Sicht eines Windows-Users: Nach vier Wochen iPad 3

Ja: Ich habe ein iPad. In meinem Bekanntenkreis ist man darüber sehr verwundert und belächelt mich wohl auch etwas, so in die Richtung: Der Microsoft-Vertreter ist wohl nun doch schwach geworden (ich habe sonst auf allen meinen Rechnern aus Überzeugung Microsoft Windows). Meine Entscheidung zum Kauf war jedoch rein rational und gut und lange überdacht. Natürlich war ich gespannt, wie sich dieses Gerät in meine totale Windows-Umgebung integrieren würde, aber nach den ersten vier Wochen möchte ich das iPad nicht mehr hergeben. Wahrscheinlich weniger, weil es ein Apple ist, als mehr weil es ein Tablet ist.

Wie kam es zu meiner Entscheidung ein Tablet zu kaufen?

Mein alter eeePC 1000H aus meiner Studienzeit hatte ausgedient. Der Akku lief nicht mehr wirklich lange und auch sonst zeigten sich die Gebrauchsspuren. So entschloss ich mich bereits im Oktober letzten Jahres einen Ersatz zu besorgen und mir war von vornherein klar, dass es ein Tablet werden würde. Mein geplanter Haupteinsatzzweck für das Gerät war das Sofa und da ist eine Hardwaretastatur mehr als hinderlich. Als ich mich dann aber auf dem Tablet-Markt umsah, gab es da nichts, was in meiner Preisklasse meinen Vorstellungen entsprach. Klar gibt es zwei Geräte, die als Tablet mit Stift und mit Windows sehr attraktiv sind, aber der eee Slate von Asus ist mit 900 EUR schon relativ teuer und kann mit ca. 3,5 Std. Akkulaufzeit nicht wirklich überzeugen und der Serie 7 Slate PC von Samsung ist zwar durchaus sehr interessant mit sechs Stunden Akkulaufzeit, aber mit 1300 EUR auch sehr teuer. Auch das iPad 2 konnte mich seinerzeit nicht begeistern: Wenn ich davor stand fiel mir die Displayauflösung sofort als negativ auf und damit war das Gerät aus der Liste möglicher Produkte abgeschrieben, denn selbst günstigere Geräte wie das MSI WindPad 100W oder der Acer Iconia Tab W hatten eine höhere Displayauflösung als das iPad. Eigentlich wollte ich das Tablet zu Weihnachten kaufen, aber da es aber nichts wirklich interessantes gab, verschob ich den Kauf vermeintlich auf die Einführung von Windows 8. Als dann im Februar gemunkelt wurde, dass das iPad 3 von Apple im März vorgestellt wird, war ich natürlich sehr interessiert. Es bewahrheitete sich, dass mein größter Kritikpunkt – die Displayauflösung – mit dem iPad 3 behoben wurde und das iPad somit wieder im Rennen war. Lediglich die Integration in meine Windows Welt würde wohl spannend werden. Ich entschied mich trotzdem zum Kauf, wohlwissend, dass ich ein Rückgaberecht hatte. Zudem sind Produkte von Apple ja auch relativ gut wieder zu verkaufen, daher hatte ich nichts zu verlieren.

Positives und Negatives zum iPad 3

Positives berichten alle im Internet. Ich habe vor meiner Kaufentscheidung relativ wenig negatives über das iPad gelesen. Daher möchte ich meinen Artikel heute bewusst dazu nutzen, um Kritik an einigen Punkten zu üben, die nicht wirklich gut durchdacht sind, oder aber in meiner bisherigen Welt zu Problemen und Schwierigkeiten führen. Trotzdem muss man natürlich auch kurz auf die Stärken eingehen, die bei mir zur Kaufentscheidung geführt haben.

Positives zum iPad 3: Akkulaufzeit

An erster Stelle ist dies die Akkulaufzeit. Mit dem iPad 3 kann ich 9-10 Stunden arbeiten. Das mache ich eigentlich nie am Stück, aber im Endeffekt bedeutet das, dass ich es viel seltener aufladen muss als einen herkömmlichen Laptop oder Slate PC. Außerdem kann ich mich auf kurze Reisen begeben, ohne gleich das Ladegerät einpacken zu müssen. Mein Ziel war es, hier besser zu werden, als das mit dem eeePC war. Dort hatte ich beim Kauf seinerzeit 6,5 Stunden Akkulaufzeit. Dass das iPad dies nun erheblich toppt, gefällt mir gut und war auch schon beim iPad 2 einer der wesentlichen Pluspunkte des Geräts.

Positives zum iPad 3: Displayauflösung

An zweiter Stelle folgt natürlich die Wahnsinnsauflösung. Zwei Screenshots dazu, um das zu verdeutlichen (ich habe die Bilder extra in Originalgröße hinterlegt, auch wenn das laden etwas länger dauert. Die weiteren Screenshots werde ich verkleinern):

Paper auf dem iPad

Tagesschau in Flipboard auf dem iPad

Mit diesem Display ist es echt krass, wie scharf die Texte dargestellt werden. Das erste Mal in meinem Leben lese ich die über die Jahre gesammelten eBooks auch wirklich. Es ist sehr angenehm auf dem Display zu lesen und wenn man länger liest, vergisst man sogar, dass man nicht von Papier sondern von einem Display liest. Mit den entsprechenden Apps kann man sich auch nahezu jede beliebige Internetseite als Magazin darstellen lassen und so macht das Lesen sogar noch Spaß.

Positives zum iPad 3: Qualität der Apps

Allgemein muss man die Qualität der Applikationen wirklich loben. Ich kenne nun inzwischen zwei Mobilsysteme (Windows Phone und iOS, in der nächsten Woche kommt Android dazu), muss aber anerkennen, dass iOS bezüglich der Applikationen die Nase wirklich weit vorne hat. Dabei habe ich durchaus den Vergleich durch Apps, die es sowohl für Windows Phone, als auch für iOS gibt.

Die Bahn-App auf dem iPad

Positives zum iPad 3: Zubehör

Das Zubehör für die Geräte von Apple ist sehr vielfältig. Da es eine große Kundschaft für wenige Formfaktoren gibt, lohnt es sich, Zubehör mit Grips zu entwickeln, da dieses sich dann häufig verkauft. So habe ich mir inzwischen eine Hülle zugelegt, die mich absolut begeistert.

Die Hülle kann als Ständer für das iPad benutzt werden

Die Optik der Hülle ist sehr ansprechend gestaltet

Natürlich lassen sich die Zubehörhersteller ihre Arbeit aber auch entsprechend vergüten: Ist ja Zubehör für einen Apple

Positives zum iPad 3: Gewicht

Das Gewicht überzeugt absolut. Ich hätte zwar nicht gedacht, dass selbst 650 Gramm auf Dauer so schwer sein können, aber mit diesem Fliegengewicht, ist Apple mit dem iPad auch in dieser Kategorie momentan Marktführer.

