein Wert mit dem die Hersteller werben. Alle verglichenen Kameras liegen hier sehr nah beieinander.
  • Displaypixel: Wie viele Bildpunkte werden auf dem Display dargestellt.
  • Displaypixel pro cm²: Ist ein Wert der von mir hinzugefügt wurde, weil er einen Rückschluss auf die Displayschärfe bietet. Was nützt das größte Display, wenn das Bild unscharf dargestellt wird?
  • Sucher: Um Geld zu sparen, setzen einige Hersteller auf einen elektronischen Sucher. Damit spart man sich die notwendige Technik, die den Spiegel für die Belichtung hochklappen müsste. Ich hatte an meiner Bridgekamera seinerzeit einen solchen Sucher und weiß, dass man ihn nicht benutzt, weil er einfach schlecht und unscharf ist. Wenn man einen elektrischen Sucher hat, fotografiert man immer über die Darstellung am Kameradisplay. Ob man einen Sucher braucht ist Geschmackssache. Erst hat’s mich gestört, inzwischen liebe ich ihn. Ein optischer Sucher ist auch in praller Sonne noch hell genug. Hier kommen die Kameradisplays oft an ihre Grenzen und man erkennt nur noch schematisch, was gerade fotografiert wird oder man nutzt den wirklich schlechten elektrischen Sucher.
  • Bilder auf Flickr: Diese Information habe ich noch hinzugefügt, weil sie Aufschluss über die Verbreitung der Kamera gibt. Flickr ist ein Onlinefotodienst und man kann dort ganz gezielt nach Kameramodellen suchen. Nicht alle werden in der Flickr-Kamerasuche abgebildet, das ist dann in meiner Auswertung mit “keine” vermerkt. Diese Angabe dient lediglich der Information.
  • Preis: Wo liegt der aktuelle günstigste Internetpreis mit Versand im heise-Preisvergleich?

Hier nun die Übersicht:

Nach dieser technischen Erklärung und meiner Übersicht das Fazit der Auswertung: Wenn es um die Bildqualität geht, würde ich euch die Canon Powershot G12 empfehlen, da diese mit Abstand die besten Bilder erzeugen wird. Die Kamera verwendet Technik aus dem höherpreisigen Spiegelreflexkamerasegment. Das ist an erster Stelle ersichtlich an dem Sensortyp der wesentlich größer ausfällt, als bei den anderen Kameras, aber auch der Bildprozessor (nicht in der Übersicht dargestellt) wird genauso im höherpreisigen DSLR Segment eingesetzt (ich meine sogar, meine Kamera hat den gleichen Bildprozessor). Das Display hat viele Bildpunkte und ist daher sehr scharf. Die Verbreitung auf Flickr deutet daraufhin, dass sie auch unter Fotobegeisterten häufig genutzt wird. Die Kamera hat jedoch einen wunden Punkt: Die Vergrößerung. Hier erreicht die G12 nur einen Wert von 2,8 und liegt damit weit abgeschlagen hinter den anderen Kameras. Der potentielle Käufer muss hier also die Entscheidung treffen, ob die Vergrößerung ausreichend ist, oder ob er gerne nah an Personen und Objekte ranzoomen will. Sollte man sich aufgrund des Zooms gegen die G12 entscheiden ist meine nächste Empfehlung die DMC FZ38. Hier besteht die Möglichkeit auch in RAW zu fotografieren bei Bedarf, und damit kann man einige Mankos der Kamera durch die Nachbearbeitung ausgleichen. Sollte die RAW Fotografie egal sein, dann wäre es die Canon Powershot SX40 HS. Die Kamera bietet zwar keine RAW-Fotografie, dafür jedoch Full-HD Videoaufnahme und einen etwas größeren Sensor als die DMC FZ38.  Außerdem ist die Vergrößerung noch mal viel stärker als bei der FZ 38. Ansonsten nehmen sich die beiden nicht viel.
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Der Zoom der DMC FZ18 im Test

Vor kurzem habe ich mir die Digitalkamera DMC FZ18 von Panasonic zugelegt. Über die Geschichte der Bestellung habe ich bereits berichtet. Heute möchte ich über ein Thema berichten, welches mich schon länger im Kopf beschäftigt hat.

