Betriebssystem Windows Home Server – Ein Überblick

Seit knapp einem Monat habe ich nun auch privat den Windows Home Server bei mir stehen und berichte daher im Freundeskreis immer wieder darüber. Dabei stelle ich fest, dass die wenigsten etwas damit anfangen können. Windows Home Server verdient es daher hier einmal ausführlicher vorgestellt zu werden.

Windows Home Server ist in erster Linie ein Betriebssystem. Es kann ganz normal einzeln erworben werden und kostet so zwischen 80 und 90 EUR. Die Installation kann auf jedem PC erfolgen. Im Grunde genommen ist Windows Home Server ein Server 2003 mit einigen Änderungen für den privaten Gebrauch. Daher braucht man für die Geräte eigentlich auch Server 2003 Treiber. Die meisten XP-Treiber funktionieren jedoch auch einwandfrei. Der Grundgedanke des Systems: Der Privatnutzer zu Hause soll möglichst einfach zentral Daten ablegen und diese im Haus allen Geräten zur Verfügung stellen. Außerdem sollen Sicherungen der Heimrechner angelegt werden, die auch einen Zugriff auf Dateien der Vergangenheit ermöglichen. Der Speicherplatz ist sehr einfach erweiterbar. Die Nutzeranzahl ist auf 10 beschränkt, was für den Hausgebrauch ausreichen sollte.

Um den Server möglichst einfach zu administrieren, wird der komplette Home Server über eine sogenannte Home Server Konsole gesteuert:

Home Server Konsole

Die Home Server Konsole bietet die Möglichkeit, Computer für die Sicherungen zu konfigurieren, neue Benutzer oder Ordner anzulegen oder Einstellungen am Home Server vorzunehmen. Mit Add-Ins kann die Funktionalität der Home Server Konsole erweitert werden. Die Konsole steht über jeden Computer im Heimnetz zur Verfügung, nachdem dieser für die Kommunikation mit dem Home Server und der Sicherung auf dem Home Server konfiguriert wurde. Nach Eingabe des Home Server Passworts kann dieser damit von jedem Computer (und wenn so konfiguriert auch übers Internet) eingestellt werden.

Damit sichtbar wird, wie einfach die Administration aufgebaut ist, möchte mit einem Video von youtube zeigen, wie neue Ordner im Netzwerk verfügbar gemacht werden können:

Nachdem man dieses Video gesehen hat, kann man sich nun vorstellen, dass die Benutzer ähnlich einfach angelegt werden können. Um neue Computer mit dem Windows Home Server zu verbinden, muss der Home Server Connector auf den Computern installiert werden, der sich im Verzeichnis Software auf dem Home Server befindet und auch auf CD mitgeliefert wird. In den Einstellungen kann dann natürlich noch eingestellt werden, wann die SIcherungen der PCs durchgeführt werden sollen und ob und wann die Updates installiert werden. Außerdem kann der Remotezugriff konfiguriert werden.

Der Remotezugriff ermöglicht den Zugriff auf die Home Server Freigaben und die Home Server Computer über das Internet. Je nach Router ist der Zugriff mit einem einzigen Klick konfiguriert. Ob die Nutzer nur Zugriff auf die Dateien oder auch auf die Computer haben, kann für jeden Benutzer einzeln festgelegt werden. Wie einfach das funktioniert, zeigt das folgende (leider englischsprachige) Video:

Sollten die Festplatten einmal zu klein werden, können diese sehr einfach erweitert werden: Neue Festplatte einbauen und dann dem Windows Home Server mitteilen, dass die neue Festplatte für die Datenspeicherung vom Windows Home Server genutzt werden kann. Die Übersicht über die Festplatten zeigt nicht nur die verbauten Festplatten und bietet die Möglichkeit neue Festplatten hinzuzufügen, sondern visualisiert auch die Aufteilung des aktuellen Speichers:

Speicher In meinem Fall sind noch 23% des Speichers frei. Aktuell sind drei Festplatten verbaut mit einer Gesamtkapazität von 1,31 TB.

Wie bereits gesagt, kann die Funktion des Home Servers durch Add-Ins erweitert werden. Add-Ins gibt es für die unterschiedlichsten Funktionalitäten. Eines der am häufigsten genutzten Add-Ins ist Lights-Out. Lights-Out sorgt dafür, dass der Home Server nur dann läuft, wenn ein Computer im Netzwerk aktiv ist und hilft somit Strom zu sparen. Außerdem kann man feste Zeiten definieren, zu denen der Server laufen muss. Bei mir wird der Server z.B. jede Nacht um 2 Uhr geweckt, damit er die Sicherungen der PCs machen kann. Dafür weckt er die PCs auf, sichert diese und legt sie danach wieder schlafen. Er selber legt sich dann auch wieder hin. So wird der Strom nur dann verbraucht, wenn der Server wirklich benötigt wird. Der Windows Home Server Blog hat das Add-In ausführlich beschrieben.

