Eine praktische und moderne Fernsehwand

Wir haben ein Haus gekauft. In der Vorbereitung zum Umzug macht man sich dann natürlich auch Gedanken, wie die einzelnen Räume eingerichtet werden sollen. Bei uns war das nicht anders. Im Wohnzimmer ist dabei eine Fernsehwand entstanden, die ich für durchaus praktisch halte. Ich möchte den Weg dahin und das fertige Produkt in diesem Artikel vorstellen.

Die fertige Fernsehwand

Das Haus wurde vor 20 Jahren erbaut und heimische Rechnernetzwerke waren damals noch vollkommen fremd. Da ich jedoch gerade darauf einen Schwerpunkt lege und von WLAN in der Vergangenheit eher mäßig begeistert war, hatte ich mir vorgenommen, Netzwerkleitungen nachträglich zu integrieren. Das Haus an sich war innen erst vor kurzer Zeit komplett weiß gestrichen wurden und so wollte ich ungern die Wände aufreißen. Zusätzlich musste ich ja auch durch die Decken und spätestens da wir es dann mit Unterputz und nicht sichtbar schwierig. Also entschied ich mich für eine Aufputzvariante. Trotzdem sollte diese nicht zu sehen sein.

Mein Server und das Patchfeld (also der Treffpunkt aller Netzwerkleitungen) sollten in den Keller. Im Erdgeschoss war direkt darüber das Wohnzimmer und dann wollte ich noch im Obergeschoss drei Netzwerkanschlüsse haben. Ich entschied mich, die Leitungen für das Netzwerk im Wohnzimmer direkt an der Wand hochzuführen, an die mein Fernseher kommt. Damit man die Leitungen und die des Fernsehers dann nicht sieht, sollte eine „Wand vor der Wand“ also letztendlich so etwas wie eine Abdeckung der Leitungen dafür sorgen, dass die Leitungen nicht sichtbar waren. Den Abstand zwischen Wand und Wand plante ich im ersten Schritt mit ca. fünf bis zehn Zentimeter, halt so viel, dass man die Leitungen dahinter verstecken konnte.

Ziemlich bald reifte die Idee weiter und so wurde an den Seiten hinter der Wand vor der Wand auf dem Zettel schon das Licht angebracht. So eine indirekte Beleuchtung hinter dem Fernseher (eigentlich ja hinter der Wand) konnte ich mir gut vorstellen. Damit das richtig wirkt, wollte ich die Wand nun noch etwas weiter nach vorne setzen. Abstand von Wand zu Wand sollten dann ungefähr zehn bis fünfzehn Zentimeter betragen.

Zu guter Letzt kam ich dann noch auf den Gedanken, den Zwischenraum zwischen Wand und Wand nicht nur für Leitungen zu nutzen, sondern auch gleich Stauraum zu integrieren. Ich wollte also zwischen Wand und Wand Regale einbauen. Damit ich handwerklich nicht selber aktiv werden musste (und aus praktischen Gründen, dazu später mehr), entschied ich mich, zwei Regale im Möbelgeschäft zu kaufen und diese einfach hinter die Wand zu stellen. Aus dem Grund rückte die Wand ein gutes Stück nach vorne. Abstand Wand zu Wand sind nun in der finalen Version 46cm. Unser Wohnzimmer ist sehr groß (knapp 10 Meter lange und mehr als fünf Meter breit), weshalb mir der halbe Meter nicht gestört hat. Und die meisten Leute stellen für den Fernseher sowieso ein Medienboard hin, welches dann auch 40-50cm in den Raum ragt und nur dazu dient, einen Platz für den Fernseher zu bieten. Daher entschied ich mich dafür, das Projekt durchzuziehen. Die Skizze hätte ich an dieser Stelle gerne gezeigt, jedoch wurde die von meiner Frau schon entsorgt (“Die Wand steht doch, wozu brauchst du das noch…”)

Im nächsten Schritt unterhielt ich mich dann mit meinen Schwägern darüber, wie man eine solche Wand am Besten umsetzt. Viele von Ihnen haben bereits Erfahrung gesammelt, indem sie ihr Haus zu einem Großteil in Eigenleistung erbaut haben. Sie rieten mir zu einer Trockenbauwand. Eine solche Wand wird aus Metallprofilen errichtet, an die dann Gipskartonplatten angebracht werden. Damit die Gipskartonplatten vorne nicht gleich bei jeder Berührung brechen wurde mir dazu geraten, die Wand vorne doppelt mit Gipskartonplatten zu beplanken. Da hinten sowieso nur die Regale rein kommen und sonst nichts passiert habe ich da nur eine Lage Gipskartonplatten vorgesehen. Eine weitere Randbedingung war zu beachten: Die Regale, die dahinter geschoben werden sollten, waren nicht so hoch wie die Wand, die über die gesamte Raumhöhe (2,50m) geplant war. Damit es also optisch vernünftig aussieht, plante ich noch hinter der Wand eine Decke auf Höhe der Regaloberkante zu ziehen. Somit entstand von beiden Seiten ein Loch, in das genau das gekaufte Regal reinpassen sollte. Als Breite wählte ich zwei Meter, damit musste ich die Gipskartonplatten in der Breite nicht kürzen.

