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Windows Home Server im Eigenbau

31. Dezember 2009 2,544 views 16 Kommentare

Not macht erfinderisch und so habe ich mich in den letzten Tagen dazu entschlossen doch keinen fertigen Windows Home Server zu kaufen, sondern mir doch einen selber zusammen zu stellen. Oberstes Ziel war dabei natürlich Energieeffizienz. So wenig Energie wie möglich sollte der Server verbrauchen. Die wichtigste Komponente in Bezug auf den Stromverbrauch ist der Prozessor und so habe ich mir angeschaut, was die Hersteller fertiger Systeme so verwenden. Meist kommt hier ein stromsparender Intel Atom Prozessor zum Einsatz, mit dem ich in meinem Notebook gute Erfahrungen sammeln konnte. So war der Entschluss schnell gefasst, dass der Intel Atom die Kernkomponente meines eigenen Home Servers werden sollte. Der Atom kommt meist schon mit einem Board, auf dem auch ein Grafikchip enthalten ist. Außer dem Board braucht man also nur noch ein Netzteil, Arbeitsspeicher, ein Gehäuse und die entsprechenden Festplatten.

ECS 945GCT-D

Lange habe ich nach einem passenden Board gesucht und bin zum Schluss bei einem Elitegroup fündig geworden. Das einzige Manko des ECS 945GCT-D gleich vorweg: Es hat nur einen 10/100 MBit Netzwerkchip. Da mein Router aber sowieso maximal 100 MBit kann, wäre mir mit mehr auch nicht geholfen. Ansonsten hat das Board alles, was das Herz begehrt (zumindest für ein Intel Atom Board): SATA, IDE, PCI-e x1, PCI, 2x DDR2 und sogar Anschlüsse für bis zu sechs USB Ports. Leider sind nur zwei SATA Steckplätze auf dem Board vorhanden, dies lässt sich jedoch durch eine PCI-e x1 SATA Karte sehr einfach erweitern. Für meinen Einsatzzweck reichen die beiden auch erst einmal aus.

Bei dem Netzteil habe ich mich für ein leises 400W Netzteil entschieden, welches weniger Strom verbraucht und auch weniger kostet als die leistungsstärkere Netzteile. Ein altes Gehäuse hatte ich noch rumstehen und auch die Festplatten waren bereits vorhanden. Ein Überblick über die Kosten, wenn alles neu gekauft werden muss:

Komponente Modell Preis
Gehäuse 0-8-15 30 EUR
Mainboard ECS 945GCT-D 60 EUR
Arbeitsspeicher Kingston DDR2 2GB 40 EUR
Netzteil Corsair CX 400W ATX 2.2 50 EUR
Festplatten 2x 1 TB Samsung SATA 2x 77,50 EUR = 155
Betriebssystem Windows Home Server 80 EUR

Gesamtpreis für alle Komponenten: 415 EUR. Für diesen Preis kriegt man auch schon einen richtigen Acer easyStore, aber der ist weder selbstgebaut, noch hat er die Erweiterungsmöglichkeiten (PCI-e) und die Anzahl Festplatten ist auf vier begrenzt.

LaufwerkeBei mir kam hinzu, dass Festplatten und Arbeitsspeicher vorhanden waren und auch das Gehäuse nicht besorgt werden musste. So kam ich auf einen Preis von 190 EUR für den gesamten Home Server. Bei mir werkeln drei Festplatten, eine alte IDE mit 320GB eine SATA mit 500GB und eine SATA mit 640GB. Mit dem Umrechnungsverlust komme ich auf einen Gesamtspeicherplatz von 1,31 TB. Ich denke, dass ich in Zukunft noch mal ne große Festplatte nachrüsten muss, aber momentan reicht es für meinen Bedarf absolut aus.

Ein kompletter Überblick des Innenlebens

Es sieht zwar nicht besonders schön im Inneren aus, aber rein guckt da sowieso niemand. Irgendwann binde ich vielleicht noch paar Kabelbinder drum und evtl. muss auch das Gehäuse noch mal irgendwann einem größeren Weichen, denn insgesamt sind die Einschübe für Festplatten in diesem alten Gehäuse dann doch eher begrenzt.

