Das Smartphone als Fernbedienung nutzen

Vor einigen Tagen kam ich über meinen RSS Reader auf einen Artikel, der auf eine Software hinwies mit der man den Computer über das Smartphone steuern konnte. Dadurch, dass das Smartphone sowohl als Maus, als auch als Tastatur dient ist der PC nahezu ganz normal nutzbar. Die Software über die ich rede, besteht aus zwei Teilen und heißt Remote Control. Der eine Teil der Software wird auf dem PC installiert, der ferngesteuert werden soll, der andere Teil kommt auf ein Windows Mobile Smartphone. Die beiden Softwareteile kommunizieren über Netzwerk, womit eine Steuerung auch über Räume hinweg möglich ist.

Nach dem Start auf dem Computer wartet dieser auf eine Verbindung. Die Verbindung wird dann mit der Software auf dem Smartphone hergestellt. Mit verschiedenen Oberflächen kann der PC dann gesteuert werden. Die Verbindung kann mit einem Passwort geschützt werden.

Im Hauptmenü wählt man die Oberfläche aus, die verwendet werden soll:

Das Hauptmenü von Remote Control

Das Hauptmenü lässt erahnen, dass es für viele Anwendungsfälle vorgefertigte Oberflächen gibt. Außer dem Media Player habe ich schon mit jeder Oberfläche erfolgreich gearbeitet. Besonders gut gefallen mir die Benutzerbefehle. Hier die Oberflächen in der Übersicht:

Die Maus von Remote ControlDie Tastatur von Remote ControlDas Präsentationsmenü von Remote ControlDie Media Center Steuerung von Remote Control

Die Benutzerbefehle von Remote Control

Besonders gut gefällt mir die Implementation der Benutzerbefehle. Diese können am PC im Programm festgelegt werden und stehen dann über die Oberfläche des Smartphones zur Verfügung. Ich habe zwei Internetlinks abgelegt. So wird der Browser gleich mit der entsprechenden Seite geöffnet. Das Menü zur Konfiguration sieht folgendermaßen aus:

facebook link

Sehr einfach gehalten und vollkommen ausreichen. Man könnte hier sicherlich noch “Hyperlink öffnen” als Aktion integrieren, für die Benutzer, die die Syntax von iexplore.exe nicht kennen.

Die Nutzung dieses Programms hat dazu geführt, dass mein PC im Wohnzimmer nun nicht nur für das Media Center genutzt wird, sondern auch Dingen wie z.B. Facebook wohnzimmertauglich werden. Insgesamt ist das Programm also sehr empfehlenswert. Einige negative Punkte sind mir dennoch aufgefallen:

  • Die Drehung des Smartphones um 90° wird von dem Programm ignoriert. Sicher macht das auch nicht in jeder Oberfläche Sinn. Gerade bei der Maus würde das jedoch erheblich helfen, denn meist sind die Monitore im Querformat und nicht im Hochformat.
  • Die UAC sorgt unter Windows 7 dafür, dass jedes Programm nur mit eingeschränkten Rechten läuft. Lediglich Installationen werden mit erhöhten Rechten ausgeführt. Dafür müssen die Installationen aber autorisiert werden. Windows fragt also nach, ob das jetzt gerade gewollt ist. Hierbei muss der User mit der Maus auf einen Button klicken. Windows akzeptiert aus Sicherheitsgründen hier keine softwaregesteuerten Eingaben, was dazu führt, dass Remote Control an dieser Stelle aussetzt und sogar von Windows abgeschossen wird. Erst nach einem Neustart konnte ich die Software wieder nutzen.
  • Die Kommunikation über WLAN ermöglicht theoretisch die Steuerung des PCs über das Netzwerk egal aus welchem Raum. Manches Mal wäre es dabei sehr nützlich den aktuellen Bildschirminhalt (zumindest als Screenshot) einsehen zu können.
  • Eine Funktion zum Scrollen ist bisher nicht implementiert. Das führt dazu, dass bei der Benutzung eines Internetbrowsers immer am linken Rand gescrollt werden muss, was sehr mühsam ist. Ein Scrollen mit zwei Fingern auf der Mausoberfläche wäre sehr wünschenswert.
  • Ähnlich verhält es sich mit dem Zoom. Unter Windows 7 (keine Ahnung, ob das vorher auch schon so war) ist der Standardbefehl für Zoom Strg und + oder Strg und –. Diese Kombination könnte ausgeführt werden wenn man ähnlich wie beim Smartphone die Finger auseinanderzieht und wieder zusammenschiebt auf der Mausoberfläche.
  • Die Mauszeigergeschwindigkeit lässt sich nicht verändern. Da die Maus nicht wirklich als Maus fungiert, sondern die Software lediglich den Mauszeiger steuert sind die Einstellungen in der Maussteuerung ohne Auswirkungen. Die aktuelle Einstellung von Remote Control ist aber sehr langsam, so dass ich meinen Finger sicher min. fünf Mal von links nach rechts über den Bildschirm des Smartphones bewegen muss um von ganz links nach ganz rechts zu kommen.