Negatives zum iPad 3: Der Preis

Nun, an erster Stelle steht hier der Preis. In der 16GB Version mag der Preis zwar noch human sein, aber dass man für 64GB dann 200 EUR mehr zahlen soll?? 64GB schneller Speicher liegt auf dem Markt weit unter 200 EUR. Leider ist mit der hohen Displayauflösung auch der Speicherbedarf von Apps gestiegen. Dies habe ich mir bereits vor dem Kauf gedacht, weil vierfache Auflösung, auch vierfache Dateigröße für Grafiken bedeutet. Da ich auch viel mit Fotos auf dem iPad machen möchte, habe ich mich trotz des Preises für die 64GB entschieden. Dies erweist sich im alltäglichen Gebrauch auch als die richtige Entscheidung, denn aktuell sind ohne große Fotozwischenspeicherung nur noch 31GB verfügbar, damit wäre die 32GB Version schon jetzt zu klein. Trotzdem bleibt der Preis ein klarer Kritikpunkt, da für die vollständige Nutzung der Funktionalitäten viele weitere Apps gekauft werden müssen. Auch hierbei verdient Apple wieder kräftig mit. Es wäre also meiner Meinung nach durchaus denkbar, den Preis zu senken um eine größere Käuferschaft anzusprechen und dann sekundär über die Applikationen mehr zu verdienen.

Negatives zum iPad 3: Zugriff auf Netzwerkordner und –dateien

In meinem Heimnetzwerk liegen die Multimediadateien zentral auf dem Server. Jedes anderes Gerät im Netzwerk kann auf dieses Mediendateien zugreifen. Lediglich das iPad kann von Haus aus nicht auf Mediendateien im Netzwerk zugreifen. Dies lässt sich nur über weitere (nicht immer kostenlose) Applikationen realisieren. So habe ich den Zugriff auf die Standardmediendateien über DLNA regeln können. Die Applikation, die ich dazu nutze ist MediaConnect, welche das Netzwerk automatisch nach DLNA Servern durchsucht. Da mein Windows Home Server DLNA automatisch unterstützt, war dies die beste Methode, um auf Mediendateien zugreifen zu können, auch wenn die Zugriffe nicht immer sehr schnell sind.

Die von MediaConnect gefundenen DLNA Server in meinem Netzwerk

Die Bilderordner vom Windows Home Server über DLNA

Für Bilder und Musik funktioniert diese Vorgehensweise sehr gut. Für Videos wird das dann schon schwierig, weil damit nur wiedergegeben werden kann, was vom iPad unterstützt wird und das ist bezüglich Videocodecs nicht wirklich viel. Zur Videowiedergabe muss außerdem noch der FlexPlayer installiert werden. Die nicht ausreichende Unterstützung von Videoformaten und Codecs führt dazu, dass ich für Videos einiges ausprobiert habe, bis ich dann zu einer Lösung gefunden habe, die ich immer dann nutze, wenn der FlexPlayer an seine Grenzen kommt: VLCStreamer wandelt die Videos mit einer auf dem Server installieren Applikation auf ein für das iPad verständliche Format um, sodass ich diese dann auf dem iPad sehen kann. Das beansprucht den Server zwar sehr stark (CPU Last 100%), aber funktioniert wenigstens einigermaßen. Die Einschränkung auf diese bestimmten Videoformate ist übrigens etwas, was ich überhaupt nicht verstehe bei Apple. Aber sie mögen es wahrscheinlich ja nur gut mit ihren Kunden meinen… Damit habe ich jetzt meine Netzwerkzugriffe auf Mediendaten einigermaßen hinbekommen.

Für alle anderen Dateitypen (Bilddateien, Officedateien, …) ist es jedes Mal erneut spannend, da für jeden Dateityp eine extra Applikation gesucht werden muss. Alternativ findet man eine App, die mit vielen Dateitypen umgehen kann. Womit ich aktuell nicht weiterkomme ist die Wiedergabe von Open Document Präsentationen auf einem externen Bildschirm. Mal zeigt die App die Präsentation schon nicht richtig auf dem iPad an, mal ist auf dem iPad richtig dargestellt, aber der externe Bildschirm bleibt schwarz, … Dazu aber weiter unten mehr.

Negatives zum iPad 3: Die Synchronisation von Fotos unter Windows

Das nächste Übel ist die Fotosynchronisation über iTunes. Wenn man einen Rechner mit MacOS hat, werden die Bilder mit dem iPad wohl über iPhoto synchronisiert. Für Windows gibt es das Programm aber nicht und so hat Apple sich gedacht, dass sie die Funktionalität in iTunes einbauen. Dabei haben sie sich aber nicht besonders viel Mühe gegeben (ein Schelm, wer Böses dabei denkt…). Synchronisiert wird nur die erste Ordnerebene. Man wählt also einen Hauptordner und die Unterordner daraus werden synchronisiert. Enthalten die Unterordner weitere Unterordner, so werden diese nicht angezeigt; die Bilder landen stattdessen mit im ersten Unterordner. Am Beispiel: Meine Ordnerstruktur ist so aufgebaut, dass in dem Ordner Bilder die Unterordner für die jeweiligen Jahre liegen, also 2010, 2011, 2012, … In diesen Ordnern liegen dann wieder Unterordner für die einzelnen Ereignisse. Da iTunes diese zweiten Unterordner bei der Synchronisation nicht berücksichtigt, lagen dann in meinem Ordner 2012 auf dem iPad ca. 4000 Bilder. Nun gibt es für dieses Problem zwei Möglichkeiten: Entweder nur ein Jahr auf dem iPad mitschleppen, oder alle benötigten Unterordner von den verschiedenen Jahren in einem iPad-Bilder-Ordner zusammenbringen und diesen dann zur Synchronisation auswählen. Das habe ich dann gemacht. Aber schön ist das nicht wirklich.

Negatives zum iPad 3: Die Wiedergabe von Fotos auf externem Monitor

Wenn man dann die Fotoordner auf einem externen Monitor wiedergeben möchte, darf man das nächste Mal staunen. Das iPad hat ein Display mit den Seitenverhältnissen 4:3. Jeder moderne Monitor hat jedoch ein Seitenverhältnis von 16:9. Damit entstehen bei der Wiedergabe eines Bildes auf dem externen Monitor schwarze Ränder an den Seiten des Bildes. Normalerweise werden diese schwarzen Ränder vom Fernseher erzeugt, weil das Bildsignal halt als 4:3 übergeben wird. Beim iPad ist dies jedoch anders: Das iPad steuert den Fernseher mit einer Auflösung von 16:9 an (in meinem Fall Full HD, also 1920 x 1080 Bildpunkte), erzeugt jedoch selber die schwarzen Trauerränder. Selbst wenn ich in ein Bild hineinzoome werden die Ränder nicht zur Anzeige von Bildmaterial verwendet. Dass die Auflösung wirklich genutzt werden kann zeigt das iPad, wenn dann zwischen den Fotos plötzlich ein Video steckt. Die Trauerränder verschwinden und das iPad zeigt das Video über die komplette Bildschirmfläche an. Hier hätte Apple ruhig etwas mehr Zeit investieren können, um dieses Verhalten zu verbessern. Zur Verdeutlichung habe ich dazu ein kurzes Video gemacht (leider stimmt die Schärfe nicht ganz…):

Negatives zum iPad 3: Qualität der Applikationen

Unter der gleichen Überschrift habe ich schon unter Positives berichtet, denn die Applikationen sind wirklich gut. Das Problem ist nur, dass in machen Fällen der letzte Schliff fehlt um sie auch wirklich benutzen zu können. Ich möchte das an zwei Beispielen deutlich machen:

Beispiel 1: iPhoto

iPhoto wurde in der Vorstellung des iPad 3 auch als neue Applikation vorgestellt und macht eigentlich für das iPad auch wirklich Sinn. Ich hatte vor, es in meinem Fotoworkflow zu integrieren. Der Haken an der Sache: Um alles aus den Bildern rauszuholen, fotografiere ich in RAW. Die RAW Bilder können zwar von iPhoto bearbeitet werden. Das Problem ist aber, dass in RAW Dateien generell keine Bearbeitungsschritte gespeichert werden. Dies macht jedes RAW Programm in einer eigenen Datenbank oder aber bietet die Möglichkeit diese Bearbeitungsschritte als zusätzliche Datei neben das Bild zu legen (XMP). iPhoto bietet genau diese Möglichkeit nicht. Da aber die Bearbeitungsschritte nicht im Bild gespeichert werden, kann ich iPhoto nicht nutzen, weil ich die Bearbeitung aus dem iPad nur als JPG rauskriege und damit habe ich nichts gewonnen. Hier fehlt also wieder genau der letzte Schritt…

Beispiel 2: Open Document Präsentationen (*.odp)

Das Open Document Format hat sich quasi als Standard durchgesetzt und wird inzwischen sogar von Microsoft Office unterstützt. Auch Freeware Programme wie Open Office oder Libre Office speichern die Dateien im *.odp Format ab. Das Problem ist aber, einen Viewer zu finden, der diese Dateien auf dem iPad anzeigt. Das von Apple bereitsgestellte Keynote kann mit dem Dateiformat nichts anfangen, und andere Apps können es nur rudimentär darstellen. Ich habe eine App gefunden, die mir auf dem iPad genau das zeigt, was ich sehen will, der externe Monitor bleibt jedoch schwarz. Die Anfrage an den Support blieb leider auch erfolglos. Gestern habe ich nun erneut einen Schritt gewagt und mir eine App gekauft, die eigentlich recht gut umgesetzt ist, denn man kann die Präsentationen auch bearbeiten. Dazu wird anscheinend auf einem Server das normale Libre Office gestartet und das Bild dann auf das iPad gestreamt. Sieht alles gut aus, bis auf die Darstellung im Präsentationsmodus. Sobald man die Folien zeigen möchte, wird unten und an der Seite was abgeschnitten. Auch hier habe ich Kontakt mit den Entwicklern aufgenommen und anscheinend tut sich was. Zumindest will man sich das Problem ansehen und bedankt sich für die Information.

Negatives zum iPad 3: Keine Testversionen oder Rückgabe von Apps

Von Windows Phone bin ich es auf meinem Smartphone gewohnt, dass ich Apps testen kann bevor ich sie kaufe. Wie an meinem Beispiel 2 eben zu sehen war, habe ich jede Menge Apps ausprobiert, um die Darstellung von Open Document Präsentationen zu ermöglichen. Leider ohne Erfolg. Zu meinem Test gehörten nicht nur kostenfreie Apps und so habe ich hier einige Euros verschleudert. Dem AppStore täte es sehr gut, wenn Apps vor dem Kauf getestet werden können. Bei Windows Phone gibt es dazu zwei Möglichkeiten: Entweder der Funktionsumfang ist beschränkt, oder aber der Nutzungszeitraum ist beschränkt. Beides sind Alternativen, die durchaus sehr gut denkbar sind.

Fazit

Das iPad ist auf Hardwareebene wahnsinnig gut umgesetzt und ich habe selten so ein hochwertiges Gerät in der Hand gehabt. Das Problem ist aber die Software. Teilweise versenkt man Stunden um bestimmte Funktionen zu ermöglichen. Noch ist mein iPad kein kompletter Ersatz für meinen Laptop, da zwei Schlüsselfunktionen von mir nicht funktionieren: Bearbeitung von RAW Dateien und Darstellung von Open Document Präsentationen. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen das iPad vorerst zu behalten – Zumindest bis Windows 8 dann mit vergleichbaren Tablets auf dem Markt ist. Ob ich dann noch umsteigen möchte, werde ich dann sehen müssen.

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Rückblick: 20 Fotos aus 2011

Da das Jahresende unaufhörlich näher kommt, habe ich beschlossen dieses Jahr mal fotografisch zu betrachten und dabei einige Fotos zu zeigen. Es handelt sich nicht um die besten Fotos, weil es schwierig ist, die besten Fotos zu zeigen. Zum einen ist es schwierig, weil der Begriff “die Besten” absolut schwer zu füllen ist. Aus einem Set guter Fotos das Beste auszuwählen, fällt mir wirklich nicht einfach. Zudem ist es schwierig Fotos von Personen zu zeigen, da diese ein Recht auf ihr Bild haben. Ich zeige daher einfach nur 20 Fotos, von denen ich weiß, dass ich sie zeigen darf, und versuche die Geschichten dazu oder die Gedanken die ich damit verbinde aufzuschreiben.

01: Antiker Bilderlook

Antiker Bilderlook

Dieses Bild entstand auf einer Hochzeit. Die Gäste konnten Luftballons steigen lassen, und das habe ich fotografiert. Die Hochzeit fand in einem Stadtteil von Wolfsburg statt, in dem viele Blockbauten stehen, daher finde ich wirkt das Foto nicht nur durch den Effekt, sondern auch durch die Umgebung irgendwie antik. Lediglich die Autos am Straßenrand stören den Gesamteindruck etwas.

02: Winterspaziergang

Winterspaziergang

Mit meiner Familie war ich auf einem Winterspaziergang unterwegs, als dieses wunderschöne Bild meiner wunderschönen Frau entstand. In diesem Jahr sind wir bereits fünf Jahre verheiratet und ich bin immer noch sehr glücklich mit ihr. An diesem Tag stand die Sonne tief und so entstanden echt schöne Bilder von ihr, von unserem Sohn und auch von beiden. Ich habe aus dem Set dieses Bild ausgewählt, weil es mir persönlich gut gefällt. Die Schärfe sitzt genau auf den Augen und damit genau richtig. Der Schärfenbereich ist so kurz, dass man sich auch wirklich auf die Augen konzentrieren muss.

03: Hochzeitsdekoration

Hochzeitsdekoration

Wir waren in diesem Jahr auf einigen Hochzeiten eingeladen und haben daher wirklich viele Bilder von Hochzeiten. Auf manchen waren wir Gäste, auf anderen durften wir fotografisch den Tag dokumentieren. Wir haben viele unterschiedliche Dekorationen gesehen und ich habe wirklich viele Bilder von Hochzeitsdekorationen. Dieses möchte ich euch stellvertretend für all die anderen einmal zeigen. Mir gefällt die Tiefe, die das Bild durch die vielen Blumen die hintereinander zu sehen sind verdeutlicht. Außerdem sind ganz hinten einige schöne runde Lichtreflexe. Ich habe für dieses Bild noch mein 50mm mit einer Blende von 1.8 verwendet. In diesem Jahr habe ich dieses Objektiv durch das bessere 1.4er ersetzt und einen ausführlichen Bericht auf meinem Blog gemacht, der oft über Google gefunden und gelesen wird. Den Kauf bereue ich keinesfalls. Ich liebe es einfach, mit sehr offener Blende zu fotografieren. Es veredelt die Fotos irgendwie und die Wirkung ist wirklich schön. Ach ja: Ganz oben im Bild sieht man noch zwei der Lampignons, die über den Blumen und dem gesamten Buffet hingen.

04: Vater und Sohn

Vater und Sohn

Dieses Bild finde ich einfach toll wegen der Gesichtsausdrücke. Es zeigt einen meiner Schwager mit seinem Sohn auf dem Sofa. Der Sohn ist voll happy und der Gesichtsausdruck meines Schwagers wirkt eher etwas gequält. Dieser Kontrast macht für mich das Bild aus. Ich habe es in Schwarz/Weiß entwickelt, um die Farben wegzunehmen und den Betrachter damit noch mehr auf diesen Kontrast im Gesichtsausdruck zu leiten.