Gespannt bin ich auf den Stromverbrauch, den ich bei nächster Gelegenheit messen werde (habe gerade kein Messgerät hier). Mein Ziel ist ein Verbrauch unter 40 Watt.

Der Grund für mich auf einen Windows Home Server umzusteigen war einfach Platzmangel. Auf meinem Desktoprechner hatte ich bisher zwei 640GB Festplatten im RAID1 (Spiegelung) laufen. Der Platz wurde allmählich eng und ich wollte nicht erneut zwei Festplatten einbauen, die dann wieder ein RAID1 bilden würden. Außerdem lernte ich einen Home Server kennen und war von den Fähigkeiten und Möglichkeiten absolut begeistert. Das RAID System wurde nun entfernt und die Festplatte mit zwei anderen ungenutzten Festplatten im Home Server verbaut. So entstehen aus 640GB ohne Festplattenzukauf 1,31TB, die insgesamt nahezu genauso sicher sind wie das bisherige RAID1, jedoch kann der Speicherplatz wesentlich flexibler erweitert werden.

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16 Kommentare »

  1. stefn sagt:

    Hallo dein Whs sieht sehr gut aus mich würde interessieren wie hoch der Stromverbrauch ist.

    • Würde mich auch interessieren. Kann ich aber erst sagen, wenn ich mein Messgerät in der nächsten Woche bekomme. Ich werde dann Bescheid geben.

  2. Christian sagt:

    Hi Tomas,
    find ich wirklich sehr interesant den Artikel. Bin auch gespannt was für ein Stromverbauch rauskommt. Auch die anderen Beiträge…wirklich sehr interesante Texte und Gedanken. Freu mich auf die nächsten Post’s.

  3. Also, heute habe ich den Stromverbrauch gemessen:

    Stand-By: < 7 Watt
    Ohne Festplatten und ohne DVD-LW: 32 Watt
    Mit Festplatten und DVD-LW: 49 Watt

    Ich bin voll und ganz zufrieden.

    • Sascha sagt:

      Interessante Messwerte die Du hier ermittelt hast.
      Ich habe vor kurzem mir auch einen Server zusammengebaut, mit dem Ziel das er stromsparend sein soll.
      Allerdings habe ich keine Intel Atom CPU verwendet sondern eine “AMD Athlon II X2 235e 2.70Ghz AM3 2MB 45W BOX” CPU mit einem MSI ATX Board, 8GB Mushkin DDR3 RAM Speicher, DVD Brenner sowie 4 X 1,5 TB Samsung Green Festplatten und komme auf einen Verbrauch von 50 Watt.
      Was ich mich frage wieso liegt Dein stromverbrauch so hoch ?

    • Naja, du hast die Green Festplatten verwendet, die extra auf Stromsparen ausgelegt sind. Alleine die geringere Umdrehungszahl macht 30% Ersparnis pro Festplatte. Des weiteren habe ich beim Netzteil nicht darauf geachtet, dass es möglichst effizient ist, sondern darauf, dass es möglichst leise ist. Ich denke diese Faktoren führen dazu. Dass du mit deinen Komponenten bei 50 Watt landest finde ich echt interessant. Werde ich mir merken.

      Für meinen Wohnzimmer-PC habe ich mir gerade noch mal einen ATOM zugelegt, allerdings auf ION Plattform also mit N330er Dualkern. Der soll anscheinend nur ca. 35 Watt verbrauchen. Da bin ich mal gespannt.

  4. Michael sagt:

    Hallo Thomas,

    alles schön und gut dein WHS. Ich hatte auch einen WHS mit Intel Atom und eben auch nur zwei sATA und 100 MBit Netzwerkkarte. Der kleine lieft auch sehr gut aber die Netzwerkkarte hat doch viel verhindert und gebremst. Das betanken des WHS dauerte Stunden so das ich teilweise die Daten erst auf eine USB Platte kompiert habe und diese dann an den WHS angeschlossen habe. Das ging schneller.