Das alles hört sich jetzt sehr negativ an. Insgesamt ist die Software aber ein sehr großer Gewinn und wird sicherlich eine der meist genutzten Apps an meinem Windows Mobile Smartphone.

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Der perfekte PC fürs Wohnzimmer

Einige Monate hatte ich nun bereits einen Media Center Extender im Wohnzimmer stehen. Vom Prinzip her funktioniert dieser auch nach meinen Wünschen, jedoch gab es gehäuft Probleme. Mal funktionierte die Netzwerkverbindung nicht (angeblich weil es halt Draft n war…), dann schon, aber mit Unterbrechungen. Zudem ist der Prozessor sehr langsam, was das navigieren im Media Center manchmal zur Geduldsprobe machte. Außerdem unterstützt der Extender keinen H.264 Codec. Nach einiger Zeit des Leidens war klar: Hier muss ein vernünftiger PC her, der dann lediglich als Media Center dient.
Spätestens nach der Anschaffung eines Home Servers sind die Voraussetzungen in meinem Heimnetzwerk dafür geschaffen, denn die Multimediadaten liegen zentral auf dem Server und müssen so nicht entweder auf jedem PC liegen oder von einem anderen PC (der dann ebenfalls laufen muss) bezogen werden. Mit der Unterstützung von WLAN N sollte die Verbindung auch schnell genug für Full HD Videos sein.
So setzte ich mich also an einem Abend hin und machte mir über meine Anforderungen Gedanken und lotete die Möglichkeiten mit einer Internetrecherche aus. Meine Anforderungen konnte ich relativ klar definieren:

  • Da der PC ins Wohnzimmer kommt, sollte er möglichst leise sein, am besten lautlos.
  • Da meine neue Kamera Videos in Full HD aufnehmen kann, sollte das Gerät Videos in Full HD ohne Probleme abspielen können.
  • Da der PC häufig laufen wird (Musik abspielen, Fotos anschauen, Videos gucken) soll der Stromverbrauch möglichst gering sein.
  • An die Festplatte werden keine großen Ansprüche gestellt, da nur das Betriebssystem auf dem Rechner liegt. Die Multimediainhalte werden über WLAN bezogen, woraus die nächste Anforderung resultiert:
  • Der PC muss über WLAN N verfügen.
  • Als Betriebssystem wird Windows 7 aufgrund des Media Centers eingesetzt.
  • Als letzte Anforderung sollte der PC über HDMI mit dem Fernseher verbunden werden, weil dadurch zwischen Fernseher und PC nur eine Leitung für Audio und Video notwendig ist.

Im Internet versuchte ich Blogs zu finden, die über einen Zusammenbau eines solchen Rechners berichteten, aber alle setzten auf Prozessoren mit mehr Leistung und hatten dementsprechend auch Lüfter mit an Board. Also muss ich mir alle Teile selber zusammen suchen. Das führte zu einer Bauzeit von knapp einem Monat.