05: Feld im Sonnenuntergang

Feld im Sonnenuntergang

Ja, das Bild ist wahrscheinlich etwas kitschig und trotzdem finde ich es toll. Ich wollte ein solches Bild schon lange mal machen und bei einem Spaziergang eines Abends ist dann bei tiefstehender Sonne dieser Schuss gelungen. Leider hatte ich keine Festbrennweite dabei. Deswegen habe ich einfach bei meinem Superzoom, relativ nah rangezoomt (178mm) und damit ebenfalls die Schärfentiefe relativ gering bekommen. Leider fehlen trotzdem die schönen Lichtkügelchen, die ich mit einer Festbrennweite evtl. hätte erreichen können.

06: Paarshooting

Paarshooting

Von den Paarshootings hatte ich in diesem Jahr einige. Das Shooting mit den beiden hat mir ganz besonders gefallen, weil so viele unterschiedliche Bilder entstanden sind. Dieses Bild habe ich ausgewählt, weil es eine gewisse Ehrlichkeit ausdrückt und das Gras im Hintergrund mir als Untergrund sehr gut gefällt. Für das nächste Jahr habe ich mir vorgenommen, noch ein paar mehr Fotos mit Gras im Hintergrund zu machen. Leider konnte ich hier mit meinem 50mm nicht weit genug von den beiden weg (durch den Crop-Faktor ist das Objektiv auf meiner Kamera eher ein 80mm). Für das nächste Jahr ist daher der Kauf einer 30mm Festbrennweite geplant, da ich das Problem häufiger hatte.

07: Junggesellenabschied

Junggesellenabschied

Die angehende Braut fand Fotos sehr toll und so wurde ich gebeten, von ihren Freundinnen und ihr ein paar Fotos zu machen, dabei entstand auch dieses Bild. Ich finde es schön, wie der Wind mitgespielt hat, und so die Haare aller Personen im Wind fliegen. Es macht den Wind fast “spürbar”. Wir haben nur ca. 45 Minuten Bilder gemacht aber ich war mit den Resultaten eigentlich wirklich zufrieden und da war noch das eine oder andere gute Bild dabei.

08: Meine Frau [Hochzeit meiner Schwester]

Meine FrauJa, dieses Bild liebe ich wirklich. Ich finde es schön, wie sie lächelt. Das Foto entstand auf der Hochzeit meiner Schwester, die nicht im Internet gezeigt werden möchte. Daher muss meine Frau herhalten. Für mich war es eine völlig neue Erfahrung die Hochzeit der eigenen Schwester zu fotografieren und auch nicht ganz einfach. Die Fotos haben aber auch wieder gezeigt, dass das 50er oftmals auf meiner Kamera noch zu nah dran ist. Die Hochzeit hat mich also im Kauf meiners 30ers noch bekräftigt. Ansonsten ist bei so einem Tag immer die Angst dabei, denn bei der eigenen Familie versucht man natürlich noch bessere Bilder zu machen, damit es später keine Enttäuschung gibt. Die blieb aber aus und so kann ich mit dem Resultat auch zufrieden sein.

 

 

 

09: Urlaub in Österreich

Urlaub in Österreich

Unseren Familienurlaub haben wir dieses Jahr in Österreich verbracht. Da das Wetter doch sehr wechselhaft war, konnten wir alle Stimmungen genießen. Unter anderem habe ich dabei diesen Moment festgehalten, in dem die Sonne durch die Wolken bricht und die Strahlen so wunderschön klar erkennbar sind. In der Nachbearbeitung habe ich dann noch den Vordergrund fast komplett ausgeblendet, um dadurch den Kontrast zwischen Licht und Schatten noch zu erhöhen.

10: Familie

Familie

Auf dem Rückweg aus dem Urlaub haben wir Freunde besucht, mit denen wir dann an einem See waren. Ich habe dieses Foto gemacht, bei dem meine Frau unseren Sohn Richtung Wasser trägt. Mir gefällt die Bildaufteilung: Auf der linken Seite ist viel Platz. Durch die Farbgebung wird das Bild wieder auf das wesentliche reduziert.

11: Farbe

Farbe

Die Farbe des Oberteils, der Haare und des Hintergrundes passen in diesem Bild irgendwie zusammen, daher mag ich es und zähle es zu den guten Bildern aus 2011. Außerdem hat meine Schwägerin so unbeschreiblich weiße Zähne (nicht nachbearbeitet!). Die Bearbeitung dieses Bildes hat mir Freude gemacht.

12: Silberhochzeit

Silberhochzeit

In diesem Jahr haben meine Onkels Silberhochzeit gefeiert (seinerzeit Doppelhochzeit) und ich durfte einige Bilder der Paare machen. Auch dieses Bild ist dabei entstanden. Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen weiß, ist es relativ schwierig meinen Onkel natürlich lachend abzulichten. Mit diesem Bild ist mir das gelungen und das freut mich. Das Shooting war für mich eine Herausforderung, weil ich das erste Mal ältere Paare vor der Kamera stehen hatte. Bis dahin hatte ich eigentlich nur Paare in meinem Alter abgelichtet. Ich hatte Angst, dass die Posen und Situationen evtl. zu jugendlich wirken. Aufgrund der Begeisterung die den Fotos entgegengebracht wurde kann ich mit Sicherheit sagen, dass es so falsch nicht gewesen sein kann…

13: Hochzeit

Hochzeit

Ich selber habe mir die Grenze gesteckt nur drei Hochzeiten im Jahr zu machen, da der damit verbundene Aufwand sehr hoch ist. In diesem Jahr waren es dann zum Schluss doch vier Hochzeiten. Jede Hochzeit war anders und brachte wieder ganz besondere Fotos mich sich. Dieses Hochzeitsfoto ist eines der besten meiner klassischen Hochzeitsbilder dieses Jahres. Mir gefällt die Stimmung, die durch die Farbgebung entsteht. Außerdem die Kügelchen im weiten Hintergrund und die Baumstämme im direkten Hintergrund. Zudem geben die Beiden ein wirklich hübsches Paar ab. Es hat mich gefreut diese Hochzeit fotografieren zu können.

14: Mein bestes Dekobild 2011?

Mein bestes Dekobild 2011

Auch wenn ich anfangs gesagt habe, dass ich kein bestes Bild finden kann, so gefällt mir dieses Bild einer Hochzeitsdekoration von allen Dekobildern am Besten. Es ist toll wie die Schärfe genau auf dem Ende der Serviette liegt und fast bis zur Blume reicht. Die Blume ist in dem durch braune und weiße Töne bestimmten Bild der einzige Farbtupfer, den ich in der Nachbearbeitung noch etwas verstärkt habe.

15: Familienshooting

Familienshooting

Insgesamt kann ich in diesem Jahr auf vier Familienshootings zurückblicken. Auf einem davon entstand dieses Bild. Der kleine Junge war absolut fasziniert von den Seifenblasen und ist ihnen hinterhergelaufen. Er hat versucht, sie zu fangen und damit zum platzen zu bringen. Wenn ich das Bild betrachte, dann erinnere ich mich an die Freude die er dabei hatte. Mir gefällt das Zusammenspiel der Natur in grün mit den Farben der Kleidung in blau. Die Seifenblasen vermischen sich fast mit den Kugeln, die durch die Lichtreflektionen im Baum entstehen.