Um ein Add-In oder eine Software auf den Home Server zu installieren, wird das MSI-Packet einfach in den Ordner Add-Ins unter Software geschoben und dann über die Einstellungen der Windows Home Server Konsole installiert:

EinstellungenDie Deinstallation erfolgt ebenfalls zentral über die Einstellungen.

Wenn man dann wirklich mal Einstellungen vornehmen möchte, die nicht über die Konsole zu erledigen sind, dann kann man sich natürlich per Remote Desktopverbindung zum Server verbinden und findet dann einen Windows Server 2003 Desktop vor mit nahezu all seinen Einstellungsmöglichkeiten.

Wer einen Windows Home Server kaufen möchte, kann dies auch gleich im Komplettpacket tun. Die fertigen Rechner sind meistens möglichst klein gebaut und bieten für insgesamt vier Festplatten platz, von denen zwei bereits eingebaut sind. Benötigt wird lediglich ein Netzwerkanschluss und Strom. Zu den bekanntesten gehört wohl der Acer easyStore. Wer also auch einen Windows Home Server haben möchte, wird schon so für ca. 400 EUR fündig.

Eine letzte Sache sei noch gesagt: Der Home Server bietet eine Server Wiederherstellungs-Installation, die den Home Server nach einem Ausfall der Systemplatte wieder herstellt. Somit sind die Daten auch im Fall eines Plattenausfalls der Systemplatt sicher abgelegt und können wieder verfügbar gemacht werden. Berichte über die Wiederherstellung gibt es im Internet zahlreich und sie sind soweit ich das überblicke allesamt positiv.

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My Movies auf dem Home Server und Media Center Extender

Nachdem ich mir nun einen Home Server angeschafft habe, habe ich auf die Filmverwaltung My Movies auf dem Home Server installiert. Dafür gibt es extra eine Home Server Version, die auch nahezu komplett über die Home Server Konsole gesteuert werden kann. Die Einrichtung und die Inbetriebnahme funktionierten einwandfrei und das Programm kann sich auch auf dem Home Server wirklich sehen lassen.

Als ich gestern Abend dann mit meiner Frau einen Film schauen wollte, bekam ich von meinem Media Center Extender im Wohnzimmer lediglich eine Fehlermeldung:

P1100182

Datei Verbindung fehlgeschlagen

My Movies konnte sich nicht mit dem Datei Speicher auf dem Server verbinden. Bitte das Collection Management Programm öffnen, um das Problem zu korrigieren.

Nachdem ich einiges ausprobiert habe, verstand ich dann das Problem: Der Media Center Extender legt einen eigenen Benutzer auf dem Windows Media Center Hauptrechner an (leider ist dies noch nicht der Home Server) und meldet sich dann auch mit diesem beim Home Server. Der jedoch kennt nur meinen PC als Benutzer. Nach weiterer Suche fand sich dann im My Movies Forum die Problemlösung: My Movies speichert auf “D:\My Movies\FileStorage” einige Dateien und genau diese sind in der Fehlermeldung mit dem “Datei Speicher” gemeint. Dieser Ordner ist von My Movies standardmäßig im Netzwerk freigegeben, jedoch nur für Windows Home Server Users. Durch das Hinzufügen dreier weiterer User für die Freigabe kann auch der Media Center Extender wieder darauf zugreifen und die Filme anzeigen. Mit Vollzugriff müssen folgende Nutzer hinzugefügt werden: Jeder, Benutzer, Windows Media Center. Leider führt die ursprüngliche Fehlermeldung von My Movies absolut ins Leere, denn das Collection Management Programm kann das Problem nicht lösen.

Ich wollte mit diesem Beitrag eine Erinnerung für mich hinterlassen und die Google Suche nach der Fehlermeldung ermöglichen, falls noch jemand vor dem gleichen Problem steht.