Mit den genannten Anforderungen stößt man prozessortechnisch relativ schnell auf den Intel Atom N330 mit dem ION Chipsatz (kurz auch Intel ION genannt). Der Prozessor ist energiesparend und daher von der Wärmeentwicklung eher unkritisch. Außerdem kommt mit dem ION auch eine halbwegs vernünftige Grafikleistung in Form der Nvidia GeForce 9400m, die mit Full HD und BlueRay keine Probleme hat.

Nachdem die Frage der Plattform also geklärt war, galt es ein Board zu finden, dass diesen Ansprüchen gerecht wird. Beeindruckt hat mich dabei das ZOTAC ION ITX-A, welches neben der ION Plattform auch noch WLAN N und ein lüfterloses Kühlsystem bietet. Zusätzliches Highlight: Der Strom wird über ein externes Netzteil bezogen. Das interne Netzteil und der damit verbundene Netzteillüfter entfällt. Überzeugt hat mich auch der ausführliche Bericht & Test von computerbase.de zum ZOTAC ION ITX-A.

Um Kosten zu sparen habe ich mich in einem ersten Versuch (insgesamt gab es drei Versuche) für eine ecoGreen Festplatte von Samsung entschieden. Die 5400 Umdrehungen sollten dazu beitragen Vibrationen zu vermeiden und so die Lautstärke zu minimieren. Das Gehäuse habe ich mir im ersten Versuch von der Firma Antec bestellt. Ich kannte die Firma vorher überhaupt nicht. Die Konzepte ihrer Gehäuse haben mich aber absolut überzeugt und inzwischen habe ich mir mehrere Gehäuse angeschaut. Das NSK 2480-EC war zwar etwas groß, überzeugte mich aber aufgrund des Dreikammersystems, mit welchem Festplatte, Mainboard und Netzteil / optische Laufwerke in verschiedenen Kammern verteilt sind und die Wärmeentwicklung daher gezielt beeinflusst werden kann.

Mit dem Board, dem Gehäuse, der Festplatte und 2GB DDR2 Speicher war damit das System zusammengestellt und bestellt. Bereits bevor alle Teile bei mir zu Hause angekommen waren, bemerkte ich, dass ZOTAC auch ein Nettop bereithält, was genau meine Spezifikationen erfüllt. In einem Test von einer Hardwarezeitschrift wurde das Nettop von der Lautstärke her sogar als zweitleisestes Nettop bezeichnet (das Leiseste hatte keinen N330 und nur eine GMA950 GPU und war damit für Full HD und BlueRay nicht geeignet). Also wurden alle Teile zurückgeschickt und das Komplettsystem bestellt. Bestechend dabei war natürlich auch die Größe: Mitgeliefert wird eine Halterung mit der das System hinter einem Bildschirm montiert werden kann.

Nach einem längeren Bestellvorgang bei pcspezialist.de, deren System mir keine Auskunft über den aktuellen Stand der Bearbeitung gibt, hatte ich das Gerät zu Hause. Die Kundenkommunikation von pcspezialist.de kann ich hier nur als negativ bezeichnen, aber das würde den Artikel sprengen. Ebenfalls negativ war gleich von Anfang an die Lüfterlautstärke des ZOTAC MAG HD-ND01. Ich schob das Pusten des Lüfters erst einmal auf die Einrichtung des Gerätes, die dem Prozessor ja schon einiges abverlangte. Nachdem ich also einige Stunden Einrichtung hinter mir hatte und das Gerät dann in den Raum brachte, in dem es letztendlich genutzt werden sollte hatte ich keinen WLAN Empfang. Die Empfangsleistung des Nettops reichte nicht aus. Gemeinsam mit dem wesentlich zu lauten Lüftergeräusch war das für mich Grund genug, das System zurückzusenden.