    Diese Woche war ich es leid und habe mir einen neuen WHS gegönnt.
    Ich habe den Stromverbrauch noch nicht gemessen. Ich schätze das ich auf gut und gerne 90 bis 100 Watt komme. Kann das gerade nicht testen weil ich gerade meinen Server betanke und das dauert noch.

    http://forum.home-server-blog.de/viewtopic.php?f=23&t=8422

    • Ja Michael, die 100MBit Netzwerkkarte ist wirklich ein Problem. Habe mir nun für 10 EUR Gigabit LAN (PCI-e) geholt und bin damit wesentlich schneller unterwegs. Sich deswegen gleich einen neuen WHS holen? Kann ich nicht nachvollziehen. Vor allen Dingen hast du dann doch auch über die Laufzeit durch den immer teurer werdenden Strom noch wesentlich höhere Kosten.

  5. [...] var fbShare = {url: 'http://www.home-server-blog.de/2010/01/16/whs-im-eigenbau-von-thomas-lippert/',size:'small'} Schon öfters hatten wir der Community angeboten, auch mal eigene Erfahrungsberichte zum Thema Windows Home Server, Home Server Hardware oder Ähnlichem bei uns zu veröffentlichen. Auf Thomas Lipperts Blog hatten wir einen Erfahrungsbericht gesehen und ihn gefragt ob wir diesen nutzen können. Er hat zugestimmt und nun ist es soweit. Bitte kommentiert zu diesem Artikel in Thomas Blog. [...]

  6. Rene sagt:

    Interessanter Artikel und coole Sache. Ich selber nutze ein IONITX-A-E Board (nur dieses hat nen externen Stromanschluß). Das kostet zwar 145€ aber dafür hast Du einen Atom N330 DualCore 2×1,6GHz mit HyperThreading (hat das Board 4 Kerne). Das ganze habe ich in ein selbstgeschrabtes Plexiglasgehäuse reingepresst und in Front noch ein Touchscreen reingepresst. Wenn das Gerät nichts zu tun hat (im Idle Mode ist) dann verbraucht es 19 Watt. Wenn ich Filme über das Netzwerk streame und Daten hin und her schiebe dann geht es mal auf 28-29 Watt hoch. Im Standby zeigt meine Uhr 0 Watt an. ich denke mal aufgerundet ist es 1Watt. (zum schauen mal hier der Link http://tech-profi.net/?p=17#more-17) das gehäuse ist nur 220mm x160mm x 220mm wenn Du es kleiner haben möchtest dann schau mal hier (http://tech-profi.net/?p=18) Festplatten nutze ich von Western Digital Caviar Green. Die sind extrem Stromsparend und werden auch nicht so extrem heiss.

  7. Jack sagt:

    Hi,

    eventuell wäre hier das Intel ITX Board g945GCLF2 die bessere Wahl gewesen?

    Für ca. 70 € bietet dieses ein Dualcore Atom und Gigabit-Lan.
    Leider unterstützt es aber nur 2 GB Ram.

    mfg
    Jack

    • Also für mich wäre das nicht die bessere Wahl, da ich ein lüfterloses Board haben wollte. Generell kann man aber darüber nachdenken. Hilft vielleicht einem Leser, daher danke für den Vorschlag.

  8. Jack sagt:

    Kein Ding ;P
    Betreibe das Board übrigens ohne den montierten Lüfter.
    Habe einen langsam drehenden 80 mm lüfter im Gehäuse.
    CPU ist bei last bei ca. 50 Grad. Mal Gucken wie sich das Ganze im Sommer verhält.

  9. [...] ein vernünftiger PC her, der dann lediglich als Media Center dient.Spätestens nach der Anschaffung eines Home Servers sind die Voraussetzungen in meinem Heimnetzwerk dafür geschaffen, denn die Multimediadaten [...]

  10. Georg sagt:

    Hallo Thomas,

    ich habe ein PointOfView Atom330 ohne IDE oder Floppy und werde langsam verrückt…
    Wie kriegt man eine Installation vom WHS hin, wenn das blöde Teil im Textmode wegen fehlender Sata-Treiber hängenbleibt?
    Isch habe gar kein Floppy :-)

    Ich würde mich freuen, wenn du da einen Tip für mich hättest!

    Gruss
    Georg

    P.S. Mein Board hat mit 1x 80GB Notebookplatte, 3x 1.5 TB EcoGreen und PicoPSU rd. 39 W

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