Die DMC FZ18 verfügt über eine Besonderheit, die ich so bei anderen Kameras noch nicht gefunden habe. Sie bietet nämlich die Möglichkeit, mit einer Auflösungsreduzierung den optischen Zoom zu vergrößern. Die maximale Auflösung der Kamera beträgt 8,1 Megapixel (MP). Die Kamera hat ein Objektiv mit einem 18fachen optischen Zoom (auf 35mm Brennweite umgerechnet sind das 28 – 504mm). Reduziert man diese Auflösung im Menü der Kamera auf 5 MP, so soll der optische Zoom das 23fache der minimalsten Brennweite betragen und bei einer Reduktion auf 3 MP steigt der optische Zoom sogar auf das 28,7fache. Das hört sich erst mal sehr gut an, und sieht auf den ersten Blick auch gut aus. Um das zu verdeutlichen habe ich mich an das eine Ufer des Sees gesetzt und das Bootsclubhaus (oder so) auf der anderen Seite fotografiert mit den jeweils unterschiedlichen Einstellungen. Hier der Vergleich (klicken zum Vergrößern):

Zoomstufen

Man kann also sehr deutlich sehen, dass das Haus mit 28,7fachem Zoom doch um einiges größer ist, als bei 18fachem Zoom. Panasonic gibt an, dass dabei einfach nur ein Teil des Sensors verwendet wird und es so möglich wird, den optischen Zoom zu vergrößern. Ich wollte es nun genau wissen: Lohnt es sich, die Auflösung zu reduzieren, oder kann man das Bild später auch einfach ausschneiden? Hat man bei einem 28,7fachem Zoom wirklich mehr auf dem Bild, oder doch nur einen Ausschnitt des Originalbildes? Ist das alles womöglich nur Marketing?

Für den Test legte ich nun die jeweils kleinere Aufnahme in einem Bildbearbeitungsprogramm über die Aufnahme mit 8,1 MP. Dann schnitt ich den Bereich aus, der durch die kleinere Aufnahme abgedeckt wurde und legte beide Bilder nebeneinander. Das Ergebnis ist enttäuschend:

5MP Vergleich

3MP Vergleich

Der größere optische Zoom, der von Panasonic im Handbuch auch erweiterter optischer Zoom genannt wird, führt nicht dazu, dass ich später auch wirklich mehr von dem Bild habe. Die zur Abbildung des Objektes verwendete Pixelanzahl scheint sogar gleich zu sein. Die Qualität des Bildes schien mit niedrigerer Auflösung sogar abzunehmen. Der Test beweist also, dass der erweiterte optische Zoom nicht mehr als bloßes Marketing ist. Der unwissende Endanwender bekommt das Gefühl, dass er einen riesigen optischen Zoom hat, weiß aber nicht, dass er eine höhere Bildqualität erzielt, wenn er die 8 MP verwendet und das Bild später evtl. beschneidet.

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Die Geschichte einer Kamera

Heute muss ich mal wieder eine Geschichte erzählen, die nur ich verzapfen kann… Ich habe mir eine Kamera bestellt. Jetzt die Geschichte dazu:

Am 13. Juli bestellte ich mir die Panasonic DMC FZ18, die sich schon mein Schwiegervater gekauft hatte und die mich bisher wirklich begeisterte. Um möglichst günstig zu kaufen durchforstete ich mehrere Preisvergleiche und landete letztendlich bei elektrotrend-online. Der Onlineshop hatte die Kamera vorrätig und versprach eine sofortige Lieferung nach Geldeingang. Die Bestellung war ein schwerer Fehler, denn ich hatte nicht die Kommentare im Preisvergleich gelesen. Aber das tat ich auch erst viel später. Zu diesem Zeitpunkt war ich erst mal froh, dass ich die Kamera so günstig bestellt hatte.

Ich überwies das Geld also sofort nach der Bestellung auf das angegebene Konto, und auch wenn ich nichts gegen Ausländer habe, machte mich der Name “Abdelkareem” als Inhaber des Kontos doch etwas stutzig. Normalerweise laufen die Konten ja auf den Laden und nicht auf Privatpersonen. Nicht so in diesem Fall. Die Überweisung ging am Sonntag, den 13. Juli raus und sollte daher spätestens am Dienstag den 15. Juli angekommen sein. Ich rechnete also mit einer Lieferung am Donnerstag oder spätestens Freitag, denn die Lieferung sollte ja unmittelbar nach Geldeingang erfolgen und die Kamera war bei Bestellung vorrätig.