Am gleichen Abend wurden also die bisherigen Teile wieder bestellt, mit zwei Veränderungen. Als Festplatte entschied ich mich nun aufgrund der Lautstärke für eine SSD von Intel mit 40GB Speicher und beim Gehäuse wurde ich eine Nummer kleiner mit dem NSK 1380-EC. Nachdem das Gehäuse dann am angestammten Platz Probe stand, wurde es als zu groß befunden und wieder zurück geschickt. Letztendlich blieb ich aber bei Antec und bin nun mit dem ISK 310-150 wirklich glücklich. Es passt von der Größe perfekt und bietet alles, was ich für den Wohnzimmer PC benötige.

Ein Problem im Nachgang stellte die Fernbedienung dar. Da sich das System in meine bisherige Umgebung integrieren sollte, wollte ich es mit einer Logitech Harmony steuern. Das geht aber nur, wenn die Infrarot Schnittstelle den RC6 Standard unterstützt, wie ich nach zwei Fehlbestellungen gelernt habe. Letztendlich hat das aber dazu geführt, dass ich auf die HFX Vista Remote Control GP aufmerksam wurde, die gleich mit entsprechendem Zubehör zum internen Verbau kommt.

Der fertige PC ist nun mit folgenden Komponenten zusammengebaut:

Gesamtkosten: ca. 450 EUR

Zum Schluss noch ein paar Bilder:

Auf dem Multimediaboard steht der PC und darüber liegt die Wii. So hat man gleichzeitig einen direkten Größenvergleich. Der Monitor ist 26” groß.

Wohnzimmerwand mit TFT, Wii, Boxen und PC Direkter Vergleich mit der Wii hochkant. Das Gehäuse bietet zwei USB Anschlüsse in der Front und einen eSata. Außerdem Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer.

Größenvergleich mit der Wii

Hinter der Klappe kann ein optisches Laufwerk eingebaut werden. Die Klappe geht per Druck auf der rechten Seite auf und auch wieder zu.

PC mit Klappe offen Hier noch mal als Größenindikator die Logitech Harmony 525 oben drauf.

PC mit Logitech Harmony 525

Die Rückseite bietet Anschlüsse für PS/2, 6x USB, HDMI, DVI, VGA, e-Sata, optischer Ausgang, S/PDIF, Gigabit-LAN und Sound. Das Loch oben rechts am Gehäuse stammt von einem Netzteil, das mitgeliefert wird, welches ich aber nicht benötige wegen des externen Netzteils, welches mit dem Board geliefert wird.

Die Rückseite des PCs Die SSD von Intel sieht man als erstes wenn das Gehäuse geöffnet wird.

Die SSD von Intel Der Blick von oben auf das Gehäuse wird von dem großen passiven Lüfter der CPU bestimmt.

Blick von oben

Zwei Steckplätze für Speicher, sowie drei SATA Anschlüsse sind auf dem Board vorhanden.

IMG_1708 Der Infrarotsensor wurde von mir innen an der Rückwand angebracht. Durch die vielen Löcher an der Gehäuseseite dringen die Infrarotsignale ohne Probleme zu ihm durch.

IMG_1711 Wegen der verwendeten Adapter liegen sehr viele Leitungen im Gehäuse. Allerdings größtenteils im vorderen Teil, wo normalerweise der Platz für das interne 150 Watt Netzteil vorgesehen ist. Somit ist die Belüftung dadurch nicht beeinträchtigt.

IMG_1714 Der Strom für die Laufwerke kommt von diesem einen Anschluss auf dem Board (da das Netzteil ja außerhalb des Gehäuses ist). Mitgeliefert wird ein Adapter von diesem Anschluss auf drei SATA Stromanschlüsse.

IMG_1716 Der interne mini PCI-Express Slot ist vom WLAN N Netzwerkadapter belegt, kann aber bei Bedarf gewechselt werden.

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Hier die Lufteinlässe auf der rechten Seite des Gehäuses. Ein interner Lüfter wird mitgeliefert. Die Steuerung der Geschwindigkeit kann über einen Regler auf der Rückseite des Gehäuses vorgenommen werden. Die Lautstärke ist mir nicht bekannt, da ich ihn noch nie in Betrieb hatte.

