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Betriebssystem Windows Home Server – Ein Überblick

24. Januar 2010 900 views Keine Kommentare

Seit knapp einem Monat habe ich nun auch privat den Windows Home Server bei mir stehen und berichte daher im Freundeskreis immer wieder darüber. Dabei stelle ich fest, dass die wenigsten etwas damit anfangen können. Windows Home Server verdient es daher hier einmal ausführlicher vorgestellt zu werden.

Windows Home Server ist in erster Linie ein Betriebssystem. Es kann ganz normal einzeln erworben werden und kostet so zwischen 80 und 90 EUR. Die Installation kann auf jedem PC erfolgen. Im Grunde genommen ist Windows Home Server ein Server 2003 mit einigen Änderungen für den privaten Gebrauch. Daher braucht man für die Geräte eigentlich auch Server 2003 Treiber. Die meisten XP-Treiber funktionieren jedoch auch einwandfrei. Der Grundgedanke des Systems: Der Privatnutzer zu Hause soll möglichst einfach zentral Daten ablegen und diese im Haus allen Geräten zur Verfügung stellen. Außerdem sollen Sicherungen der Heimrechner angelegt werden, die auch einen Zugriff auf Dateien der Vergangenheit ermöglichen. Der Speicherplatz ist sehr einfach erweiterbar. Die Nutzeranzahl ist auf 10 beschränkt, was für den Hausgebrauch ausreichen sollte.

Um den Server möglichst einfach zu administrieren, wird der komplette Home Server über eine sogenannte Home Server Konsole gesteuert:

Home Server Konsole

Die Home Server Konsole bietet die Möglichkeit, Computer für die Sicherungen zu konfigurieren, neue Benutzer oder Ordner anzulegen oder Einstellungen am Home Server vorzunehmen. Mit Add-Ins kann die Funktionalität der Home Server Konsole erweitert werden. Die Konsole steht über jeden Computer im Heimnetz zur Verfügung, nachdem dieser für die Kommunikation mit dem Home Server und der Sicherung auf dem Home Server konfiguriert wurde. Nach Eingabe des Home Server Passworts kann dieser damit von jedem Computer (und wenn so konfiguriert auch übers Internet) eingestellt werden.

Damit sichtbar wird, wie einfach die Administration aufgebaut ist, möchte mit einem Video von youtube zeigen, wie neue Ordner im Netzwerk verfügbar gemacht werden können:

Nachdem man dieses Video gesehen hat, kann man sich nun vorstellen, dass die Benutzer ähnlich einfach angelegt werden können. Um neue Computer mit dem Windows Home Server zu verbinden, muss der Home Server Connector auf den Computern installiert werden, der sich im Verzeichnis Software auf dem Home Server befindet und auch auf CD mitgeliefert wird. In den Einstellungen kann dann natürlich noch eingestellt werden, wann die SIcherungen der PCs durchgeführt werden sollen und ob und wann die Updates installiert werden. Außerdem kann der Remotezugriff konfiguriert werden.

Der Remotezugriff ermöglicht den Zugriff auf die Home Server Freigaben und die Home Server Computer über das Internet. Je nach Router ist der Zugriff mit einem einzigen Klick konfiguriert. Ob die Nutzer nur Zugriff auf die Dateien oder auch auf die Computer haben, kann für jeden Benutzer einzeln festgelegt werden. Wie einfach das funktioniert, zeigt das folgende (leider englischsprachige) Video:

Sollten die Festplatten einmal zu klein werden, können diese sehr einfach erweitert werden: Neue Festplatte einbauen und dann dem Windows Home Server mitteilen, dass die neue Festplatte für die Datenspeicherung vom Windows Home Server genutzt werden kann. Die Übersicht über die Festplatten zeigt nicht nur die verbauten Festplatten und bietet die Möglichkeit neue Festplatten hinzuzufügen, sondern visualisiert auch die Aufteilung des aktuellen Speichers:

Speicher In meinem Fall sind noch 23% des Speichers frei. Aktuell sind drei Festplatten verbaut mit einer Gesamtkapazität von 1,31 TB.

Wie bereits gesagt, kann die Funktion des Home Servers durch Add-Ins erweitert werden. Add-Ins gibt es für die unterschiedlichsten Funktionalitäten. Eines der am häufigsten genutzten Add-Ins ist Lights-Out. Lights-Out sorgt dafür, dass der Home Server nur dann läuft, wenn ein Computer im Netzwerk aktiv ist und hilft somit Strom zu sparen. Außerdem kann man feste Zeiten definieren, zu denen der Server laufen muss. Bei mir wird der Server z.B. jede Nacht um 2 Uhr geweckt, damit er die Sicherungen der PCs machen kann. Dafür weckt er die PCs auf, sichert diese und legt sie danach wieder schlafen. Er selber legt sich dann auch wieder hin. So wird der Strom nur dann verbraucht, wenn der Server wirklich benötigt wird. Der Windows Home Server Blog hat das Add-In ausführlich beschrieben.

Um ein Add-In oder eine Software auf den Home Server zu installieren, wird das MSI-Packet einfach in den Ordner Add-Ins unter Software geschoben und dann über die Einstellungen der Windows Home Server Konsole installiert:

EinstellungenDie Deinstallation erfolgt ebenfalls zentral über die Einstellungen.

Wenn man dann wirklich mal Einstellungen vornehmen möchte, die nicht über die Konsole zu erledigen sind, dann kann man sich natürlich per Remote Desktopverbindung zum Server verbinden und findet dann einen Windows Server 2003 Desktop vor mit nahezu all seinen Einstellungsmöglichkeiten.

Wer einen Windows Home Server kaufen möchte, kann dies auch gleich im Komplettpacket tun. Die fertigen Rechner sind meistens möglichst klein gebaut und bieten für insgesamt vier Festplatten platz, von denen zwei bereits eingebaut sind. Benötigt wird lediglich ein Netzwerkanschluss und Strom. Zu den bekanntesten gehört wohl der Acer easyStore. Wer also auch einen Windows Home Server haben möchte, wird schon so für ca. 400 EUR fündig.

Eine letzte Sache sei noch gesagt: Der Home Server bietet eine Server Wiederherstellungs-Installation, die den Home Server nach einem Ausfall der Systemplatte wieder herstellt. Somit sind die Daten auch im Fall eines Plattenausfalls der Systemplatt sicher abgelegt und können wieder verfügbar gemacht werden. Berichte über die Wiederherstellung gibt es im Internet zahlreich und sie sind soweit ich das überblicke allesamt positiv.

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