Diese Woche hat Apple auf der WWDC (World Wide Developer Conference) das iPhone 2 vorgestellt, also die zweite Generation, in der alle besser wird. Es gab fünf Punkte, an denen die Kunden bisher gemeckert haben und die laut Apple am iPhone verbessert wurden. Leider lassen sich zu viele davon blenden, was Steve Jobs erzählt, denn meiner Meinung nach wurden nicht alle dieser Punkte wirklich erfüllt. Ich möchte als erstes eine Auflistung geben:
- 3G + GPS (schnelles Internet)
- Enterprise Support (Unterstützung von Unternehmen)
- Third party applications (Programme von anderen Entwicklern)
- More countries (Verkauf in mehr Ländern)
- More affordable (Günstiger)
Die Grafik sah dann zum Schluss folgendermaßen aus – Apple ist also der Meinung, dass alle Punkte erledigt sind:

Betrachten wir die Punkte im einzelnen:
- 3G + GPS: Ja, warum ein Handy vor einem Jahr ohne 3G rauskommt, ist mir noch heute schleierhaft. Dass es jetzt endlich 3G hat ist mehr als vernünftig. Dass Apple da jetzt noch GPS draufgelegt hat wirklich lobenswert. Die Anwendung für GPS aber mehr als fraglich: Man könnte nun endlich Programme schreiben, die einem alle Freunde im Umkreis von x km zeigen würden. So ein Schmarrn. Wer will sich denn immer und überall orten lassen? Da bin ich ja mal gespannt.
- Enterprise Support: Ja, Firmen können nun ihre eigenen Programme auf das Handy bringen. Aber was bringt mir das, wenn in vielen Firmen Handys mit Kameras verboten sind? Sehr fraglich diese Kombination. In diesen Punkt gehört auch die Unterstützung von Microsoft Exchange. Eine neue Plattform von Apple wurde ebenfalls in diesem Zusammenhang vorgestellt: MobileMe. MobileMe soll das nachrüsten, was Apple für den Privatanwender nicht hinbekommen möchte: Der Abgleich mit dem heimischen Outlook. Das funktioniert nicht direkt, sondern nur über diese neue Plattform. Dafür muss dann aber Outlook alles an MobileMe senden und das Handy alles von dort abrufen. Den Dienst stellt Apple natürlich nicht kostenlos zur Verfügung, sondern lässt ihn sich mit $99 im Jahr bezahlen. Mein bisher größter Kritikpunkt ist damit für mich nicht zufriedenstellend bearbeitet, wobei MobileMe an und für sich keine uninteressante Applikation ist.
- Third party applications: Schön, dass nun Entwickler die Möglichkeiten haben, Anwendungen auf das iPhone zu spielen. Das SDK von Apple soll sehr gut sein. Bin ich mal gespannt, was uns da noch alles erwartet. Auch hier lässt Apple sich aber gut bezahlen für das Bereitstellen der Plattform zum Verteilen der Anwendungen.
- More countries: Das iPhone wird nun in 70 Ländern verkauft. Die Art und Weise wie das präsentiert wurde fand ich jedoch mehr als lächerlich: Jedes dieser 70 Länder ist einzeln in die Weltkarte eingeflogen gekommen. Dieser Teil hat ca. 1,5 Minuten gedauert, wo einfach niemand was gesagt hat, sondern man einfach nur gesehen hat, wo überall das iPhone verkauft wird. Echt ein wenig lächerlich.
- More Affordable: Das iPhone soll nun weltweit $199 kosten. Da Apple nicht richtig umrechnen kann, wir es in Deutschland sicher wieder 199 EUR kosten. Das sind 200 EUR weniger als vorher. Aber um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, muss ich mich ja bei MobileMe anmelden, wodurch Zusatzkosten entstehen. Außerdem ist nicht jedes Softwareupdate kostenlos. Viele Anwendungen kosten extra… Wirklich günstiger ist das iPhone nicht geworden.
Apple hat sein Marketing wieder mal voll ausgespielt. Viele Leute denken jetzt, dass das neue iPhone ein Wunderwerk der Zukunft ist. Keine Frage: Es enthält viele Innovationen. Trotzdem ist nicht alles so wie proklamiert und deswegen sollte man auf dem Teppich bleiben.
Solange ich das iPhone nicht mit meinem Outlook abgleichen kann, verschwende ich keinen Gedanken an einen Kauf.
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