IMG_1719 Hier die Lufteinlässe oben und auf der linken Seite des Gehäuses.

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Wenn man genau hinsieht, sieht man an der Rückwand den Infrarotsensor. Das reicht aus, um die Signale zu empfangen.

IMG_1727 Leider ist das mitgelieferte WLAN N Modul von Atheros nicht so der Bringer. Der WLAN Empfang lässt zu wünschen übrig und die Transferraten ebenso. Mein Netbook hat ebenfalls WLAN N und wesentlich bessere Datenübertragung. Ich werde es wohl noch mal mit einem WLAN N USB-Stick probieren, aber auf lange Sicht wird der PC an ein festes Gigabit-Netzwerkkabel angeschlossen.

Da die Festplatte nur für Windows genutzt wird und alle Daten auf dem Home Server liegen, waren die Datenübertragungsraten der SSD nebensächlich. Wichtig war mir nur, dass sie nicht zu hören ist. Auch beim optischen Laufwerk habe ich nur DVD gekauft, da BlueRay bei mir noch nicht zum Einsatz kommt und auch das Preis-/Leistungsverhältnis noch nicht ganz da ist, wo ich es gerne hätte. Evtl. wird irgendwann auf ein BlueRay Laufwerk umgerüstet.

Die Temperaturen halten sich immer so bei ca. 75 Grad auf. Das ist wohl nach den Meinungen im Internet für die CPU nicht weiter schlimm. Im Test von computerbase.de wurde die CPU sogar über längeren Zeitraum unter Last bei über 100 Grad ohne Probleme betrieben.

Der Stromverbrauch ist mit 20-30 Watt (je nach Aktivität) mehr als erträglich. Bei diesen Werten macht es auch nichts aus, wenn der PC mal länger läuft.

Mit Ausnahme des Netzwerks bin ich mit dem Gerät nun sehr zufrieden und kann diese Konstellation daher nur weiterempfehlen. Bei mir läuft er mit einer Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln und erlaubt sich grafisch dabei keine Schnitzer. Die Animationen laufen ruckelfrei und das bisher gesehen Videomaterial machte auf keine Probleme.

Ich hoffe, dass ich mit diesem (langen) Artikel nun eine Empfehlung aussprechen kann, für alle die, die ebenfalls einen PC fürs Wohnzimmer suchen. Ich habe bei meiner Recherche nirgends eine Bauanleitung für einen lautlosen PC fürs Wohnzimmer gefunden.

Zum Abschluss noch ein kleines Video:

ZOTAC hat in Deutschland übrigens einen Support der per Festnetznummer erreichbar ist und wo man nicht minutenlang irgendwelche Warteschlangenmusik hört. Das hat mich positiv beeindruckt.

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WiiConnect: Einfacher verbunden

WiiConnect Symbol Die Fernbedienung (Wii Remote oder Wiimote) der Wii lässt sich auch mit einem normalen PC verbinden. Das funktioniert deswegen, weil sie für die Datenübertragung Bluetooth verwendet. Wer also Bluetooth am PC oder Laptop hat, kann die Fernbedienung theoretisch ganz einfach mit dem PC verbinden.

Das bringt aber erst einmal gar nichts, denn der PC weiß dann immer noch nicht, was er mit den Steuersignalen der Fernbedienung anfangen soll. Dafür gibt es das Programm GlovePIE. Es dient dazu, Maus- oder Tastaturtasten auf die Tasten der Fernbedienung zu legen, bzw. anders herum. Drückt man also eine Taste auf der Fernbedienung, dann wird für den PC simuliert, dass eine Taste auf der Tastatur oder Maus, oder eine Bewegung mit der Maus gemacht wurde. Die Fernbedienung der Wii ist somit für den PC tauglich.

