Nach meinem Laptoperlebnis mit MSI habe ich nun ein weiteres MSI-Erlebnis gehabt, über das ich gerne berichten möchte, weil ich es einfach unerhört finde, was da gemacht wird.
Wegen einer Geschichte, über die ich demnächst berichten werde, wollte ich ein BIOS-Update meines Mainboards durchführen. Ich habe das MSI K9N Neo V3. Das Board verwende ich inzwischen in mehreren Computern und hatte damit eigentlich nie Probleme – im Gegenteil, ich bin sehr zufrieden damit. Nur das Update des BIOS war schwieriger als gedacht und kostete mich mehrere Stunden in der letzten Woche.
Für ein BIOS Update gibt es bei so ziemlich allen Herstellern zwei verschiedene Möglichkeiten: Update mit Bootdiskette und dementsprechend unter DOS und Update über Windowsprogramm. Ich weiß, dass es Leute gibt, die felsenfest überzeugt davon sind, dass die Bootdiskettenvariante die einzig wahre Methode ist, aber ich behaupte, dass es mit der Windowsmethode genauso gut geht. Ich jedenfalls hatte damit noch nie Probleme, daher präferiere ich diese einfache Möglichkeit. MSI stellt dafür das MSI Live Update bereit. Mit diesem Stück Software kann neben weiteren Möglichkeiten die aktuelle BIOS Version überprüft und nach einem Update dafür gesucht, sowie das Flashen durchgeführt werden – theoretisch. Nach der Installation erfordert die Software einen Neustart, der jedoch wurde komischerweise erzwungen. Es erschien nur die Meldung, dass der Windows binnen einer Minute heruntergefahren wird. Krass, aber wenn eine Software aufs BIOS zugreift wohl nötig dachte ich. Ab dem nächsten Start war ich dann total verwirrt, bis ich irgendwann merkte, dass die UAC komplett ausgeschaltet war. Also aktivierte ich die UAC. Das erforderte wiederum einen Neustart. Nach dem Neustart wollte das Updateprogramm von MSI beim Start wieder mein Adminkennwort und damit Adminrechte. Das führte dazu, dass die UAC wieder deaktiviert wurde und wieder ein Neustart ausgeführt wurde usw.
Ich finde es absolut krass, dass ein Programm die UAC einfach abschaltet, ohne vorher wenigstens nachzufragen oder darauf hinzuweisen oder oder oder. Wege gibt es viele, aber keiner ist so bescheuert wie das generelle Abschalten der UAC.
Bei meiner Suche trotzdem das Update ausführen zu können stieß ich dann im Internet auf den Hinweis, dass der Programmteil zum Flashen als eigenständiges Programm läuft und gar keine Adminrechte benötigt – die ganze Sache ist daher für mich noch unverständlicher. Zum Flashen des BIOS muss man leider trotzdem immer noch das Live Update installieren, weil man anders an das Flashprogramm nicht ran kommt. Ein erster Schritt von MSI wäre dann wohl, dieses Programm als Standalone für fortgeschrittene Benutzer anzubieten, die genau wissen, welches Board sie haben und welche BIOS Version sie darauf spielen können.
(Bei der Recherche zu diesem Artikel stieß ich dann auf die Möglichkeit des Flashens über die Internetseite. Diese kannte ich vorher noch nicht und konnte sie bisher nicht ausprobieren. Daher weiß ich nicht, ob sie funktioniert.)
Tags: BIOS, Flashen, Live Update, MSI, UAC