Über den wirklich gut und einfach gehaltenen Onlinestatus der Bestellung konnte ich am Dienstag auch sehen, dass mein Geld angekommen war und dass die Ware versandfertig wäre. Das freute mich und so erwartete ich die Kamera immer noch am Donnerstag. Als ich am Donnerstag dann keine Post bekam schaut ich noch mal auf den Status und sah immer noch ein “versandfertig”. Da wurde es etwas komisch und ich las einige der Kommentare im Preisvergleich. Hier ein paar Auszüge:

10. Juli: Ware am 06.07.08 bestellt und sofort bezahlt. Satus der Zahlung seit 09.07.08 “Bezahlt”, Status der Lieferung seit 09.07.08 “Versandfertig”. Da der Status der Lieferung eben noch “Versandfertig” lautete, habe ich mir erlaubt mal nachzufragen. Konversation ist offensichtlich in der Firma nicht erwünscht. Mein Gespräch wurde vom Gesprächspartner getrennt. Bin nun gespannt, wann die Ware bei mir sein wird.

11. Juli: Mir geht es leider auch so wie vielen Kunden vor mir. Habe am 03.07.08 einen Camcorder bestellt. Laut Auskunft von electronictrend online ist der Camcorder auf Lager. Habe noch am selben Tag das Geld überwiesen. Am 07.07.08 änderte sich dann der Status in Bezahlt. Bei Status der Lieferung steht nun schon seit Tagen versandfertig, angekommen ist bis jetzt noch nichts. Telefonisch ist die Firma nur Mo – Do von 14-17 Uhr erreichbar und dann auch nicht wirklich, weil ständig besetzt ist. Ich kann nur abraten hier zu kaufen. Bin mal gespannt wann mein Camcorder kommt.

18. Juli: Absolut unzureichender Shop! Schlechter Bestellvorgang / Versanddaten stimmen nicht. Bestellstatus wird falsch angegeben / Versanddauer von angebegebenen 1-3 Tagen stimmen nicht! Hat ca. 10 Tage gedauert, deshalb Paket nicht angenommen! Werde auf jeden Fall da nicht mehr bestellen!

Die Grundaussage war immer gleich: Der Versand dauert länger als angepriesen und der Kontakt ist unkompetent wenn vorhanden. Auf Emails wird so gut wie gar nicht geantwortet. Also alles keine guten Dinge. So beschloss ich noch einen Tag zu warten und dann zu handeln.

Am Freitag dann, war es soweit. Ich bekam wieder keine Post also wollte ich telefonisch mit dem Verkäufer in Kontakt treten, da auf Emails ja nicht geantwortet wird. Als ich anrief, erfuhr ich das, was die Homepage auch schon preisgab: Die Sprechzeiten seien von Montag bis Donnerstag 14-17 Uhr. Das machte diesen Onlineshop für mich noch dubioser. Ich schrieb also doch eine EMail in der Hoffnung auf schnelle Antwort. Die blieb jedoch bis Montag aus.

Als ich am Montag, über eine Woche nach Bestellung noch nichts gehört hatte außer einer Bestellbestätigung, auf der die Artikelbeschreibung nichts über den bestellten Artikel aussagte, und auch auf meine Email vom Freitag keine Reaktion kam, beschloss ich noch einmal anzurufen. Ich musste es öfter versuchen, denn die Nummer war dauernd besetzt, wie auch schon andere in den Kommentaren festgestellt hatten. Als ich dann irgendwann durchkam war das erste, was mir auffiel, das Kindergeschrei im Hintergrund. Ab da war klar: Dieser Onlineshop wird von einer Privatperson von zu Hause aus unter den schlimmsten Umständen betrieben. Ich hatte einen Fehlkauf gemacht. Mit dem Verkäufer unterhielt ich mich dann längere Zeit über die nicht erfolgte Lieferung. Er versprach noch in der gleichen Woche zu liefern – na immerhin, nachdem die Kamera schon eine halbe Woche versandfertig war.

Irgendwie konnte ich dem Shop jedoch nicht mehr vertrauen und so beschloss ich, die Kamera in einem anderen Onlineshop zu bestellen und bei ihm zu stornieren. In einem weiteren Telefonat teilte ich dies mit. Am gleichen Abend schickte ich die Email raus und bat um Rücküberweisung des Geldes.

Die am Dienstag (22. Juli) eintreffende Antwort war keine Bestätigung meiner Email, sondern eine Email, die über den Versand der Kamera informierte. Heute dann traf die Kamera auch wirklich bei mir ein. Erst wenn der Kunde zurücktreten möchte, schickt der Händler die Geräte also raus, so schien es mir. Sehr interessant.

Wie auch schon andere Käufer bekam auch ich eine Kamera, die für den englischen Markt bestimmt war. Eindeutige Zeichen: englische Bedienungsanleitung und Stecker für das Aufladegerät.

falsches Ladekabel

Hätte ich nicht zufällig einen gleichartigen Stecker hier gehabt, so hätte ich die Batterie nicht mal aufladen können. Der Shop macht laut Kommentaren auch keine Anstalten einen richtigen Stecker mitzuschicken oder nachzuliefern. Die Software auf der Kamera ließ sich zwar umstellen, aber ärgerlich ist das ganze trotzdem.