Die ganze Sache hat einen Haken: Bedingt durch die Bluetooth Konfiguration der Fernbedienung findet der PC die Wii Fernbedienung nicht automatisch. Sie muss jedes mal händisch hinzugefügt werden. Um also die Fernbedienung nutzen zu können, müssen vorher folgende Schritte durchgeführt werden, damit die Wii Fernbedienung betriebsbereit ist:

  1. Dialog “Bluetooth-Gerät hinzufügen” öffnen.
  2. Häkchen setzen, dass das Bluetoothgerät sichtbar ist
  3. Nach neuen Geräten suchen. Währenddessen auf der Wii Fernbedienung die Tasten 1 & 2 immer wieder drücken, denn nur dann kann sie vom PC erkannt werden.
  4. Bei der Verschlüsselung die Option “Keinen Hauptschlüssel auswählen” verwenden und weiter.
  5. Den Dialog mit Fertig stellen beenden und auf die Meldung von Windows warten, dass das Gerät verwendet werden kann. Erst dann aufhören die Tasten 1 & 2 zu drücken.
  6. Das Programm GlovePIE starten.
  7. Ein Profil öffnen oder neu erstellen.
  8. Das Profil mit Run starten.

Das war für mich zu aufwendig, bzw. zu langwierig. Verliert die Fernbedienung dann die Verbindung, weil man sich zu weit entfernt hat, dann muss der Vorgang erneut ausgeführt werden.

Ich habe nun also überprüft, wie man diesen Vorgang automatisieren könnte. Dabei ist ein Programm entstanden, was so wie ein Makro funktioniert: WiiConnect. Es drückt die Tasten, die notwendig sind, damit die Wii Fernbedienung automatisch zum PC hinzugefügt wird. Das Programm verfügt über eine grafische Oberfläche:

WiiConnect

Der Screenshot hier ist in Originalgröße. Wie man auf den ersten Blick erkennt, arbeitet das Programm mit Zeiten. Ich habe keinen anderen Weg gefunden, die einzelnen Dialoge zu unterscheiden, da die Dialogtitel teilweise gleich sind. Wegen der unterschiedlichen Geschwindigkeit von PCs habe ich die Zeiten variabel gestaltet. Ich werde dir einmal im folgenden erklären, was das Programm genau macht, und dabei auch genauer auf die Zeiten eingehen:

  1. Mit einem Klick auf Verbinden drückt das Programm die Windows Taste und gibt in die Live Suche den Begriff Bluetooth-Geräte ein. Hier kann man bereits die einzigen Systemvoraussetzungen ablesen: Windows Vista und Suche in Programmen muss für das Startmenü aktiviert sein. Die Suche wird vom Programm mit einem Klick auf Enter bestätigt.
  2. Bis nun die nächste Aktion erfolgt muss das Bluetooth-Programm starten. Hier greift die Startzeit als Verzögerung ein. Erst nachdem die eingestellte Zeit für Startzeit abgelaufen ist, führt WiiConnect die nächsten Aktionen durch.
  3. Es drückt auf den Knopf hinzufügen. Im folgenden Fenster setzt es ein Häkchen, dass das Gerät gefunden werden kann und betätigt die Schaltfläche weiter.
  4. Nun beginnt die Suche nach neuen Geräten. Damit WiiConnect die nächsten Schritte ausführen kann, muss die Suche durchgelaufen sein. Dies dauert ebenfalls eine Weile. Die Dauer kann unter Suchezeit angepasst werden.
  5. Wenn die Geräte angezeigt werden, wählt das Programm das erste Nintendogerät aus und klickt auf Weiter.
  6. Nun fügt Windows das Gerät hinzu. Dies dauert eine weitere Zeit lang: Die Hinzufügenzeit. Auch diese letzte Zeit ist variabel gestaltet.
  7. Ist die Hinzufügenzeit abgelaufen, so schließt WiiConnect die geöffneten Dialoge wieder.
  8. Wenn du einmal mit dem Button GlovePIE mitgeteilt hast, wo auf deiner Festplatte GlovePIE gespeichert ist, dann startet WiiConnect nun automatisch GlovePIE.
  9. Hast du schon vordefinierte Profile abgespeichert, so kannst du auch diese in WiiConnect hinterlegen. Wenn du Profile hinterlegt hast, wird das ausgewählte Profil auch direkt in GlovePIE geöffnet.