16: Sonntagsspaziergang

Sonntagsspaziergang

Dieses Bild und auch die beiden folgenden sind auf einem Spaziergang entstanden. Es war einer der letzten wirklich warmen Tage des Jahres und wir hatten eine schwierige Woche hinter uns, weil unser Sohn krank war. Wenn ich dieses Bild sehe, dann erinnere ich mich an die Freude, die wir an dem Tag darüber hatten, dass unser Sohn wieder fröhlich war.

17: Kletterer

Kletterer

Er selber wollte an diesem Sonntag überall hochklettern. Das war so die Zeit, in der das anfing, dass er überall draufsteigen musste. Es hat ihm wirklich Spaß gemacht. Hier habe ich die Kamera direkt in die Sonne gehalten und damit versucht, die Sonnenstrahlen einzufangen. Wegen der unterschiedlichen Helligkeiten sieht man leider nicht mehr, wie blau der Himmel an diesem Tag war. Ich finde seinen konzentrierten Gesichtsausdruck toll. Man sieht ihm förmlich an, was die ersten Bank rauf, Bank runter Aktionen für eine Anstrengung bedeuten.

18: Freude

Freude

Dieses Foto fasziniert mich, weil es einfach die Freude unseres Sohnes darüber ausdrückt, dass er wieder gesund ist. Sein Gesicht ist noch gezeichnet von der Mundfäulnis, die ihn gequält hatte. Das ist das schöne an dem Bild: Der Kontrast zwischen Krankheit und Freude.

19: Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Diesen Sonnenuntergang fand ich einfach schön und habe ihn daher fotografiert. Eigentlich ein Allerweltsbild, jedoch belebt es die Erinnerung an den Moment. Ich hatte eine Hochzeit fotografiert und der Tag neigte sich langsam dem Ende. Ich fühlte mich schon etwas fertig und dann durfte ich diesen Sonnenuntergang sehen. Das war irgendwie wundervoll. Durch die Farbgebung ist das Bild auch so richtig sonnig geworden.

20: Ganz andere Hochzeitsfotos

Ganz andere Hochzeitsfotos

Als letztes Hochzeitsshooting durfte ich im November noch ganz andere Hochzeitsfotos machen. Die Fotos wurde auf einem Gelände gemacht, auf dem unter anderem auch Metallrest zu Blöcken gepresst wurden und dann auf einem großen Berg davon landeten. Diese Kulisse war für die Fotos natürlich ganz besonders. Das Paar wollte außerdem viel mit Accessoires arbeiten, wie z.B. die alte Kaffeemühle und die Tasse auf diesem Bild. Es sind wirklich tolle Fotos entstanden und ich schaue sie immer noch gerne an.

 

Mein Jahr 2011 war von der Fotografie sehr geprägt und es zeichnet sich ab, dass auch das nächste Jahr wieder viele Fotos auf meiner Festplatte landen werden. Ich bin gespannt und schaue voller Vorfreude auf 2012.

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Wenn ich mir heute eine Bridge-Kamera kaufen würde…

Da ich mich für Fotos interessiere und auch für die Technik dahinter, werde ich ab und an auch bei anstehenden Kamerakäufen nach meiner Meinung gefragt. Diese Woche war es wieder so weit und ich habe mich etwas ausführlicher mit dem Thema auseinandergesetzt. Meine Auswertung würde ich gerne mit euch teilen, vielleicht ist ja der eine oder andere an meinem Ergebnis und an meinen Gedanken zu dem Thema interessiert.

Als Bridge-Kameras werden die Modelle bezeichnet, die gerne schon so sein wollen wie “großen”, aber doch noch einige Nachteile der kleinen mitbringen. Auch von der Größe her bewegen sie sich zwischen den echten Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven und den kleinen Knipserkameras. Die Kameras bieten eine gute Alternative für alle, die mehr wollen als nur “Abdrücken” und die sich doch keine Spiegelrelexkamera mit entsprechenden Objektiven leisten können. Die Preise liegen aktuell so bei 300-500 EUR.

Als ich mich diese Woche mit dem Thema beschäftigt hatte war der Ausgangspunkt die Panasonic DMC FZ48. Leider habe ich im Internet sowohl über die DMC FZ48 als auch die kleiner DCM FZ45 nicht viel gutes gelesen, und auch meine persönlichen Erfahrung mit der 48er Kamera sind nicht positiv. Daher habe ich diese beiden gleich aus meinem Überblick rausgekommen. In meinem Vergleich habe ich auf folgende Modelle geschaut:

Sicherlich gibt es viele weitere interessante Modelle. Ich habe mich auf diese beiden Marken beschränkt, weil meine Bridgekamera seinerzeit von Panasonic war und meine aktuelle Spiegelreflexkamera von Canon kommt. Ich kenne die Kameras also auch von der Bedienung her und kann sie gegenüber anderen Marken uneingeschränkt empfehlen. Bei meiner Betrachtung bin ich folgendermaßen vorgegangen: Ich bin auf die Herstellerseiten gegangen und habe für die Kameras, die in Frage kämen mal zusammengestellt, welche technischen Eigenschaften die haben. Das habe ich auf die für mich relevanten Eigenschaften verkürzt und daraus einige Dinge berechnet, die meiner Meinung nach aussagekräftiger sind als die Herstellerangaben. Die relevanten technischen Angaben bzw. die Resultate aus den Berechnungen habe ich bewertet. Dabei kam eine Übersichtstabelle raus, doch bevor ich diese zeige, versuche ich erst noch die dargestellen Eigenschaften zu erklären:

  • Sensortyp: Gibt Auskunft darüber, wie groß die Fläche des Sensors ist. Die Angabe gibt so weit ich das verstanden habe den Vergleich zu früheren Filmen an. Die Negative hatten eine Fläche von 36x24mm. Diese Fläche wird ins Verhältnis mit der Sensorfläche gesetzt. Also 1/1,7 sagt zum Beispiel aus, dass die früheren Negative das Maß sind und er daher mit 1 angegeben werden und der Sensor nun 1,7 weniger, also nur das ca. 0,6fache der ursprünglichen Fläche. Je kleiner die Fläche ist, desto schlechter ist dies eigentlich.
  • Megapixel: Diese Angabe sollte klar sein. Das ist ein Wert mit dem die Hersteller gerne werben.
  • Platz pro Megapixel: Dieser Wert ist von mir berechnet und sagt nun etwas über die Bildqualität aus. Aus dem Sensortyp und den Megapixel kann man einen Vergleichswert errechnen, der angibt, wieviel Platz pro Megapixel eigentlich auf der Sensorfläche zur Verfügung steht. Das Problem bei heutigen Kameras: Sie haben sehr viele Megapixel, aber die Fläche ist dafür eigentlich viel zu klein. Also müssen die Sensoren zur Farb- und Helligkeitsberechnung der Pixel ziemlich klein sein, damit die überhaupt drauf passen. Für das günstige Preissegment (in dem bewegen wir uns bei Bridge-Kameras) gilt jedoch: Je kleiner die Sensoren sind, desto ungenauer ist der Farb- und Helligkeitswert. Je ungenauer die Berechnung ist, desto mehr liegen benachbarte Sensoren in ihrer Berechnung auseinander, was wiederum zu Bildrauschen führt. Generell kann man sagen: Je mehr Platz also pro Megapixel zur Verfügung steht, desto besser ist dies für die Bildqualität.
  • Brennweite: Ein technischer Wert des Objektivs. Er gibt den Abstand zwischen Einfall des Lichts und Film in mm an. Da heutige Sensoren oft nicht gleich groß sind wie damalige Filme, muss auch die Brennweite umgerechnet werden.
  • Vergrößerung: Die Hersteller werben gerne mit einem optischen Zoom. Dieser berechnet jedoch nur den Faktor zwischen maximaler und minimaler Brennweite. Er sagt nichts über die Vergrößerung aus. Die Vergrößerung berechnet man über die Brennweite 50mm die eine 1:1 Abbildung des Gesehenen ermöglicht. Alles darüber ist eine Vergrößerung, alles darunter eine Verkleinerung des Gesehenen. (100mm wären daher also eine 2fache Vergrößerung des Bildausschnitts [wegen 2*50mm].)
  • Verkleinerung: Wird berechnet über 50mm als 1:1 Abbildung. 25mm wären also eine 2fache Verkleinerung.
  • Blende: Ein technischer Wert fürs Objektiv. Er ist ein Indikator dafür, wie gut man auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch Bilder machen kann. Die Angabe der Blende erfolgt von Blende bei min. Brennweite bis Blende bei max. Brennweite. Ein Beispielobjektiv (das der Canon Powershot G12) hat eine Blende von 2,8 bei 28mm Brennweite und eine Blende von 4,5 bei 140mm Brennweite. Hier gilt je kleiner der Wert desto besser. Der Wert gibt nämlich das Verhältnis an zwischen zur Verfügung stehender Objektivfläche und nutzbarer Objektivfläche bei schlechten Lichtverhältnissen. D.h. das Beispielobjektiv kann bei 28mm (min. Brennweite) bis 36% der Objektivfläche nutzen und bei 140mm (max. Brennweite) lediglich nur noch bis 22% der Objektivfläche. Diese Werte sind bedingt durch die Bauarten des Objektivs und die Anzahl / Anordnung der Linsen in dem Objektiv. Je weniger Objektivfläche genutzt werden kann desto weniger Licht dringt jedoch ins Gehäuse ein und das ist insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen negativ fürs Bild. Die Kameras mit viel Zoom haben bedingt durch die dafür notwendigen Bauformen bei maximalen Zoom hier einen besonders schlechten Wert. D.h. diese Vergrößerungen können ohne Blitz eigentlich nur bei Tageslicht im Freien erreicht werden. Ansonsten müsste man ziemlich schnell den Blitz einsetzen, damit das Bild nicht verwackelt. Ich persönlich mag keine Bilder mit Blitz, aber das ist wohl Geschmackssache. Generell gilt hier: Je kleiner die Werte, desto besser ist dies für die Bildqualität.
  • AF Messfelder: Die Werte sagen etwas über die Scharfstellung der Kamera aus. Die meisten Kameras haben heutzutage Mehrfeldmessungen oder ziemlich viele Felder in denen gemessen wird. Im Vergleich hat lediglich die Canon Powershot G12 “nur” 9 Messpunkte und keine Messfelder.
  • Makro: Alle dargestellten Kameras können Nahaufnahmen von Objekten machen.
  • ISO min / ISO max: Die ISO gibt Aufschluss über die Lichtempfindlichkeit der Sensoren für die Berechnung der Farb- / Helligkeitswerte. Bei meiner Farbdarstellung bin ich von der Annahme ausgegangen, dass je höher die maximal mögliche Lichtempfindlichkeit liegt, desto besser verhalten sich die Sensoren bei geringer Lichtempfindlichkeit. Die Lichtempfindlichkeit hat Einfluss auf das Bildrauschen und damit auf die Bildqualität.
  • Geschwindigkeit: Der Wert gibt an, welche Belichtungszeiten mit den Kameras möglich sind. Er liegt überall im grünen Bereich.
  • RAW: RAW Bilder sind unkomprimierte Bilddateien mit stark erhöhter Bildinformation. Diese Möglichkeit ist sehr interessant für die Nachbearbeitung von Bilder. Normalerweise speichern Kameras die Bilder in JPEG ab. JPEG ist ein verlustbehaftetes Komprimierungsverfahren zur Datenmengenreduktion von Bilddaten. Im Klartext heißt das: Je öfter man ein JPEG Bild wieder als JPEG speichert, desto weniger Informationen sind vorhanden. Das Bild wird immer stärker komprimiert und verliert an Farben und Schärfe. Wenn dies bereits in der Kamera ein erstes Mal passiert, dann bei der Nachbearbeitung ein zweites Mal und bei späterem Zuschnitt oder Farbumwandlung (s/w, …) ein drittes Mal ist die Bildqualität schon merkbar schlechter als zu Beginn. Wenn man aber in RAW fotografiert, hat man immer ein unkomprimiertes Rohbild (mit entsprechendem Speicherplatzbedarf) an dem nach belieben geändert werden kann ohne Qualitätsverlust. Erst für die Weitergabe oder Ablage wird das Bild dann als JPEG exportiert und einmal komprimiert. Sicherlich ist dies für viele Käufer von Bridge-Kameras erst mal uninteressant, aber man weiß nicht, wozu man sich noch entwickelt. Ich persönlich würde darauf achten, dass die Kamera RAW wenigstens unterstützt, auch wenn man es vorerst nicht nutzen möchte.
  • LCD-Bildschirm dreh- / schwenkbar: Gibt Auskunf darüber, ob der LCD Bildschirm starr verbaut ist oder an einem Scharnier sitzt und damit beweglich ist.
  • Video max Auflösung: Erklärt sich von selber. Grundsätzlich haben die älteren Kameras die 720p Auflösung (“HD-Ready”) und die neueren die 1080p (“Full-HD”).
  • Speicherkarte: Welcher Typ kann verwendet werden: Alle setzen auf SD-Karten, was meiner Meinung nach sinnvoll ist. Einige bieten zusätzlich die Möglichkeit die (älter und langsameren) MMC Karten zu verwenden.
  • Displaygröße: Ein Wert mit dem die Hersteller werben. Alle verglichenen Kameras liegen hier sehr nah beieinander.
  • Displaypixel: Wie viele Bildpunkte werden auf dem Display dargestellt.
  • Displaypixel pro cm²: Ist ein Wert der von mir hinzugefügt wurde, weil er einen Rückschluss auf die Displayschärfe bietet. Was nützt das größte Display, wenn das Bild unscharf dargestellt wird?
  • Sucher: Um Geld zu sparen, setzen einige Hersteller auf einen elektronischen Sucher. Damit spart man sich die notwendige Technik, die den Spiegel für die Belichtung hochklappen müsste. Ich hatte an meiner Bridgekamera seinerzeit einen solchen Sucher und weiß, dass man ihn nicht benutzt, weil er einfach schlecht und unscharf ist. Wenn man einen elektrischen Sucher hat, fotografiert man immer über die Darstellung am Kameradisplay. Ob man einen Sucher braucht ist Geschmackssache. Erst hat’s mich gestört, inzwischen liebe ich ihn. Ein optischer Sucher ist auch in praller Sonne noch hell genug. Hier kommen die Kameradisplays oft an ihre Grenzen und man erkennt nur noch schematisch, was gerade fotografiert wird oder man nutzt den wirklich schlechten elektrischen Sucher.
  • Bilder auf Flickr: Diese Information habe ich noch hinzugefügt, weil sie Aufschluss über die Verbreitung der Kamera gibt. Flickr ist ein Onlinefotodienst und man kann dort ganz gezielt nach Kameramodellen suchen. Nicht alle werden in der Flickr-Kamerasuche abgebildet, das ist dann in meiner Auswertung mit “keine” vermerkt. Diese Angabe dient lediglich der Information.
  • Preis: Wo liegt der aktuelle günstigste Internetpreis mit Versand im heise-Preisvergleich?