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Windows Home Server im Eigenbau

Not macht erfinderisch und so habe ich mich in den letzten Tagen dazu entschlossen doch keinen fertigen Windows Home Server zu kaufen, sondern mir doch einen selber zusammen zu stellen. Oberstes Ziel war dabei natürlich Energieeffizienz. So wenig Energie wie möglich sollte der Server verbrauchen. Die wichtigste Komponente in Bezug auf den Stromverbrauch ist der Prozessor und so habe ich mir angeschaut, was die Hersteller fertiger Systeme so verwenden. Meist kommt hier ein stromsparender Intel Atom Prozessor zum Einsatz, mit dem ich in meinem Notebook gute Erfahrungen sammeln konnte. So war der Entschluss schnell gefasst, dass der Intel Atom die Kernkomponente meines eigenen Home Servers werden sollte. Der Atom kommt meist schon mit einem Board, auf dem auch ein Grafikchip enthalten ist. Außer dem Board braucht man also nur noch ein Netzteil, Arbeitsspeicher, ein Gehäuse und die entsprechenden Festplatten.

ECS 945GCT-D

Lange habe ich nach einem passenden Board gesucht und bin zum Schluss bei einem Elitegroup fündig geworden. Das einzige Manko des ECS 945GCT-D gleich vorweg: Es hat nur einen 10/100 MBit Netzwerkchip. Da mein Router aber sowieso maximal 100 MBit kann, wäre mir mit mehr auch nicht geholfen. Ansonsten hat das Board alles, was das Herz begehrt (zumindest für ein Intel Atom Board): SATA, IDE, PCI-e x1, PCI, 2x DDR2 und sogar Anschlüsse für bis zu sechs USB Ports. Leider sind nur zwei SATA Steckplätze auf dem Board vorhanden, dies lässt sich jedoch durch eine PCI-e x1 SATA Karte sehr einfach erweitern. Für meinen Einsatzzweck reichen die beiden auch erst einmal aus.

Bei dem Netzteil habe ich mich für ein leises 400W Netzteil entschieden, welches weniger Strom verbraucht und auch weniger kostet als die leistungsstärkere Netzteile. Ein altes Gehäuse hatte ich noch rumstehen und auch die Festplatten waren bereits vorhanden. Ein Überblick über die Kosten, wenn alles neu gekauft werden muss:

Komponente Modell Preis
Gehäuse 0-8-15 30 EUR
Mainboard ECS 945GCT-D 60 EUR
Arbeitsspeicher Kingston DDR2 2GB 40 EUR
Netzteil Corsair CX 400W ATX 2.2 50 EUR
Festplatten 2x 1 TB Samsung SATA 2x 77,50 EUR = 155
Betriebssystem Windows Home Server 80 EUR

Gesamtpreis für alle Komponenten: 415 EUR. Für diesen Preis kriegt man auch schon einen richtigen Acer easyStore, aber der ist weder selbstgebaut, noch hat er die Erweiterungsmöglichkeiten (PCI-e) und die Anzahl Festplatten ist auf vier begrenzt.

LaufwerkeBei mir kam hinzu, dass Festplatten und Arbeitsspeicher vorhanden waren und auch das Gehäuse nicht besorgt werden musste. So kam ich auf einen Preis von 190 EUR für den gesamten Home Server. Bei mir werkeln drei Festplatten, eine alte IDE mit 320GB eine SATA mit 500GB und eine SATA mit 640GB. Mit dem Umrechnungsverlust komme ich auf einen Gesamtspeicherplatz von 1,31 TB. Ich denke, dass ich in Zukunft noch mal ne große Festplatte nachrüsten muss, aber momentan reicht es für meinen Bedarf absolut aus.

Ein kompletter Überblick des Innenlebens

Es sieht zwar nicht besonders schön im Inneren aus, aber rein guckt da sowieso niemand. Irgendwann binde ich vielleicht noch paar Kabelbinder drum und evtl. muss auch das Gehäuse noch mal irgendwann einem größeren Weichen, denn insgesamt sind die Einschübe für Festplatten in diesem alten Gehäuse dann doch eher begrenzt.

Gespannt bin ich auf den Stromverbrauch, den ich bei nächster Gelegenheit messen werde (habe gerade kein Messgerät hier). Mein Ziel ist ein Verbrauch unter 40 Watt.

Der Grund für mich auf einen Windows Home Server umzusteigen war einfach Platzmangel. Auf meinem Desktoprechner hatte ich bisher zwei 640GB Festplatten im RAID1 (Spiegelung) laufen. Der Platz wurde allmählich eng und ich wollte nicht erneut zwei Festplatten einbauen, die dann wieder ein RAID1 bilden würden. Außerdem lernte ich einen Home Server kennen und war von den Fähigkeiten und Möglichkeiten absolut begeistert. Das RAID System wurde nun entfernt und die Festplatte mit zwei anderen ungenutzten Festplatten im Home Server verbaut. So entstehen aus 640GB ohne Festplattenzukauf 1,31TB, die insgesamt nahezu genauso sicher sind wie das bisherige RAID1, jedoch kann der Speicherplatz wesentlich flexibler erweitert werden.

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