My Movies auf dem Home Server und Media Center Extender

Nachdem ich mir nun einen Home Server angeschafft habe, habe ich auf die Filmverwaltung My Movies auf dem Home Server installiert. Dafür gibt es extra eine Home Server Version, die auch nahezu komplett über die Home Server Konsole gesteuert werden kann. Die Einrichtung und die Inbetriebnahme funktionierten einwandfrei und das Programm kann sich auch auf dem Home Server wirklich sehen lassen.

Als ich gestern Abend dann mit meiner Frau einen Film schauen wollte, bekam ich von meinem Media Center Extender im Wohnzimmer lediglich eine Fehlermeldung:

P1100182

Datei Verbindung fehlgeschlagen

My Movies konnte sich nicht mit dem Datei Speicher auf dem Server verbinden. Bitte das Collection Management Programm öffnen, um das Problem zu korrigieren.

Nachdem ich einiges ausprobiert habe, verstand ich dann das Problem: Der Media Center Extender legt einen eigenen Benutzer auf dem Windows Media Center Hauptrechner an (leider ist dies noch nicht der Home Server) und meldet sich dann auch mit diesem beim Home Server. Der jedoch kennt nur meinen PC als Benutzer. Nach weiterer Suche fand sich dann im My Movies Forum die Problemlösung: My Movies speichert auf “D:\My Movies\FileStorage” einige Dateien und genau diese sind in der Fehlermeldung mit dem “Datei Speicher” gemeint. Dieser Ordner ist von My Movies standardmäßig im Netzwerk freigegeben, jedoch nur für Windows Home Server Users. Durch das Hinzufügen dreier weiterer User für die Freigabe kann auch der Media Center Extender wieder darauf zugreifen und die Filme anzeigen. Mit Vollzugriff müssen folgende Nutzer hinzugefügt werden: Jeder, Benutzer, Windows Media Center. Leider führt die ursprüngliche Fehlermeldung von My Movies absolut ins Leere, denn das Collection Management Programm kann das Problem nicht lösen.

Ich wollte mit diesem Beitrag eine Erinnerung für mich hinterlassen und die Google Suche nach der Fehlermeldung ermöglichen, falls noch jemand vor dem gleichen Problem steht.

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DVB-T in Wolfsburg zu schwach

Diese Woche habe ich mich unter anderem auch mit DVB-T beschäftigt. Die Empfänger dafür sind wahnsinnig günstig geworden und so habe ich mir einfach mal einen günstigen USB-Empfänger geholt und versucht, damit ein Signal auf meinem PC zu bekommen. Gerne würde ich endlich in den Genuss von digitalem Fernsehen kommen, aber leider scheint es mir auch weiterhin verwehrt…

Der erste USB-Empfänger, den ich hier hatte war schon im Laden recht fragwürdig. Die Firma TechnoTrend war eher unbekannt, aber der Preis konnte überzeugen. Also nahm ich den Empfänger für knapp 13 EUR mit nach Hause. Nach einer etwas komischen Installation dann der Sendersuchlauf mit keinem einzigen gefundenen Sender. Also steckte ich den USB-Empfänger in einen anderen USB Port – mehr Richtung Fenster. Nun startete das Programm gar nicht mehr, sondern hängte sich fortwährend auf.

Zurück im Geschäft habe ich den Stick dann umgetauscht und für 25 EUR einen hochwertigeren Empfänger geholt. Diesmal habe ich den Stick gleich aufm Laptop installiert und versucht, damit Signale zu empfangen, aber auch hier kein Sender gefunden. Erst als ich auf der Terrasse saß, wurden insgesamt knapp 17 Sender gefunden, davon waren nur zwei oder drei interessant. Leider heißt gefunden anscheinend nicht, dass sie auch gut empfangen werden. Wirklich fließend konnte ich nur ZDF anschauen, die anderen Sender hatten eher Standbild mit Ton. Sobald ich in der Wohnung war, fiel dann auch ZDF und der Ton bei den anderen Kanälen weg.

Schade – ich hätte DVB-T gerne eine Chance gegeben und dadurch endlich digitales Fernsehen im Haus gehabt, aber leider ist auch dieser Versuch fehlgeschlagen. Über Kabel geht’s auch nicht, weil der Verteiler im Haus zu alt ist und das die Mitbewohner eher weniger interessiert und Satellitenschüsseln dürfen nicht angebracht werden. Somit werde ich mich noch weiter gedulden müssen, bis digitales Fernsehen in meinem Heim Einzug erhält.

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RSS – warum es (fast) jeder nutzen sollte

Und schon wieder dieser Begriff… Wahrscheinlich hast du ihn schon ein paar mal im Internet gelesen, aber vielen ist er leider noch nicht so richtig geläufig. Bereits vor einem Jahr habe ich schon einmal einen Aufklärungsversuch gestartet. Seit dem Beitrag von damals habe ich nun schon einigen Leuten erklären müssen, was RSS ist und habe inzwischen einen neuen Vergleich gefunden. Der Beitrag damals war eher technisch ausgerichtet. Ich versuche es heute mal anders.

RSS ist wie Zeitunglesen. Das gute daran: Es ist deine Zeitung! Du bestimmst, was rein gehört und was raus fliegt. Am Anfang startest du mit einer völlig leeren Zeitung und musst sie dir dann langsam füllen. Du passt sie nach und nach an deine Bedürfnisse an. Je länger du an ihr arbeitest (hört sich jetzt schwerer an, als es ist), desto mehr enthält sie das, was du wirklich wissen möchtest: Wichtige Informationen aus der Politik, Infos von deinen Freunden, günstige Angebote, Weiterbildungsangebote, fremdsprachige Informationen… Sie kann nahezu alles enthalten, was du möchtest. Wechseln deine Interessen, so fliegen manche Infos raus, dafür kommen andere rein. Die Zeitung richtet sich ganz nach dir.