Hier nun die Übersicht:

Nach dieser technischen Erklärung und meiner Übersicht das Fazit der Auswertung: Wenn es um die Bildqualität geht, würde ich euch die Canon Powershot G12 empfehlen, da diese mit Abstand die besten Bilder erzeugen wird. Die Kamera verwendet Technik aus dem höherpreisigen Spiegelreflexkamerasegment. Das ist an erster Stelle ersichtlich an dem Sensortyp der wesentlich größer ausfällt, als bei den anderen Kameras, aber auch der Bildprozessor (nicht in der Übersicht dargestellt) wird genauso im höherpreisigen DSLR Segment eingesetzt (ich meine sogar, meine Kamera hat den gleichen Bildprozessor). Das Display hat viele Bildpunkte und ist daher sehr scharf. Die Verbreitung auf Flickr deutet daraufhin, dass sie auch unter Fotobegeisterten häufig genutzt wird. Die Kamera hat jedoch einen wunden Punkt: Die Vergrößerung. Hier erreicht die G12 nur einen Wert von 2,8 und liegt damit weit abgeschlagen hinter den anderen Kameras. Der potentielle Käufer muss hier also die Entscheidung treffen, ob die Vergrößerung ausreichend ist, oder ob er gerne nah an Personen und Objekte ranzoomen will. Sollte man sich aufgrund des Zooms gegen die G12 entscheiden ist meine nächste Empfehlung die DMC FZ38. Hier besteht die Möglichkeit auch in RAW zu fotografieren bei Bedarf, und damit kann man einige Mankos der Kamera durch die Nachbearbeitung ausgleichen. Sollte die RAW Fotografie egal sein, dann wäre es die Canon Powershot SX40 HS. Die Kamera bietet zwar keine RAW-Fotografie, dafür jedoch Full-HD Videoaufnahme und einen etwas größeren Sensor als die DMC FZ38.  Außerdem ist die Vergrößerung noch mal viel stärker als bei der FZ 38. Ansonsten nehmen sich die beiden nicht viel.
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Vergleich: Canon EF 50mm 1:1.8 oder Canon EF 50mm 1:1.4

Mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera habe ich mir damals auch eine Festbrennweite gekauft: Das Canon EF 50mm 1:1.8. Mein Kaufgrund: Ich wollte auch in dunkleren Umgebungen noch ohne Blitz Fotos machen. Ich habe mir natürlich schon damals das Canon EF 50mm 1.4 angeschaut, aber mich aus finanziellen Gründen für die günstigere Version entschieden, immerhin ist das 1:1.4 ca. 250 EUR teurer. Ziemlich schnell habe ich mich nach dem Kauf in die Festbrennweite verliebt und hatte das Objektiv wesentlich häufiger drauf als mein SuperZoom. Die Fotos sehen einfach anders aus, man kann das überhaupt nicht vergleichen. Zwei meiner ersten Testfotos damals mit dem 1.8er:

Nutella auf 50mm

Punika auf 50mm

Aber das günstige 1.8er hat auch ganz klare Grenzen, an die ich bald gestoßen bin. Das Problem bei diesem sehr geringen Schärfebereich ist, dass man ziemlich genau treffen muss (beim nutella-Bild ist z.b: das nutella nicht im Schärfebereich). Damit ich als ganz genau weiß, wo die Kamera scharf stellt, bin ich von den 9 verfügbaren Messpunkten auf einen fixen Messpunkt gegangen, was dazu führt, dass die Kamera die Schärfe nicht immer 100% trifft. Zum Teil liegt das wohl auch an dem Motor des Objektivs. Das hat mich schon geärgert. Ich hatte bei den Fotos häufig Ausschuss dabei und habe bei Fotoshootings immer etwas mehr Bilder gemacht, damit auf jeden Fall ein scharfes dabei ist.

Vor kurzem hatte ich dann einen Freund zu besuch. Dieser hat mir erzählt, dass er ein 50er 1.4 zu Hause hat. Das habe ich mir dann ausgeliehen. Ich bin ganz objektiv an die Sache rangegangen und habe einfach nur Testfotos gemacht. Auf denen konnte ich keinen Unterschied feststellen, der die 250 EUR Mehrpreis rechtfertigt. Hier meine Vergleichsbilder:

 

Vergleichsbild Canon EF 50mm 1:1.4 gegen 1:1.8Vergleichsbild Canon EF 50mm 1:1.4 gegen 1:1.8

Vergleichsbild Canon EF 50mm 1:1.4 gegen 1:1.8Vergleichsbild Canon EF 50mm 1:1.4 gegen 1:1.8

Für mich haben die Vergleichsbilder dazu geführt, dass ich für mich gesagt habe, dass sich der Mehrpreis nicht lohnt. Die Unterschiede, die ich aus den Bildern entnehme:

  • 1.4er ist vom Schärfebereich noch extremer als das 1.8er
  • Die Bilder beim 1.4er sind besonders zu den Kanten hin besser ausgeleuchtet
  • Die Farben sind “irgendwie schöner”

Aber so krass, dass der Preis sich lohnen würde…

Bis ich dann die beiden Shootings mit dem geliehenen Objektiv gemacht hatte. Das eine Shooting war eine Trauung. Die Verhältnisse dabei wie immer: Wenig Licht und trotzdem gerne ohne Blitz arbeiten, um die Emotionen einzufangen. Es war genial, überhaupt kein Vergleich mit dem 1.8er. Es gab auch viel weniger Ausschuss. Außerdem ist der Motor leiser und genauer, da das 1.4er mit einem UItraschallmotor ausgestattet ist. Hier einige Ergebnisse:

Hochzeitsdekoration in der KircheKlavier für die HochzeitsfeierSegensgebet fürs Brautpaar

Direkt danach hatte ich noch ein Paarshooting, bei dem ich auch das 1.4er verwendet habe. Die Ergebnisse haben mich teils sehr positiv überrascht:

 

Schöne AugenSchöne AugenDie Schuhe im Vordergrund

Irgendwie waren diese Fotos anders, als die vom 1.8er. Ich kann das nicht beschreiben, aber es wirkt anders. Ein Faktor ist sicherlich, dass der Objektivdurchmesser beim 1.4er größer ist und daher auch in die Randbereiche mehr Licht dringt. Aber Farben, Schärfe und Gesamtwirkung unterscheiden sich im realen Betrieb doch eigenartig bemerkenswert von dem 1.8er.

Was soll ich lange sagen: Ich habe es mir gekauft. Und bisher noch nicht bereut. Falls jemand sich fragt, ob die 250 EUR lohnen: Ja, das tun sie. Falls das Geld aber nicht reichen sollte, so tut es auch das 1.8er. Aber eine Festbrennweiter führt gleich zu ganz anderen Fotos und das kann jeder bestätigen, der bereits damit gearbeitet hat.

Übrigens sehen die Kugeln im Hintergrund auch wahnsinnig schön aus:

Schöner Hintergrund mit Blende f1.6

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Endlich Fotobücher mit vernünftiger Qualität

Ich habe schon einige Fotobücher gesehen und auch schon ein paar bestellt. Dabei war ich bisher immer der Meinung, dass es einfach nicht besser geht, als das, was ich so an Qualität gesehen habe. Mit meiner letzten Bestellung wurde ich nun endlich eines besseren belehrt und möchte euch gerne daran teilhaben lassen.

