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Wie viele Pixel braucht ein Bild?

23. Dezember 2009 525 views 5 Kommentare

Des Öfteren komme ich mit Leuten ins Gespräch, die behaupten, dass die neuen Kameras ja viel zu viele Megapixel hätten, die man absolute nicht bräuchte. Leider ist das je nach Anwendungszweck grundlegend falsch. Auch in Artikeln renommierter Medien wird teilweise falsch darüber berichtet. Gerade heute habe ich wieder einen solchen Artikel gelesen. Die Welt Online schreibt in dem Artikel Kameras knipsen bald auch im Dunkeln, dass eine Auflösung von einem einzigen Megapixel für normale Papierfotos vollkommen ausreichend sind. Dabei stellt sich natürlich die Frage, was hier als normal bezeichnet wird. Bereits bei einer Zielgröße von 10cm x 15cm (und ich glaube das ist der derzeitige Standard) reichen ein Megapixel absolut nicht mehr aus. Außerdem wird die Behauptung aufgestellt, dass man mit zehn Megapixeln bereits Plakate drucken könnte. Das kann gut sein, dann muss man aber weit genug davon entfernt stehen.

Wie berechnet man eigentlich die Anzahl benötigter Pixel für ein Bild? Bevor man darüber eine Aussage treffen kann, muss man das Zielmedium auswählen. Soll das Bild gedruckt, oder soll es lediglich am Bildschirm gezeigt werden? Für den Bildschirm ist die Berechnung relativ einfach: Die Bildschirmauflösung gibt Aufschluss über die benötigten Pixel. Da immer mehr Bildschirme eine Full-HD Auflösung haben, sollte diese Auflösung derzeit das Maß der Dinge sein. Full-HD bedeutet eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Rechnet man hier die Anzahl der verwendeten Pixel aus, so sind es insgesamt 2073600 Pixel, was etwas mehr als zwei Megapixeln entspricht. Bereits hier reichen die in Welt Online erwähnten ein Megapixel nicht mehr aus, um das Bild scharf darzustellen.

Beim Druck gestaltet sich die Berechnung dann etwas schwieriger, aber auch nur etwas. Alle Angaben sind hier in Punkte pro Zoll (dpi / ppi) gemacht. Schaut man sich bei Onlinedruckereien um, so ist die Bildqualität immer mit 300dpi empfohlen. 300 Punkte pro Zoll also, wobei ein Zoll 2,54cm entspricht. Möchte man nun ein Foto mal etwas größer entwickeln lassen oder selber drucken, so sollte die Auflösung des Bildes mindestens 300dpi entsprechen. Am Beispiel DIN A4, möchte ich es einmal vorrechnen. DIN A4 hat 21cm Breite und 29,7cm Höhe. Die Rechnung dazu sieht relativ einfach aus. In einem ersten Schritt werden die 300dpi auf Punkte pro Zentimeter umgerechnet:

300dpi / 2,54cm = 118,11dpcm

In der bei uns gängigen Längeneinheit Zentimeter benötige ich also 118 Bildpunkte pro Zentimeter. Das sind 13950 Bildpunkte pro Quadratzentimeter. Für unser DIN A4 Blatt lässt sich nun folgende einfache Rechnung aufstellen:

21cm (Breite) * 118,11dpcm * 29,7cm (Höhe) * 118,11dpcm = 8700598 Bildpunkte

Um ein Blatt der Größe DIN A4 in vernünftiger Qualität zu bedrucken sind daher bereits knapp neun Megapixel notwendig. Ich bin erstaunt, dass laut Welt Online die gleiche Bildgröße für ein Plakat ausreichen soll.