Da an die Wand ein Fernseher gehängt werden sollte und Gipskartonplatten nicht unbedingt dazu gedacht sind mit Gewichten bestückt zu werden, wurde im mittleren Bereich der Wand noch eine OSB-Platte als Verstärkung eingeplant. Auch die Skizze mit den technischen Zeichnungen ist leider nicht mehr vorhanden und kann daher an dieser Stelle nicht gezeigt werden.

Eine letzte Sache machte mir noch zu schaffen: Im Boden habe ich den Heizungsrücklauf verlegt, daher waren Bohrungen in den Boden nicht risikolos möglich. Damit die Wand also trotzdem am Boden haftet, habe ich sie an die Fliesen geklebt.

Mit diesen Prämissen konnten wir dann am ersten Tag die benötigten Materialien einkaufen und dann mit der Umsetzung beginnen.

Die Wand mit den Netzwerkleitungen

Tag 1: An Tag 1 wurde lediglich das Material besorgt und die Metallprofile im Raum aufgebaut, sowie die OSB-Platte angebracht. Die Metallprofile wurden in der Decke befestigt und am Boden angeklebt. Da der Kleber 24 Stunden trocknen muss, mussten die weiteren Arbeitsschritte auf den nächsten Tag verlegt werden.

Die OSB-Platte als Verstärkung

Tag 2: Der Kleber war getrocknet und wir konnten beginnen die Gipskartonplatten anzubringen. Mein Schwager schnitt die Platten zu und ich verschraubte diese mit den Profilen. Zum Schluss wurde die Wand von 270 Schrauben zusammengehalten. Die Spalte zwischen den Platten und die Schraubenköpfe wurden nun zum ersten Mal verspachtelt. Die Arbeit war damit für diesen Tag erledigt, da nun die Spachtelmasse trocknen musste.

Die Wand vor dem Verspachteln

Tag 3: Die Spachtelmasse war trocken und konnten nun gerade geschliffen werden. Eine absolute Drecksarbeit. Dem Schleifen folgte ein zweites verspachteln, da die Gipskartonwand Flüssigkeit sehr gut aufnimmt und die Spachtelmasse damit nicht alle Löcher füllen konnte. Erst das zweite Verspachteln führt zu einer ebenen Wand.

Die verspachtelte Wand

Tag 4: Nach dem zweiten Verspachteln folgt das zweite Schleifen. Die Wand war damit eben und konnte tapeziert werden. Hier habe ich einen Fehler gemacht: Vor dem tapezieren empfiehlt es sich, eine Grundierung auf die Wand zu pinseln.

Als Provisorium der kleine Fernseher

Der Aufbau der Wand war also nach vier Tagen abgeschlossen. Damit ein erster Eindruck möglich ist, habe ich danach erst einmal den alten Fernseher davor gestellt. Bei der Suche nach einem Fernseher entschied ich mich dann für den Samsung UE40C6000. Der LED-Fernseher hat nahezu alle Features eines modernen Fernsehers und ist sehr flach. Das einzige, was ihm gegenüber dem UE40C6700 fehlt ist wohl die Internetwidgets. Diese benötige ich aber aufgrund meines Media Center PCs nicht. Somit sparte ich das Geld an dieser Stelle. Ich bestellte also den Fernseher und kurz danach auch die Wandhalterung anhand der technischen Daten auf der Webseite von Samsung. Als ich die Wandhalterung just-in-time am Tag der Montage bekam, passte diese nicht zum Fernseher. Die Angabe war fehlerhaft. Ich musste also ins Geschäft waren und mir auf die schnelle eine andere Halterung besorgen. Samsung zeigt sich aber Kulant und erstatte mir meinen Mehraufwand.

Der Fernseher wurde also an der Wand angebracht und die Leitungen nach hinten durchgezogen. Dafür bohrte ich ein 68er Loch durch die Wand und setzte von vorne eine Abdeckung wie bei Schreibtischen mit Heißkleber in die Wand ein.

Das Loch durch die Wand

Danach konnte ich schon den Fernseher an die Wand hängen und die Regale seitlich reinschieben. Ein paar Eindrücke vom fertigen Projekt:

Die fertige Wand mit dem Fernseher und der indirekten Beleuchtung

Der obere Teil der Regale von der SeiteDer untere Teil der Regale von der Seite

Der flache Fernseher von der Seite

Eine Schwierigkeit war noch der PC, der hinter der Wand stand. Dieser ist über eine Fernbedienung zu bedienen und der Infrarotempfänger musste irgendwo an der Front angebracht werden. Aber auch dafür war eine Lösung schnell gefunden:

Der PC hinter dem Fernseher

Die Platine zum Empfang der Fernbedienung

Der Infrarotsensor unter dem Fernseher

Von vorne ist der Empfänger nicht zu sehen und er empfängt das Signal sehr gut. Das einzige was mich ein bisschen stört ist, dass unser kleiner da eigentlich ganz gut ran kommt. Ich bin mal gespannt, wie lange das gut geht.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel eine Idee geben. Für mich war das ein tolles Projekt und mit dem Ergebnis bin ich durchaus zufrieden. Vielen Dank an alle, die daran beteiligt waren.

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6 Gedanken zu “Eine praktische und moderne Fernsehwand

    • Vom Fußboden bis zur Geräteunterseite sind es 64cm.
      Ich finde diese Höhe absolute genial, weil man auf der Couch sitzend nicht so weit nach oben schauen muss.

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