Viele Internetnutzer haben ein täglich nahezu identisches Surfverhalten im Internet, denn sie klappern eine Liste von Webseiten danach ab, ob sie neue Informationen enthalten oder nicht. Dabei müssen sie jede Internetseite einzeln aufrufen. Viele dieser Internetseiten werden umsonst besucht, weil einfach keine neuen Informationen vorliegen. Wäre es da nicht toll, wenn die Internetseiten dir mitteilen würden, wenn sie neue Inhalte für dich bereithalten? Wäre es nicht toll, wenn du einfach deine Zeitung aufklappen könntest und die neuesten Infos der von dir besuchten Internetseiten stünden einfach dort drin? Wäre das nicht eine Zeitersparnis?

Vielleicht hast du nun Feuer gefangen und würdest dir gerne sofort deine eigene Zeitung zusammenstellen. Ich möchte dir daher erklären, wie das geht. Es muss ja eine Technik geben, die Internetseiten nutzen, um deiner Zeitung mitzuteilen, dass neue Infos bereitstehen. Diese Technik heißt RSS. Deine persönliche Zeitung heißt dann auch nicht Frankfurter Allgemeine oder so, sondern RSS-Reader. In einem RSS-Reader (darauf gehe ich gleich noch genauer ein) hast du die Möglichkeit deine Seiten einzutragen und der RSS-Reader guckt dann bei den Seiten nach, ob neue Beiträge vorhanden sind. Das, was du bisher jeden Tag gemacht hast, nämlich das Ansurfen diverser Internetseiten um zu schauen, ob neue Infos bereitstehen, macht nun dein RSS-Reader. Er schaut für dich auf den Internetseiten nach und präsentiert dir die Neuigkeiten in deiner Zeitung, deinem RSS-Reader.

Es gibt nun zwei verschiedene Arten von RSS-Readern. Zum einen gibt es die RSS-Reader, die du ansurfst wie eine Internetseite. Statt jede Seite einzeln, brauchst du nur noch eine einzige Internetseite zu besuchen. In diesem Reader sind nun alle Internetseiten zusammengefasst. Weil es sich um eine Internetseite handelt kannst du sie von jedem internetfähigen Endgerät aufrufen. Das führt dazu, dass du deine Zeitung z.B. übers Handy auch ganz gut unterwegs lesen kannst – es erfüllt also den vollen Zweck einer Zeitung. Als Online Reader empfehle ich den Google Reader. Sicherlich wirst du aber auch gute Alternativen ausmachen können.

Wenn es dir nicht wichtig ist, deine Zeitung auch von unterwegs abrufen zu können und du auch den Besuch dieser einen Internetseite noch sparen möchtest, dann kannst du die Neuigkeiten auch über ein Programm abrufen. Vorzugsweise z.B. über dein Emailprogramm. Viele Emailprogramme unterstützen RSS inzwischen, mit dabei Microsoft Outlook und Apple Mail. Vielleicht kann dein Emailprogramm auch was mit RSS anfangen?

Wenn du nun die Entscheidung getroffen hast, wie du deine News lesen möchtest, kannst du beginnen. Du besuchst die Webseiten, die du lesen möchtest und guckst nach, ob sie über einen RSS-Feed verfügen. Einen RSS-Feed erkennst du an dem Ausdruck RSS-Feed, oder aber an dem orangefarbenen Zeichen, das in den unterschiedlichsten Ausprägungen auftritt. Wichtig ist die orange Farbe und das Symbol. Hier ein paar Beispiele:

image Ballon_Feed_48x48 Billboard_Feed_48x48 CoffeeCup_Feed_48x48 Newspaper_Feed_48x48 rss1 rss3 rss2

Findest du ein solches Symbol oder die Bezeichnung RSS-Feed, so verbirgt dich dahinter meist der RSS-Feed der von dir besuchten Internetseite. Wenn du darauf klickst, wirst du auf den RSS-Feed geleitet. Hier kopierst du einfach die Adresse aus der Adressleiste deines Browsers. In deinem Reader findest du dann eine Möglichkeit diesen Feed hinzuzufügen.

Wie du mit dem Google Reader startest, habe ich dir bereits vor einem Jahr erklärt. Erklärungen zu RSS mit Outlook und RSS mit Apple Mail gibt es im Netz ebenfalls. Also – fang an, stell dir deine Zeitung zusammen.

Falls du irgendwie nicht weiter kommst oder Fragen hast, dann hinterlass mir doch einfach einen Kommentar. Viel Spaß mir deiner Zeitung.

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PowerPoint Fernbedienung

Da las ich letztens in einem meiner abonnierten Blogs, dass es möglich ist, ein Windows Mobile basierendes Handy als Fernbedienung für PowerPoint einzusetzen. Genutzt wird dazu eine neu mit Windows Vista eingeführte Funktion: SideShow. SideShow ermöglicht es, ein kleines Display anzuschließen, um darauf Informationen anzuzeigen. Einsatzzwecke gibt es es viele, jedoch wird diese Funktionalität bisher kaum genutzt.

Nachdem man Windows Sideshow for Windows Mobile Developer Preview auf seinem Windows Mobile Gerät installiert hat, kann man das SideShow Gadget Office PowerPoint Remote installieren.

Öffnet man dann das Programm Windows SideShow in Vista, so öffnet sich folgendes Fenster:

SideShow

Das Fenster zeigt die verknüpften SideShow Geräte an und gibt die Möglichkeit, die Gadgets auf den Geräten zu aktivieren. Da zu dem Zeitpunkt kein Gadget aktiviert ist, sieht das unter Windows Mobile dann auch so aus, wie links abgebildet. Nach der Aktivierung sieht man das rechte Bild:

SideShow no gadgets Office PowerPoint Remote

Geöffnete PräsentationenÖffnet man eine Präsentation auf dem Rechner, so zeigt SideShow das auf  dem Gerät auch an. Mit einem Klick auf den Kasten, gelangt man zu einer Liste von geöffneten Präsentationen. Die Präsentationen lassen sich mit einem Klick auswählen und starten dann im Vollbild. Auf dem Screen werden dabei dann die aktuelle Folie und die folgende Folie angezeigt (untere Screenshots). Enthält die Folie Notizen, so sind diese ebenfalls auf dem Gerät lesbar (unten rechts).