Unabhängig von dem Zielmedium sollte man immer auch an die Zukunft denken. Unsere Bildschirme werden immer größer. Zukunftsforscher reden bereits heute davon, dass unsere Wände irgendwann Bildschirme sein werden. Wenn wir unsere Fotos auch dann noch ansehen und uns nicht über schlechte Qualität beklagen wollen, sollten die Fotos heutzutage immer in der maximal möglichen Auflösung der Kamera gemacht werden. Ja, das erfordert Speicherplatz, aber früher musste man die geschossenen Bilder auch alle irgendwo einkleben und abheften und die Mappen und Ordner in den Schrank räumen. Im Zweifelsfall würde ich dazu raten mal ein Bild weniger pro Situation zu machen und dann die höhere Auflösung zu wählen. Und Speicher kostet heutzutage auch nicht mehr die Welt. Bereits heute ist mit Full-HD zwei Megapixel die Minimalanforderung, die sicher in absehbarer Zeit steigen wird. Das Fernsehen begann 1952 mit einer Auflösung von 768 x 576 Bildpunkten. Das war nun lange Jahre der Standard. Mit Full-HD wird nun ein neuer Standard gesetzt, der sich aber garantiert nicht erneut 50 Jahre halten wird. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich meine jetzt geschossenen Fotos gerne auch noch in 50 Jahren in vernünftiger Qualität anschauen möchte.

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5 Kommentare »

  1. Simon sagt:

    Wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass man auch ein ordentliches Objektiv und eine gute Kamera braucht, denn ansonsten helfen einem auch die 10 Megapixel nichts. Ein 3MP Bild mit ordentlicher Kamera und gutem Objektiv steckt jedes 5MP Handykamera-Bild locker in die Tasche.

    Gerade bei Fotos ist es auch etwas weit hergeholt, dass 8MP für DIN A4 ein Muss sind. Ich kenne genügend Beispiele bei denen 3MP für ein schönes Bild vollkommen ausreichend sind. Natürlich sieht es mit mehr noch etwas besser aus, aber im großen und ganzen funktioniert es für Otto-Normalverbraucher auch mit 3-5 sehr gut.

    Die Engstellen sind dabei aber auch die Chipkapazität der Kamera, die verlängerte Speicher- und Bildberechnung/-optimierung-Zeit, sowie die Dauer der Übertragung zum PC oder auch über das Internet. Natürlich kann man die vor dem Verschicken herunterrechnen, wenn man sie kurz jemandem zeigen will, aber mal im Ernst – wer macht das schon?

    • Mit 3 Megapixeln ist man bei DIN A4 beim unteren Level angekommen. Weiter runter geht nicht mehr wirklich ohne dass das Bild wirklich schlecht aussieht. Ich bin bei meiner Berechnung jedoch nicht vom unteren Level ausgegangen, sondern von dem, was allgemein gängige Praxis ist.

      Über Handykameras brauchen wir nicht reden, die habe ich in diesem Kontext nicht angesprochen. Allgemein halte ich nicht wirklich viel von denen.

  2. Michael sagt:

    Schön erklärt und beschrieben…..werde desöfteren mal auf Deinen Artikel verweisen, wenn ich wieder diese endlosen “mir hat man aber gesagt, dass Pixel unwichtig sind” – Debatten führen muss :-)
    10MP in Kamera X sind halt lange keine 10MP in Kamera Y. Zumindest im Auge des hinterher enttäuschten Betrachters.
    Rauschen (insbesondere bei höheren ISO-Zahlen) kann den Spass an vielen Pixeln ebenso mindern, wie zu wenig Pixel ohne Rauschen.
    Also weg von der Annahme “Geiz ist geil”. Große Sensoren mit vielen Pixeln und geschickter Anordnung, kosten halt….
    In diesem Sinne “Guten Rutsch” ins Neue Jahr und machts mir schöne Fotos!

  3. Andre sagt:

    Das Objektiv ist neben der Pixelanzahl in meinen Augen das Wichtigste. Die Pixel sind doch dann interessant, wenn eine Aufnahme vergrößert wird. Das Objektiv hingegen sorgt schon bei Originalgröße der Aufnahme für den Unterschied zwischen mäßigen und richtig guten Fotos – von der Hand und dem Auge des Fotografen natürlich ganz zu schweigen, denn ein versierter Fotograf kann auch mit schlechter Technik noch Bilder machen, die besser sind als das, was ein Gelegenheits-Knipser jemals hinbekommen würde.

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