Beim Schreiben des Artikels nun fällt mir auf, dass der Shop nicht mal weiß, wie er wirklich heißt. Auf der Homepage finden sich sowohl die Bezeichnung elektrotrend-online als auch elektronictrend-online. Ich kann von einem Kauf in diesem Onlineshop also nur abraten. Auf keine meiner Emails bekam ich eine Antwort und die gelieferte Ware entsprach nur bedingt den Anforderungen. Die Kamera macht gute Bilder, deswegen ist mir das egal. Hätte ich es jedoch vorher gewusst, so hätte ich ein paar Euro mehr ausgegeben und mir einigen Ärger erspart.

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Schwiegervater und der PC – Teil 5

Nun ist einige Zeit ins Land gegangen seit ich den letzten Beitrag geschrieben habe. Es sind natürlich wieder viele interessante Dinge passiert. Einige davon möchte ich euch heute erzählen.

Wer die Geschichte nicht kennt, kann folgende Beiträge lesen. Dieser Beitrag stellt die Fortsetzung der Serie dar.

Meine Schwiegereltern wollen in der nächsten Zeit nach Amerika und sind deswegen momentan verstärkt damit beschäftigt ihre neu erworbenen elektrischen Geräte kennen zu lernen, damit sie dort einigermaßen vernünftig damit arbeiten können. Mit elektrischen Geräten meine ich ihren Laptop und ihre Digitalkamera.

Die im letzten Beitrag bestellte Digitalkamera ist inzwischen schon längere Zeit angekommen. Mein Schwiegervater hat sie aber in n ersten Monaten ungenutzt gelassen. Es war im wichtig, erst seinen alten Film aus der analogen Kamera voll zu kriegen. Das Vorgehen zeichnete sich öfter ab: Dinge (Laptop und Digitalkamera) werden angeschafft, aber dann erst einmal nicht verwendet, weil andere Sachen wichtiger sind. Bis die Digitalkamera letztendlich zum Einsatz kam, sind Monate ins Land gegangen und der Preis ist in der Zwischenzeit natürlich wieder gesunken. Seit einem Monat beschäftigt er sich nun auch mit seiner Digitalkamera. Mit der kommt er überraschenderweise relativ gut klar. Das ist sichtlich ein Lob für Panasonic DMC-FZ18.

Momentan bereiten die beiden (Schwiegervater und Schwiegermutter) ihre Amerikareise vor. Mein Schwiegervater macht sich nun Gedanken, ob die vorhandene Speicherkapazität für die Fotos ausreichen wird. Er hat zwei 2GB Speicherkarten und seinen Laptop mit 120GB Festplatte. Auf eine 2GB Speicherkarte macht die DMC-FZ18 490 Fotos in bester Qualität. Er hat Angst, dass ihm seine Speicherkapazität nicht ausreicht und so kam er letztens zu einer Nachhilfestunde mit CDs. Ich solle ihm doch zeigen, wie man mit dem Laptop CDs und DVDs brennen könnte. Er hat Angst, dass der Speicher des Laptops nicht ausreicht. Es ist für ihn ziemlich schwierig zu erfassen, wie riesig der Speicherplatz ist und wie viele Fotos er darauf speichern kann, obwohl ich das bereits mehrfach erklärt habe. Interessant dabei ist auch, dass er bisher mit Filmen gearbeitet hat, die 36 Fotos fassen konnten. Nun hat er die Möglichkeit 490 Fotos zu machen und das sogar zwei mal (auf zwei Speicherkarten) und er macht sich Gedanken darüber, dass der Platz evtl. nicht reicht. Anscheinend spiegelt das einfach die Unsicherheit wieder, die er in der digitalen Welt noch hat. Wenn ein Film voll ist, geht man ins Geschäft und kauft einen neuen. Bei einer Speicherkarte wird das schon schwieriger. Er weiß zu wenig, um eine Speicherkarte selber anschaffen zu können. Also macht er sich die Gedanken vorher. Ich konnte ihn aber beruhigen und ihm versichern, dass er weder dritte Speicherkarte, noch zweiten Akku für den PC (er hatte Angst, dass der Akku in dem Moment, wo er Fotos überspielen möchte leer sein würde), noch CDs oder DVDs benötigen werde. Der Platz würde ausreichen.