 

Folienanzeige Folienanzeige mit Notizen

Die Navigation geschieht ganz einfach: Über das Steuerkreuz kann man mit rechts / links zwischen den Folien wechseln und mit oben / unten auf dem Bildschirm scrollen um z.B. alle Notizen zu lesen. Die Kombination aus Windows Vista und Windows Mobile ist also die perfekte Kombination für eine Präsentation, bei der der Laptop beim Beamer stehen kann und der Präsentierende das nicht tun muss. Ich werde es in den nächsten Tagen mehrmals ausprobieren können. Bin gespannt, ob ich dann immer noch begeistert bin. Das einzige, was ich vermisse: Es ist nicht möglich, auf den Folien einen Button zu “klicken” oder so. Man kann also immer nur Mausklick allgemein machen. Vielleicht wird das per Touchscreen noch nachgerüstet…

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Hancock – im Kino gesehen

Gestern habe ich mir Hancock angeschaut. Der neue Film mit Will Smith ist momentan der Renner. In unserem Cinemaxx läuft er momentan in drei Kinos und beginnt im Schnitt jede Stunde. Die Vorschau war eigentlich nicht schlecht:

Dumm nur, dass die Vorschau die besten Szenen bereits enthält. Man kommt daher in den Film und kennt zumindest den ersten Teil schon recht gut. Im zweiten Teil gibt es dann eine überraschende und nicht aus der Vorschau bekannte Wendung, die den Film meiner Meinung nach nicht unbedingt besser macht.

Das Fazit ist, dass der Film zwar gut war, sich aber für einen Kinobesuch eigentlich eher nicht eignet. Der Film enttäuscht zwar nicht, aber überrascht auch nicht besonders positiv. Der Hauptdarsteller sorgt hier wohl nun ein weiteres Mal dafür, dass der Film einen solchen Hype erlangt.

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Die Türkei ist unser Gegner

Gestern spielte die Türkei gegen Kroatien und entschied das Spiel für sich. So langweilig das Spiel war – zum Schluss wurde es interessant. Alle, die da schon ausgeschaltet hatten, wie ich, können sich hier die letzten Minuten noch einmal anschauen. Einfach nur krass, was da in den letzten Sekunden noch abging.

Da bin ich ja mal gespannt, wie das Spiel gegen Deutschland am Mittwochabend verlaufen wird.

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Eurovision Song Contest 2008

Nachdem ich aus den News erfahren habe, dass Deutschland den letzten Platz belegt hat. War ich doch sehr daran interessiert, wie es dazu kam und was die anderen Länder so für Songs brachten. In dieser Woche habe ich mir nun die Aufnahme angesehen und währenddessen ein paar Notizen gemacht.

