Nun ist einige Zeit ins Land gegangen seit ich den letzten Beitrag geschrieben habe. Es sind natürlich wieder viele interessante Dinge passiert. Einige davon möchte ich euch heute erzählen.
Wer die Geschichte nicht kennt, kann folgende Beiträge lesen. Dieser Beitrag stellt die Fortsetzung der Serie dar.
Meine Schwiegereltern wollen in der nächsten Zeit nach Amerika und sind deswegen momentan verstärkt damit beschäftigt ihre neu erworbenen elektrischen Geräte kennen zu lernen, damit sie dort einigermaßen vernünftig damit arbeiten können. Mit elektrischen Geräten meine ich ihren Laptop und ihre Digitalkamera.
Die im letzten Beitrag bestellte Digitalkamera ist inzwischen schon längere Zeit angekommen. Mein Schwiegervater hat sie aber in n ersten Monaten ungenutzt gelassen. Es war im wichtig, erst seinen alten Film aus der analogen Kamera voll zu kriegen. Das Vorgehen zeichnete sich öfter ab: Dinge (Laptop und Digitalkamera) werden angeschafft, aber dann erst einmal nicht verwendet, weil andere Sachen wichtiger sind. Bis die Digitalkamera letztendlich zum Einsatz kam, sind Monate ins Land gegangen und der Preis ist in der Zwischenzeit natürlich wieder gesunken. Seit einem Monat beschäftigt er sich nun auch mit seiner Digitalkamera. Mit der kommt er überraschenderweise relativ gut klar. Das ist sichtlich ein Lob für Panasonic DMC-FZ18.
Momentan bereiten die beiden (Schwiegervater und Schwiegermutter) ihre Amerikareise vor. Mein Schwiegervater macht sich nun Gedanken, ob die vorhandene Speicherkapazität für die Fotos ausreichen wird. Er hat zwei 2GB Speicherkarten und seinen Laptop mit 120GB Festplatte. Auf eine 2GB Speicherkarte macht die DMC-FZ18 490 Fotos in bester Qualität. Er hat Angst, dass ihm seine Speicherkapazität nicht ausreicht und so kam er letztens zu einer Nachhilfestunde mit CDs. Ich solle ihm doch zeigen, wie man mit dem Laptop CDs und DVDs brennen könnte. Er hat Angst, dass der Speicher des Laptops nicht ausreicht. Es ist für ihn ziemlich schwierig zu erfassen, wie riesig der Speicherplatz ist und wie viele Fotos er darauf speichern kann, obwohl ich das bereits mehrfach erklärt habe. Interessant dabei ist auch, dass er bisher mit Filmen gearbeitet hat, die 36 Fotos fassen konnten. Nun hat er die Möglichkeit 490 Fotos zu machen und das sogar zwei mal (auf zwei Speicherkarten) und er macht sich Gedanken darüber, dass der Platz evtl. nicht reicht. Anscheinend spiegelt das einfach die Unsicherheit wieder, die er in der digitalen Welt noch hat. Wenn ein Film voll ist, geht man ins Geschäft und kauft einen neuen. Bei einer Speicherkarte wird das schon schwieriger. Er weiß zu wenig, um eine Speicherkarte selber anschaffen zu können. Also macht er sich die Gedanken vorher. Ich konnte ihn aber beruhigen und ihm versichern, dass er weder dritte Speicherkarte, noch zweiten Akku für den PC (er hatte Angst, dass der Akku in dem Moment, wo er Fotos überspielen möchte leer sein würde), noch CDs oder DVDs benötigen werde. Der Platz würde ausreichen.