Bisher habe ich meine Fotobücher immer bei www.fotobuch.de bestellt. Das Programm mit dem die Fotobücher erstellt werden ist wirklich sehr gut und man kann nahezu alles damit machen. Es gibt sehr gute Vorlagen auf denen quitschig bunte Fotobücher erstellt werden können. Leider handelt es sich beim Druck nur um einen Digitalprint auf normalem Papier. Dementsprechend ist die Qualität nicht wirklich gut. Gerade im dunklen Bereich gibt es kaum noch Abstufungen und es sieht einfach nur noch nach schwarzer Fläche aus. Und das obwohl die Bilder alle von mir so aufbereitet wurden, dass das vom Histogramm her eigentlich gut aussieht.

Auch andere Fotobuchhersteller haben gleiche Probleme. Als ich letztens bei jemandem zu Gast war, durfte ich dort ein Produkt von CEWE Fotobuch ansehen. Die Probleme waren eigentlich die gleichen wie auch bei www.fotobuch.de, jedoch brachte mich das auf die Färte endlich mal ein wenig zu schauen, ob wirklich alle Fotobücher diese Probleme haben. Im Internet stieß ich dabei immer wieder auf Vergleiche, bei denen CEWE Fotobuch sehr gut abschnitt. Also lud ich mir das Programm mal runter und fand dort die Möglichkeit, zwischen Digitalprint und Fotopapier auszuwählen. Also wagte ich den Versuch und bestellte ein Fotobuch auf Fotopapier.

Das CEWE Fotobuch auf Fotopapier ist wirklich sehr zu empfehlen. Die Qualität sucht ihresgleichen, schon allein deswegen, weil das Papier wesentlich dicker ist und damit wertiger erscheint, als normales Papier. Außerdem erscheinen die zwei Seiten nebeneinander fast wie eine große Seite, da es nahezu keine Vertiefung in der Mitte des Buches gibt. Das ist wirklich sehr genial. Hier ein paar Bilder des Buches:

Ich bin mit der Qualität wirklich sehr zufrieden und werde jetzt wohl alle Fotobücher so bestellen, auch wenn es etwas teurer ist also normal.

CEWE Fotobuch könnte den Service noch verbessern, wenn sie die Software mal etwas aufbohren. Diese ist an vielen Stellen noch etwas kompliziert. Schön ist das Vertriebskonzept: Man kann sein Fotobuch bei sehr vielen Vertriebspartnern bestellen und abholen.

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Wie viele Pixel braucht ein Bild?

Des Öfteren komme ich mit Leuten ins Gespräch, die behaupten, dass die neuen Kameras ja viel zu viele Megapixel hätten, die man absolute nicht bräuchte. Leider ist das je nach Anwendungszweck grundlegend falsch. Auch in Artikeln renommierter Medien wird teilweise falsch darüber berichtet. Gerade heute habe ich wieder einen solchen Artikel gelesen. Die Welt Online schreibt in dem Artikel Kameras knipsen bald auch im Dunkeln, dass eine Auflösung von einem einzigen Megapixel für normale Papierfotos vollkommen ausreichend sind. Dabei stellt sich natürlich die Frage, was hier als normal bezeichnet wird. Bereits bei einer Zielgröße von 10cm x 15cm (und ich glaube das ist der derzeitige Standard) reichen ein Megapixel absolut nicht mehr aus. Außerdem wird die Behauptung aufgestellt, dass man mit zehn Megapixeln bereits Plakate drucken könnte. Das kann gut sein, dann muss man aber weit genug davon entfernt stehen.

Wie berechnet man eigentlich die Anzahl benötigter Pixel für ein Bild? Bevor man darüber eine Aussage treffen kann, muss man das Zielmedium auswählen. Soll das Bild gedruckt, oder soll es lediglich am Bildschirm gezeigt werden? Für den Bildschirm ist die Berechnung relativ einfach: Die Bildschirmauflösung gibt Aufschluss über die benötigten Pixel. Da immer mehr Bildschirme eine Full-HD Auflösung haben, sollte diese Auflösung derzeit das Maß der Dinge sein. Full-HD bedeutet eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Rechnet man hier die Anzahl der verwendeten Pixel aus, so sind es insgesamt 2073600 Pixel, was etwas mehr als zwei Megapixeln entspricht. Bereits hier reichen die in Welt Online erwähnten ein Megapixel nicht mehr aus, um das Bild scharf darzustellen.

Beim Druck gestaltet sich die Berechnung dann etwas schwieriger, aber auch nur etwas. Alle Angaben sind hier in Punkte pro Zoll (dpi / ppi) gemacht. Schaut man sich bei Onlinedruckereien um, so ist die Bildqualität immer mit 300dpi empfohlen. 300 Punkte pro Zoll also, wobei ein Zoll 2,54cm entspricht. Möchte man nun ein Foto mal etwas größer entwickeln lassen oder selber drucken, so sollte die Auflösung des Bildes mindestens 300dpi entsprechen. Am Beispiel DIN A4, möchte ich es einmal vorrechnen. DIN A4 hat 21cm Breite und 29,7cm Höhe. Die Rechnung dazu sieht relativ einfach aus. In einem ersten Schritt werden die 300dpi auf Punkte pro Zentimeter umgerechnet:

300dpi / 2,54cm = 118,11dpcm

In der bei uns gängigen Längeneinheit Zentimeter benötige ich also 118 Bildpunkte pro Zentimeter. Das sind 13950 Bildpunkte pro Quadratzentimeter. Für unser DIN A4 Blatt lässt sich nun folgende einfache Rechnung aufstellen:

21cm (Breite) * 118,11dpcm * 29,7cm (Höhe) * 118,11dpcm = 8700598 Bildpunkte

Um ein Blatt der Größe DIN A4 in vernünftiger Qualität zu bedrucken sind daher bereits knapp neun Megapixel notwendig. Ich bin erstaunt, dass laut Welt Online die gleiche Bildgröße für ein Plakat ausreichen soll.

Unabhängig von dem Zielmedium sollte man immer auch an die Zukunft denken. Unsere Bildschirme werden immer größer. Zukunftsforscher reden bereits heute davon, dass unsere Wände irgendwann Bildschirme sein werden. Wenn wir unsere Fotos auch dann noch ansehen und uns nicht über schlechte Qualität beklagen wollen, sollten die Fotos heutzutage immer in der maximal möglichen Auflösung der Kamera gemacht werden. Ja, das erfordert Speicherplatz, aber früher musste man die geschossenen Bilder auch alle irgendwo einkleben und abheften und die Mappen und Ordner in den Schrank räumen. Im Zweifelsfall würde ich dazu raten mal ein Bild weniger pro Situation zu machen und dann die höhere Auflösung zu wählen. Und Speicher kostet heutzutage auch nicht mehr die Welt. Bereits heute ist mit Full-HD zwei Megapixel die Minimalanforderung, die sicher in absehbarer Zeit steigen wird. Das Fernsehen begann 1952 mit einer Auflösung von 768 x 576 Bildpunkten. Das war nun lange Jahre der Standard. Mit Full-HD wird nun ein neuer Standard gesetzt, der sich aber garantiert nicht erneut 50 Jahre halten wird. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich meine jetzt geschossenen Fotos gerne auch noch in 50 Jahren in vernünftiger Qualität anschauen möchte.

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