  • Rumänien startet als erstes mit einer wunderbaren Ballade. Sehr klassisch vom Gesang her erinnert das Stück schon fast an eine Liebesgeschichte aus einem Musical oder so. Auf jeden Fall hat es Stil und Gefühl. Besonders die Überleitung zwischen Vers und Refrain ist nicht Mainstream sondern enthält eigene Ideen und macht den Break dazu zu einer wahren Unterbrechung und einer Aufforderung zum zuhören.
  • Das Vereinigte Königreich brachte so ein bisschen Latin mit. Nach einem guten Start erinnert der Refrain dann aber doch schon wieder eher an Mainstream. Das Stück an sich enthält keine großen Überraschungen und fordert lediglich dazu auf, Party zu machen. Für meinen Geschmack nicht besonders gelungen.
  • Albanien war interessant und vermittelte am Anfang ein Gefühl von 6 gegen 4. Cool gemacht, denn im folgenden hatte man mal das Gefühl eines 4/4 Taktes und dann doch wieder 6/4, auf den sich das Stück spätestens Ende des ersten Refrains einpendelte. Leider hat die Sängerin das Stück etwas zerrissen, da sie nicht ganz sauber gesungen hat, evtl. wegen Monitorproblemen, was auch bei In-Ear-Monitoring nicht auszuschließen ist. Zum Schluss nannte der Moderator den Namen des Stücks: "Liebeskummer in Moll". Ich denke der Titel war musikalisch gut umgesetzt.
  • Deutschland kam mit den No Angels. Das Stück war ein typische Dance-Stück und hielt sich musikalisch ziemlich an Mainstream. Es hält sich größtenteils an eine einfach I-VI-V-IV Verbindung und wirkt daher schnell eintönig. Dazu kommt, dass es (passagenweise) sehr unsauber mehrstimmig gesungen ist, besonders die tiefe Stimme tanzt aus der Reihe. Aber auch bei den Einfällen oder den Soloparts haben sich die No Angels ziemliche Schnitzer erlaubt. Vielleicht kann man es auch hier auf das schlechte Monitoring schieben, aber gut war der Auftritt leider wirklich nicht: Langweiliges Lied schlecht intoniert. Für ein bisschen Unterhaltung vielleicht gut, aber für einen internationalen Wettbewerb eher ungeeignet.
  • Armenien hatte was fremdartiges, landestypisches mitgebracht. Die Frau hat gut gesungen, der Mann, der abschnittsweise für die zweite Stimme eingesetzt war, hat sich leider etwas schwer getan und war daher auch immer mal wieder unsauber. Obwohl etwas fremdartig verbreitet es mehr gute Laune als das Lied der No Angels.
  • Bosnien beginnt mit so was wie ner Beschwörung oder Rap oder so was. Auf jeden Fall interessant. Auch das Bühnenbild war ungewöhnlich inszeniert. Ungewöhnlich auch, dass man immer wieder auf lediglich zwei Akkorden rumreitet, unterbrochen lediglich durch einen Break hier und da. Also mal was ganz anderes, was mich aber nicht wirklich überzeugen kann. Dafür aber sauber intoniert.
  • Israel beginnt sehr fremdartig und auch durch den restlichen Vers und auch teilweise durch den Refrain zieht sich die für uns etwas leiernd klingende Singweise. Der Refrain ist dafür stark Mainstream Pop, aber hat trotzdem etwas und klingt nicht wie ein Bruch mit dem Rest des Liedes. Die Bridge erinnert dann doch wieder an die fremde Kultur aus der das Lied kommt. Insgesamt interessant und eher gut als schlecht denke ich.
  • Finnland kommt mit sehr harter Musik, die meinem Musikgeschmack einfach nicht entspricht, deswegen kann ich dazu nicht viel sagen. Es ist jedoch durchaus sehr professionell präsentiert und sauber intoniert.
  • Kroatien bringt was mit Bossa Nova Einflüssen mit. Das Lied ist geprägt von interessanten musikalischen und darstellenden Ideen. Auch hier könnte man ziemlich sicher die Region bestimmen aus der das Lied kommt. Der Gesang ist gut präsentiert und nahezu fehlerlos.
  • Polen bringt eine absolute Ballade. Auch wenn das Lied eher einfach gehalten ist, überzeugt die Sängerin doch mit einer brillanten, ausdrucksstarken Stimme, die perfekt intoniert jeden Ton trifft. Vom Gesang her hat mich dieses Lied am bisher am meisten überzeugt. Und auch wenn die musikalische Umsetzung stark Mainstream ist, so ist sie wenigstens gut und fehlerlos.
  • Island mit einem Song wie Bohlen in alten Zeiten. Ungefähr genauso gut oder schlecht wie damals, je nachdem wie man das sehen mag. Aber meiner Meinung wesentlich besser gesungen als er das damals gemacht hat. Ansonsten nichts ungewöhnliches oder überraschendes. Das Lied hält sich stark an die Standards.
  • Türkei hätte ich nicht so rockig erwartet. Interessant ist die Kombination der Harmonien. Auf eine solche Kreation würde man bei uns wohl eher nicht kommen. Außer einer guten Präsentation kann ich dem Lied aber nicht mehr abgewinnen.
  • Der Vortrag von Portugal erinnert an ein Musical oder ein Schauspiel. Sehr theatralisch vorgetragen. Irgendwie eine Mischung aus Sehnsucht und Abschied. Gut gesungen aber für unsere Breitengrade etwas zu traurig geraten. Trotzdem musikalisch nicht schlecht, sondern interessant und so gar nicht Mainstream.
  • Lettland kommt mit einer Uptemponummer die oftmals nicht gut intoniert ist und macht einen auf Piratennummer. Der Song macht zwar Stimmung ist aber von den Harmonien her keine große Überraschung und leckt oft an Ideen. Zudem ist er meiner Meinung nach stimmlich schlecht präsentiert. Außerdem hat er eine Bridge, in der man anscheinend musikalisch nichts umzusetzen weiß. Für mich eher ein mittelmäßiger Beitrag.
  • Schweden überrascht mich bisher am negativsten: Ein schlechter Song und auch noch schlecht präsentiert. Trotzdem hat er eine leicht einprägsame Melodie mit Ohrwurmcharakter. Wenigstens in der Mehrstimmigkeit passt es und es für den Wettbewerb verhältnismäßig sauber. Schön.
  • Dänemark erinnert mich irgendwie an Sascha. Aber der Song macht gute Laune und ist was anderes. Das finde ich sehr positiv. Musikalisch ist zwar auch dieser Song für seinen Stil irgendwie Standard, aber es stecken Ideen drin und das ist leider nicht bei allen Teilnehmern so. Außerdem ist die Bridge durchaus gelungen.
  • Georgien hat einen sehr interessanten Artikel im Gepäck. Klingt im Vers irgendwie etwas traurig und im Refrain dann sehr heroisch, ja fast schon kriegerisch. Das Lied hat Ohrwurmcharakter, obwohl es nicht die typischen Harmonien verwendet.
  • Die Ukraine bringt Danceeinfluss mit. Das Lied ist sehr modern und besteht im Vers lediglich aus einem einzigen Akkord. Ähnlich einfach ist der Refrain aufgebaut. In dem Song stecken nicht viele Ideen und somit ist er musikalisch nicht besonders interessant. Einzig die Show ist nicht schlecht.
  • Frankreich bringt einen kleinen Background Chor, der ein bisschen leiert. Ob gewollt oder nicht kann ich nicht beurteilen. Gibt dem Lied so ein bisschen Alter und Erfahrenheit. Musikalisch passiert zwar nicht viel, aber trotzdem ist es interessant. Lange hält die Begeisterung aber nicht an, da sich nicht viel ändert, so wird das Lied schnell langweilig. Insgesamt viel zu Ideenlos für einen Wettbewerb. Dementsprechend ist auch der Applaus eher verhalten.
  • Aserbaidschan hat einen sehr komischen Beginn. Musikalisch finde ich die Stimmen eher nervend als schön. Harmonisch bringt das Lied auch keine großen Überraschungen mit sich. Auch zwischendrin johlt der eine Mann immer wieder in den höchsten Tönen – vielleicht ist das in Aserbaidschan ein Volkssport, aber international ist es eher ungewohnt und kommt meiner Meinung nicht gut an. Ein sehr skurriler Auftritt meiner Meinung nach.
  • Griechenland macht’s ganz cool. Ein meiner Meinung nach gelunger Mix zwischen traditioneller Musik, R’n'B und Pop. Leider musikalisch auch eher Mainstream, aber nicht Ideenlos. Auch dieses Lied geht ins Ohr und bleibt eine Weile dort. Vielleicht ein bisschen zu einfach für so einen Wettbewerb aber generell die richtige Richtung. Der Break ist gut ausgeführt und weckt noch mal auf. Auch wenn danach doch nur wieder das kommt, was man schon kennt, ist es doch eine gelungene Unterbrechung.
  • Der Komiker aus Spanien ist einfach nur komisch. Auch wenn ich den Beitrag eher als Comedyeinlage abtun würde, so ist er doch musikalisch zumindest von dem Grundbeat her gar nicht schlecht. Aber auch hier wieder das gleiche Problem: Der Song wird ziemlich schnell langweilig.
  • Serbiens Song leiert von der Musik her schon. Leider passt sich die Stimme dem immer wieder an. Dem Lied fehlt es insgesamt an Spannung. Es ist die ganze Zeit einfach ruhig. Für einen Wettbewerb eher ungeeignet. Musikalisch trotzdem interessant umgesetzt.
  • Russland geht voll auf Pop & R’n'B Mix. Außer, dass der Song insgesamt etwas übertrieben in jeglicher Hinsicht ist (auch Bühnentechnisch) ist er grundsätzlich erst mal nicht schlecht. Der Sänger weiß, was er tut.
  • Norwegen hat einfach viele hübsche Frauen… Aber das tut hier erst mal nichts zur Sache. Schön, dass die was eigenes mithaben, was ganz nicht so Mainstream ist. Musikalisch ist die Umsetzung sehr gut gelungen und die Sängerinnen und Sänger treffen ihre Töne, so entsteht ein schöner Gesamtklang, der wirklich Wettbewerbstauglich ist. Wenn mehr Beiträge dieser Qualität enthalten wären, hätte das anhören insgesamt mehr Freude gemacht. Zum Ende hin könnte der Song etwas Ideenreicher sein, dennoch sehr gut.