Für ihre Amerikatour war es für sie auch wichtig, den Umgang mit USB Massenspeichern zu erlernen. Sie werden dort Freunde besuchen und wollen
vielleicht Daten austauschen. Dabei wollen sie wissen, wie das funktioniert und was sie machen müssen. Also haben wir in den letzten zwei Einheiten den USB Stick etwas näher betrachtet, haben Dateien von meinem auf ihren Laptop geschoben und den USB Stick sicher entfernt. Dabei sind zwei Dinge interessant gewesen. Das erste: Schließt man einen USB Stick an einen PC an, dann kommt die Automatische Wiedergabe (Screenshot links). Je nach gespeicherten Datentypen bietet dieses Fenster verschiedene Optionen. Da sich alle Programme in dieses Menü integrieren, kann es vorkommen, dass gleiche Aktionen mehrmals aufgeführt sind – halt für die unterschiedlichen Programme. So sieht man im Screenshot zwei mal die Option Bilder anzeigen. Einmal mit Windows und einmal mit Windows Live Fotogalerie. Für meine Schwiegereltern war das verwirrend. Wieso kann man Bilder doppelt anzeigen. Ist doch egal mit welchem Programm, Hauptsache die Bilder werden angezeigt. Es müsste eigentlich eine Möglichkeit geben, die Einträge aus diesem Autostartmenü zu entfernen um es älteren Personen möglichst einfach zu machen.
Nachdem ich ihnen also erklärt hatte, dass sie um Dateien hin und her zu kopieren einfach den USB Stick als Ordner öffnen mussten, konnten sie damit erst einmal leben. Schwierig wurde es dann, als es darum ging für das (meiner Meinung nach am einfachsten zu erlernende) Drag’n’Drop zwei Fenster nebeneinander zu bekommen. Der folgende Screenshot (klicken zum vergrößern) verdeutlicht dies:
Die Frage, die sich meine Schwiegereltern stellten: Woran erkenne ich denn nun, welches Fenster zum USB Stick gehört, und welches zum PC? Der einzige wirklich verlässliche Hinweis ist ganz klein und steht in der Adressleiste des Explorerfensters. Die Fenster sehen sonst identisch aus. Hier wäre es vielleicht interessant, einen USB Massenspeicher nicht mit dem Symbol einer ganz normalen Festplatte unten links im Fenster zu kennzeichnen, sondern deutlicher hervorzuheben, dass es sich um einen USB Stick handelt, bzw. um einen per USB angeschlossenen Massenspeicher.
Das in Teil 4 installierte Skype wurde in der Zwischenzeit so gut wie gar nicht verwendet, weil dafür so ziemlich alle Vorkenntnisse fehlen. Bis gestern dachte er sogar, dass mit Skype die Webcam gemeint sei, die er per USB an seinen Laptop anschließen muss, um per Video zu telefonieren. Sie haben gestern von sich aus gesagt, dass Skype noch schwer ist und sie das erst mal lassen wollen. Schön, langsam lernen sie sich selbst einzuschätzen.
Bisher haben wir zwar noch nicht viel mit Textverarbeitung gemacht, aber ich merke bereits jetzt immer wieder, dass OpenOffice für Anfänger überhaupt nicht geeignet ist. Der Writer von OpenOffice wurde eingesetzt, um Anleitungen zu schreiben und diese mit Screenshots zu versehen. Das Einfügen von Bildern und das Skalieren (Größe verändern) derselbigen entspricht aber einfach so überhaupt nicht den Erwartungen eines Anfängers. Fügt man ein Bild ein, so ist es erst mal als Block definiert. Der Text fließt drum herum. Ein Anfänger erwartet jedoch, dass sich ein Bild wie Text verhält. Außerdem erwartet ein Anfänger, dass beim Skalieren des Bildes die Seitenverhältnisse erhalten bleiben. Auch das ist nicht der Fall, wenn man nicht eine Zusatztaste auf der Tastatur drückt. Alles in allem ist der Einstieg auf jeden Fall sehr verwirrend, sodass ich bereits jetzt überlege, meinen Schwiegereltern zum Kauf von Microsoft Office zu raten.
Für heute war das erst mal wieder eine ganze Menge. Ich merke immer wieder, wie lange es noch dauern wird, bis meine Schwiegereltern ihren PC ohne fremde Hilfe verwenden können. Für mich, der ich mit diesem Gerät aufgewachsen bin, ist das sicherlich eine heilsame Erfahrung, da ich bisher immer davon ausging, dass PCs sehr einfach zu handhaben sind…
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