WiiConnect spart also eine Menge Zeit. Einmal eingerichtet, lässt es sich sehr leicht verwenden. Für den Anfang solltest du lieber zu lange als zu kurze Zeiten verwenden. Beginne doch einmal mit folgenden Einstellungen:

  • Startzeit: 10 Sekunden
  • Suchezeit: 25 Sekunden
  • Hinzufügenzeit: 15 Sekunden

Du wirst selber merken, wie lange bestimmte Dialoge schon bereit wären aber keine Eingabe erfolgt. Die Zeiten können dann nach unten korrigiert werden. Je nach Rechner können die Zeiten um 5-10 Sekunden variieren.

Da es sich bei der hier vorliegenden Version um die erste öffentliche Version handelt kann es trotz eingehender Prüfung sein, dass der ein oder andere Fehler auftritt. In einem solchen Fall kannst du mir einen Kommentar hinterlassen. Ich werde dann versuchen das Problem zu beheben.

So und nun probier’s doch selber aus.

Download: WiiConnect 1.0

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PowerPoint Fernbedienung

Da las ich letztens in einem meiner abonnierten Blogs, dass es möglich ist, ein Windows Mobile basierendes Handy als Fernbedienung für PowerPoint einzusetzen. Genutzt wird dazu eine neu mit Windows Vista eingeführte Funktion: SideShow. SideShow ermöglicht es, ein kleines Display anzuschließen, um darauf Informationen anzuzeigen. Einsatzzwecke gibt es es viele, jedoch wird diese Funktionalität bisher kaum genutzt.

Nachdem man Windows Sideshow for Windows Mobile Developer Preview auf seinem Windows Mobile Gerät installiert hat, kann man das SideShow Gadget Office PowerPoint Remote installieren.

Öffnet man dann das Programm Windows SideShow in Vista, so öffnet sich folgendes Fenster:

SideShow

Das Fenster zeigt die verknüpften SideShow Geräte an und gibt die Möglichkeit, die Gadgets auf den Geräten zu aktivieren. Da zu dem Zeitpunkt kein Gadget aktiviert ist, sieht das unter Windows Mobile dann auch so aus, wie links abgebildet. Nach der Aktivierung sieht man das rechte Bild:

SideShow no gadgets Office PowerPoint Remote

Geöffnete PräsentationenÖffnet man eine Präsentation auf dem Rechner, so zeigt SideShow das auf  dem Gerät auch an. Mit einem Klick auf den Kasten, gelangt man zu einer Liste von geöffneten Präsentationen. Die Präsentationen lassen sich mit einem Klick auswählen und starten dann im Vollbild. Auf dem Screen werden dabei dann die aktuelle Folie und die folgende Folie angezeigt (untere Screenshots). Enthält die Folie Notizen, so sind diese ebenfalls auf dem Gerät lesbar (unten rechts).

 

Folienanzeige Folienanzeige mit Notizen

Die Navigation geschieht ganz einfach: Über das Steuerkreuz kann man mit rechts / links zwischen den Folien wechseln und mit oben / unten auf dem Bildschirm scrollen um z.B. alle Notizen zu lesen. Die Kombination aus Windows Vista und Windows Mobile ist also die perfekte Kombination für eine Präsentation, bei der der Laptop beim Beamer stehen kann und der Präsentierende das nicht tun muss. Ich werde es in den nächsten Tagen mehrmals ausprobieren können. Bin gespannt, ob ich dann immer noch begeistert bin. Das einzige, was ich vermisse: Es ist nicht möglich, auf den Folien einen Button zu “klicken” oder so. Man kann also immer nur Mausklick allgemein machen. Vielleicht wird das per Touchscreen noch nachgerüstet…

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