Damit habe ich mir nun alle 25 Songs angehört. Grund dieser ganzen Geschichte war ja der letzte Platz, den Deutschland belegt hat. Nachdem ich nun alles gehört habe, muss ich sagen, dass der letzte Platz zurecht an Deutschland geht. Es handelt sich immerhin um einen Musikwettbewerb und musikalisch waren die No Angels sicherlich am schlechtesten. Das kann sicher technische Gründe habe, aber darüber wissen wir halt nichts.

Schade dass einige meiner Meinung nach musikalisch interessante Beiträge auf den hinteren Plätzen landen. Es gehört halt leider nicht nur ein gutes Lied zum Gewinn, sondern auch eine gute Show.

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Urheberrecht im Alltag

Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet seit Anfang April ein Werk an, welches sich meiner Meinung nach zu lesen lohnt. Der Titel lautet "Urheberrecht im Alltag – kopieren, bearbeiten, selber machen". Für ganze zwei Euro Versand bekommt man das 385 Seiten starke Buch, in dem alles erklärt ist, was man als Privatanwender über Urheberrechte wissen muss.

Das Buch enthält überarbeitete Texte der Internetseite www.irights.info. Die Seite betitelt sich selber mit "Urheberrechte in der digitalen Welt". Soweit ich das Buch bisher gelesen habe, sind die Texte verständlich geschrieben und geben gut Auskunft über das, was erlaubt ist. Ganz klar werden auch nicht erlaubte und ungeklärte Sachverhalte dargestellt. Insgesamt ist es sehr kurzweilig geschrieben und meist anhand eines Beispiels verdeutlicht.

Eine Inhaltsübersicht:

  1. Einleitung
  2. Privat kopieren
    1. Brennen
    2. Tauschen
    3. Kaufen & Verkaufen
  3. Selber machen
    1. Musik
    2. Senden
    3. Texte
    4. Bilder
    5. Filme
    6. Software
    7. Was noch?
  4. Bearbeiten
    1. Sound
    2. Computerspiele
  5. Freie Kulturen
  6. Hintergrund
    1. Gesetzgebung
    2. Rechtliche Praxis
    3. Wirtschaft
    4. Kultur
    5. Technik
  7. Anhang

Ich bin gerade bei 2.2 Tauschen, damit habe ich bereits die ersten 42 Seiten hinter mir gelassen. Das hat jedoch gereicht, um mich dazu zu bringen, euch dieses Buch nicht länger vorenthalten zu wollen. Für zwei Euro wisst ihr also in Zukunft über eure Rechte Bescheid.

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Die Wii Remote

Seit einigen Tagen habe ich ja die Wii. Immer wieder fasziniert mit die Wii Remote (der Controller der Wii). Viele Spiele setzen die in ihr verwendeten Techniken sehr konsequent um, was zu einem völlig anderen Spielgefühl führt. Die Wii Remote erkennt Drehung, Neigung und Beschleunigung. Zusätzlich kann man mit ihr noch auf Elemente auf dem Bildschirm zeigen. Ein integrierter Lautsprecher und Motor (für Vibrationen) beziehen die Wii Remote in das Spielgeschehen ein. Für die Erkennung der teilweise komplexen Bewegungen sind einige Sensoren und Funktechnologien notwendig:

  • Eine Sensorleiste wird mittig auf dem Fernseher oder vor dem Fernseher platziert. Diese beherbergt Infrarot LEDs. Eine Infrarotkamera an der Wii Remote kann durch die Verwertung der Infrarotsignale die Position relativ zum Bildschirm bestimmen.
  • Ein Beschleunigungssensor erkennt die Veränderung der Bewegung in allen drei Achsen.
  • Die Kommunikation zwischen der Wii Remote und der Wii Konsole erfolgt über Bluetooth. Dabei wurde die kleine Version verbaut, die lediglich einen maximalen Abstand von 10m erlaubt, was während des Spielens aber keinen Nachteil hat.
  • Die Wii Remote verfügt über einen internen Speicher, auf dem man seine Spielfiguren oder Controllereigenschaften (Umkehrung der Y-Achse) speichern kann.