Für ihre Amerikatour war es für sie auch wichtig, den Umgang mit USB Massenspeichern zu erlernen. Sie werden dort Freunde besuchen und wollen  automatische wiedergabevielleicht Daten austauschen. Dabei wollen sie wissen, wie das funktioniert und was sie machen müssen. Also haben wir in den letzten zwei Einheiten den USB Stick etwas näher betrachtet, haben Dateien von meinem auf ihren Laptop geschoben und den USB Stick sicher entfernt. Dabei sind zwei Dinge interessant gewesen. Das erste: Schließt man einen USB Stick an einen PC an, dann kommt die Automatische Wiedergabe (Screenshot links). Je nach gespeicherten Datentypen bietet dieses Fenster verschiedene Optionen. Da sich alle Programme in dieses Menü integrieren, kann es vorkommen, dass gleiche Aktionen mehrmals aufgeführt sind – halt für die unterschiedlichen Programme. So sieht man im Screenshot zwei mal die Option Bilder anzeigen. Einmal mit Windows und einmal mit Windows Live Fotogalerie. Für meine Schwiegereltern war das verwirrend. Wieso kann man Bilder doppelt anzeigen. Ist doch egal mit welchem Programm, Hauptsache die Bilder werden angezeigt. Es müsste eigentlich eine Möglichkeit geben, die Einträge aus diesem Autostartmenü zu entfernen um es älteren Personen möglichst einfach zu machen.

Nachdem ich ihnen also erklärt hatte, dass sie um Dateien hin und her zu kopieren einfach den USB Stick als Ordner öffnen mussten, konnten sie damit erst einmal leben. Schwierig wurde es dann, als es darum ging für das (meiner Meinung nach am einfachsten zu erlernende) Drag’n’Drop zwei Fenster nebeneinander zu bekommen. Der folgende Screenshot (klicken zum vergrößern) verdeutlicht dies:

Exploreransichten

Die Frage, die sich meine Schwiegereltern stellten: Woran erkenne ich denn nun, welches Fenster zum USB Stick gehört, und welches zum PC? Der einzige wirklich verlässliche Hinweis ist ganz klein und steht in der Adressleiste des Explorerfensters. Die Fenster sehen sonst identisch aus. Hier wäre es vielleicht interessant, einen USB Massenspeicher nicht mit dem Symbol einer ganz normalen Festplatte unten links im Fenster zu kennzeichnen, sondern deutlicher hervorzuheben, dass es sich um einen USB Stick handelt, bzw. um einen per USB angeschlossenen Massenspeicher.

Das in Teil 4 installierte Skype wurde in der Zwischenzeit so gut wie gar nicht verwendet, weil dafür so ziemlich alle Vorkenntnisse fehlen. Bis gestern dachte er sogar, dass mit Skype die Webcam gemeint sei, die er per USB an seinen Laptop anschließen muss, um per Video zu telefonieren. Sie haben gestern von sich aus gesagt, dass Skype noch schwer ist und sie das erst mal lassen wollen. Schön, langsam lernen sie sich selbst einzuschätzen.

Bisher haben wir zwar noch nicht viel mit Textverarbeitung gemacht, aber ich merke bereits jetzt immer wieder, dass OpenOffice für Anfänger überhaupt nicht geeignet ist. Der Writer von OpenOffice wurde eingesetzt, um Anleitungen zu schreiben und diese mit Screenshots zu versehen. Das Einfügen von Bildern und das Skalieren (Größe verändern) derselbigen entspricht aber einfach so überhaupt nicht den Erwartungen eines Anfängers. Fügt man ein Bild ein, so ist es erst mal als Block definiert. Der Text fließt drum herum. Ein Anfänger erwartet jedoch, dass sich ein Bild wie Text verhält. Außerdem erwartet ein Anfänger, dass beim Skalieren des Bildes die Seitenverhältnisse erhalten bleiben. Auch das ist nicht der Fall, wenn man nicht eine Zusatztaste auf der Tastatur drückt. Alles in allem ist der Einstieg auf jeden Fall sehr verwirrend, sodass ich bereits jetzt überlege, meinen Schwiegereltern zum Kauf von Microsoft Office zu raten.

Für heute war das erst mal wieder eine ganze Menge. Ich merke immer wieder, wie lange es noch dauern wird, bis meine Schwiegereltern ihren PC ohne fremde Hilfe verwenden können. Für mich, der ich mit diesem Gerät aufgewachsen bin, ist das sicherlich eine heilsame Erfahrung, da ich bisher immer davon ausging, dass PCs sehr einfach zu handhaben sind…

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