Die Wii Remote ist also durchaus sehr gut durchdacht. Durch die interessant kombinierten Techniken und Bluetooth als Standard für die Datenübertragung, wurde bereits mehrfach demonstriert, was man damit noch alles anstellen könnte. Interessant ist dabei dieses Video:

 

Es wird demonstriert, wie man mit den Techniken der Wii Remote auf einmal völlig andere Möglichkeiten in 3D Modellen am PC hätte. Leider auf englisch, aber sehr eindrucksvoll. Ich bin gespannt, wann ähnliche Bedienkonzepte Einzug in den PC Alltag halten werden.

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Die Wii an einen TFT anschließen

Ich habe mit dem Thema ja noch nicht abgeschlossen. Da meine Wii immer noch nicht ohne Umweg über den PC an meinem TFT läuft, habe ich mich heute mal ein wenig im Internet schlau gemacht. Dabei habe ich in einem Forum einen Beitrag gefunden, der so gut und so ausführlich war, dass ich ihn hier in voller Länge zitieren möchte. Geschrieben wurde er von einem Fuzzy, der seit über einem Jahr in dem Forum nicht mehr aktiv war. Ich hoffe er ist mit einer Veröffentlichung hier einverstanden. Der Beitrag stammt vom Januar 2007:

Erstmal: Ich bin kein Experte. Alles was hier steht weiß ich von Freunden, Foren, Google, Wikipedia und sonstige Internetquellen. Das heißt ergo, dass der Text einige Fehler enthalten könnte. Falls ihr einen entdeckt, bitte kurz Bescheid sagen, am Besten mit Quellenangabe.

1. Grundlagen

Prinzipiell nimmt das Bild folgenden Weg vom Gerät zum Bildschirm: Das Gerät sendet ein Ausgangssignal [A], das über ein Kabel übertragen wird [B], welches dann schließlich von irgendeinem Darstellungsgerät [C] angezeigt wird. Hier sollte euch vor allem klar sein, dass von A nach C der schwächste Teil die Qualitätsobergrenze legt! Z.B.: Ein super Signal von einer Top DVD und ein extrem teurer LCD Fernseher bringen alles nichts, wenn ihr ein schlechtes Kabel verwendet!

zu [A]: das Ausgangssignal wird (u.a.) durch Auflösung, Zeilendarstellungsverfahren und Wiederholungsrate spezifiziert. Anders als bei PCs gibt man die Auflösung hierbei anhand der horizontalen Zeilen an. 480 Zeilen entspricht dabei der Auflösung 640×480 (4:3). 720 Zeilen ist üblicherweise 1280×720 (16:9). Hinsichtlich Zeilendarstellung unterscheidet man progressiv (Vollzeilendarstellung) und interlaced (Halbzeilendarstellung). Bei progressiv werden bei jeder Bildwiederholung alle Zeilen dargestellt. Bei interlaced werden im ersten Bild alle ungeraden, im zweiten alle geraden dargestellt. Die Wiederholungsrate gibt an, wie oft innerhalb einer Sekunde ein Bild angezeigt wird. 50Hz sind ergo 50 Bildwiederholungen in der Sekunde. 50Hz interlaced wären also nur 25 Vollbilder. Setzt man das alles zusammen, ergibt sich eine übliche Konvention der Beschreibung des Ausgangssignal. Z.B.: 480i60 = 640×480 interlaced 60Hz (=NTSC Fernsehstandard) oder 576i50 = 768×576 interlaced 50Hz (=PAL Fernsehstandard).

zu [B]: Erstmal werden bei Kabeln zwei prinzipielle Übertragungarten unterschieden: analog und digital. Digital ist hier überlegen, weil (nahezu?) verlustfrei. Bei analoger Übertragung spielt die Kabelqualität eine große Rolle (das weiß z.B. jeder Lautsprecherfan, der Unsummen in daumendicke Monsterkabel investiert).
Dann ist die Kodierung des Signals von Interesse. Ohne Experte zu sein, dürfte die Kodierung regeln, welche Bildinformation wie auf dem Kabel kodiert, bzw. verteilt ist. Da gibt es z.B. YUV, YPbPr, RGB, RGBHV etc. Wie das im Einzelnen funktioniert, übersteigt meinen Horizont, wichtig ist vor allem: wenn das Darstellungsgerät mit der Signalkodierung nicht zurecht kommt, gibt’s Probleme! I.d.R. ist eine Signalkodierung an die Steckerart gekoppelt, daher gleich mehr.
Die Steckerart ist einfach die physische Ausgestaltung des Anschlusses. Da hätten wir dann z.B. Compositeeingang, Componenteneingang, D-Sub (üblicherweise als VGA bezeichnet), Scart, HDMI etc.
Für die Wii ergeben sich folgende relevanten Stecker/Signalkodierungskombinationen:

  • Composite – YUV
  • Scart – RGB (auch YUV)
  • Mini DIN – S-Video
  • Componenten – YPbPr (Componentenkabel werden oft inkorrekt als YUV bezeichnet!)
  • VGA (D-Sub) – RGBHV (auch RGB)

Jede dieser Kabelarten hat (bandbreitenbedingt) eine gewisse Maximalauflösung. Composite, Scart und S-Video machen schon bei 480i bzw. 576i Schluss. Das heißt, mit solch einem Kabel ist 480p einfach nicht möglich. Componenten und VGA Kabel sind zu deutlich höheren Auflösungen in der Lage. Neben der maximalen Auflösung ist natürlich auch die Bandbreite des Kabels und Signalkodierung Qualitätsentscheidend. Composite gilt als schlechteste Qualität (nur ein Kabelstrang, keine Signaltrennung). Besser ist S-Video (weil getrennte Farb/Helligkeitsübertragung). Noch einen Tick besser als S-Video ist RGB (wie der Name sagt Trennung der drei Farbteile). Deutlich besser wird die Qualität dann bei Componenten und VGA. HDMI oder DVI sind natürlich die besten Varianten, aber das ist nicht relevant für die Wii.

zu [C]:
Bei den Darstellungsgeräten könnte man natürlich Seiten über die Vor- und Nachteile füllen, daher hier nur das wichtigste:
Der klassische Röhrenfernseher stellt maximal 480i und 576i dar. Anschlüsse sind bei modernen Geräten i.d.R. Composite und Scart. Unterstütze Formate YUV und RGB. Es gibt mittlerweile sogar Röhrenfernseher, die HDTV untersützen, also auch 480p, 720p und 1080i.
LCD Fernseher haben eine native Auflösung (oft 720p). Andere Auflösungen werden interpoliert. Anschließen kann man i.d.R. Composite, Scart und Componenten. Es wird also YUV, RGB und YPbPr unterstützt. Ich nehme mal an, dass einige Geräte auch HDMI haben, aber wie gesagt: für Wii nicht interessant. Meines Wissens können LCD Geräte kein interlaced darstellen. Liegt ein interlaced Signal vor, wird das Signal vom Fernseher auf progressiv hochgerechnet. Dadurch haben schnelle Videospiele, die per Composite (also 480i oder 576i) angeschlossen werden oft noch höhere Verzögerungszeiten, weil das Bild noch hochgerechnet werden muss. Ich hab mal Guitar Hero auf der PS2 auf einem LCD Fernseher gespielt und fand die Verzögerungszeit schrecklich.
Mit Plasmafernseher kenne ich mich nicht besonders aus, aber bis auf die native Auflösung müsste das von den LCD Fernsehern in etwa auch gelten.
Dann hätten wir noch die Computermonitore. In Sachen Auflösung natürlich die Platzhirsche. Die brauchen als Signal RGBHV, können also eigentlich nicht von der Wii mit einem Signal versorgt werden. Auch stellen Monitore interlaced entweder sehr schlecht (unspielbar schlecht!) oder gar nicht dar. Daher können Monitore nur über Umweg benutzt werden (VGA Box oder TV Karte) und haben dann auch Einschränkungen.

2. Was soll denn dieser 480p-Fetischismus!?
Auch wenn die Auflösung unverändert ist, ist ein 480p60 Bild gegenüber 480i60 und 576i50 meiner Meinung nach deutlich besser und rechtfertig einen kleinen Zeit- und Geldaufwand. Interlaced neigt zu sehr starkem Flimmern. Außerdem fransen Kanten aus, das Bild ist unruhig. Bei Vollzeilendarstellung wirkt das Bild schärfer und flimmert nicht so. Insbesondere bei Text merkte ich große Unterschiede. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ich lange einen Titel spiele, bei dem man konzentiert auf den Fernseher schauen muss (Herzteile suchen bei Zelda z.B.) dann dröhnt mir nach ein paar Stunden ordentlich die Birne. Bei 480p ist das nicht der Fall und ich habe tatsächlich mehr Spaß am Zocken!

3. Ausgangssignale der Wii
Die Europäische Wii kann drei Ausgangssignale liefern: 480i60, 576i50 und 480p60. Allerdings unterstützt nicht jede Software jede Auflösung! PAL Spiele unterstützen in jedem Fall 576i50, in den allermeisten Fällen 480i60 und bei aktuellen Wii-Titeln in vielen Fällen 480p60 (Von den Launchtiteln unterstützt wohl z.B. Rayman RR kein 480p, auch wenn ich das nicht selbst getestet habe!).
Während die Wiispiele also in den meisten Fällen 480i, 576i und 480p liefern, sieht das bei VC-Titeln und GC-Titeln mit 480p mau aus! VC Titel unterstützen nur 480i. Auch für Besitzer von PAL GC Spielen sieht’s düster aus: Zwar unterstützen einige NTSC GC Spiele 480p, aber aus unerfindlichen Gründen wird das von PAL Titeln nicht unterstützt (!).
Denkt auch daran, dass ihr in den Wii Systemeinstellungen die Auflösung wählen müsst. Also nicht Componentenkabel verwenden und dann vergessen, 480p einzustellen!
Die Signalkodierungen der Europäischen Wii umfassen YUV, RGB und YPbPr. Die XBox360 kann z.B. einfach mit einem VGA Kabel an den Monitor geklemmt werden, weil die XBox360 RGBHV ausgeben kann. So etwas ist bei der Wii nicht möglich, weil Computermonitor YUV, RGB oder YPbPr nicht verarbeiten können (Dazu in Teil 5 und 6 mehr).

4. Unterstützte Kabelarten der Wii
Für die PAL Wii werden drei Kabelarten unterstützt: Composite (YUV), Scart (RGB) und Componenten (YPbPr). Die NTSC Wii hat statt (!) RGB ein S-Videokabel. Die japanische Wii hat noch ein weiteres Kabel, aber puh, fragt nicht, was genau. Falls jemand nicht weiß, woran man die Kabel optisch unterscheiden kann: das im Lieferumfang enthaltene Kabel ist eine Compositekabel. Das Bild wird über einen Cinchstecker geliefert. Scartkabel sind die breiten Stecker mit schräger Kante und zwei Reihen vieler etwas breiterer Pins. Das Componentenkabel hält drei Cinchstecker fürs Bild bereit. RGB und Componentenkabel gibt’s von Nintendo und kosten 30 Euro. Gibt’s auch von Drittherstellern etwas billiger.
Per Composite oder RGB Kabel könnt ihr 480p natürlich nicht darstellen. Entsprechend ist, falls die Wii so angeschlossen ist, 480p als Darstellungsvariante nicht auswählbar.

5. VGA Box Grundlagen
Ziel der VGA Boxen ist es, ein von Computermonitoren verwertbares Signal zu liefern. Also progressiv und RGBHV-kodiert.
Die meisten VGA Boxen haben i.d.R. einen Compositeeingang und berechnen aus einem interlaced Signal ein progressiv Signal ("Deinterlacing"). Zusätzlich muss das Ausgangssignal auf RGBHV umkodiert werden ("Transcoding"). Boxen dieser Machart haben zwei zentrale Nachteile: 1. Da diese nur einen Compositeeingang haben, ist das Ausgangsignal nur 480i! Das zweite große Problem ist, dass das Deinterlacing dilettantisch programmiert wird und i.d.R. schlechte Qualität liefert. Erst Profi-boxen für 300 Euro aufwärts beherrschen ein solches Deinterlacing auf hohem Niveau. Der große Vorteil dieser VGA Boxen ist auf der anderen Seite, dass sie auch aus 480i 480p berechnen können, man also auch interlaced Software spielen kann.
Es gibt aber auch VGA Boxen, die einen Componenteneingang haben und keine Deinterlacerfunktion. Hier wird lediglich die Signalkodierung von YPbPr auf RGBHV vorgenommen. Ein 480i YPbPr Signal wird also als 480i RGBHV ausgegeben, ein 480p YPbPr als 480p RGBHV usw. Daher nennt man solche Boxen auch Transcoder. Der signifikante Vorteil dieser Boxen ist, dass ein echtes 480p Signal vorliegt und dieses sehr verlustarm weitergegeben wird. Der große Nachteil dieser Boxen ist, dass wenn das Signal nicht schon progressiv vorliegt ein Spielen nicht möglich ist, weil der Monitor entweder schwarz bleibt (CRT) oder sehr schlechtes Bild hat (manche TFT)

6. TV-Karten
Ich kenne mich nicht besonders damit aus, aber an sich macht die TV-Karte, wenn man sie mit 480i speist, nichts anders als die 1. Art der VGA Box. Eine gute TV-Karte macht das wahrscheinlich besser als eine billige VGA Box mit Deinterlacer. Da die europäische Wii kein S-Video Kabel anbietet, muss man auch hier auf Composite zurückgreifen. Außerdem hat man den Nachteil, dass der Rechner laufen muss, was bei einer VGA Box nicht der Fall ist.

7. Was ist denn nun das beste?
Ui, schwierig, weil sehr subjektiv. Aber ich würde folgende Empfehlungen machen:

  • A. Ihr seid extrem geizig und legt keinen besonderen Wert auf Bildqualität
    -> einfach weiterspielen, hauptsache Bild.
  • B. Ihr habt einen soliden Röhrenfernseher und legt Wert auf euer Bild.
    -> kauft euch ein RGB-Kabel. Der Unterschied ist nicht riesig, aber da. Und 20-30 Euro ist nicht die Welt. Diejenigen, die ihre Wii über die 2 Stereo Cinch in einem Verstärker hatten, sollten darauf achten, dass sie ein RGB-Kabel kaufen, das die zwei Audiostränge extra führt (was bei dem Nintendokabel z.B. nicht der Fall ist)
  • C. Ihr habt einen HDTV Fernseher
    -> Unbedingt ein Componentenkabel kaufen. Gerade bei HDTV-Fernsehern ist der Unterschied enorm zum Compositekabel. Und nicht vergessen, die Wii auf 480p zu stellen! Freut euch, bessere Bildqualität kitzelt ihr aus eurer Wii nicht raus. Und das sollte 20-30 Euro wert sein.
  • D. Ihr habt einen mäßigen Röhrenfernseher, einen ausgezeichneten TFT-Monitor, könnt auf GC und VC Spiele verzichten und scheut euch nicht, ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen
    -> Holt euch eine Transcoder VGA Box und das Componentenkabel. Achtung!!! Bei meinem TFT ging das wunderbar, auf dem Samsung 930BF von MrWii nicht! Welche Monitore das nun können, konnten wir bis dato nicht ermitteln. Und: Wenn Spiele kein 480i unterstützen geht es nicht! Ich kenne die Mayflash YPbPr to RGBHV VGA Box und die VDigi VD-Z3. Die VDigi ist der Mayflash qualitativ überlegen und wesentlich schwieriger zu bekommen. Mit Componentenkabel seid ihr dann so bei 80-90 Euro.
  • E. Ihr wollt unbedingt auf dem Computermonitor spielen und wollt auf keinen Fall auf 480i Software verzichten
    -> Eigentlich würde ich sagen: Nehmt einen Fernseher! Aber für die, die aus irgendeinem Grund (besitzen keinen Fernseher?) unbedingt auf einem Monitor spielen wollen und nicht auf 480i Software verzichten können, gibt es die Möglichkeit, eine TV-Karte oder eine VGA Box mit Deinterlacer zu benutzen. Das Bild dürfte nicht besser sein als auf einem guten Fernseher per RGB, je nach Hardware in den meisten Fallen wahrscheinlich schlechter!

Zu Varianten D und E gibt es nur sehr wenige Erfahrungen, daher ist es mit einem gewissen Risiko verbunden, ob gerade eure Hardwarekombination vielleicht gerade nicht geht oder nur schlecht geht!
Qualitativ würde ich die Anschlussvarianten wie folgt einordnen, wobei ich allerdings nicht alle Varianten persönlich gesehen habe (Deinterlacer Box und TV Karte). Von oben nach unten wirds besser. Bitte kein Bashing, das ist meine Meinung und natürlich also solche sehr subjektiv! Innerhalb der Anschlussvarianten mit Composite/RGB bestehen keine großen Unterschiede. Der Sprung von Composite/RGB auf Componenten ist deutlicher, weil nur so 480p ausgegeben werden kann. Ich lege besonders Wert auf eine Darstellung ohne Verschwimmen und ohne Flimmern.

  • Schlechter HDTV per Composite
  • Schlechter SDTV per Composite
  • Schlechter SDTV per RGB
  • Monitor + VGA Box mit Deinterlacer per Composite
  • Monitor + TV Karte per Composite
  • Guter SDTV per Composite
  • Guter HDTV per Composite
  • Guter SDTV per RGB
  • Guter Monitor + VGA Box Transcoder per Componenten; kein interlaced möglich!
  • Guter HDTV per Componenten

Ich würde den guten Menschen so gerne verlinken, konnte aber nirgends einen Link zu seiner Seite oder so finden. Vielen Dank für deine Arbeit!

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