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c’t Magazin habe ich besser in Erinnerung

14. Februar 2009 274 views 3 Kommentare

Jeden Samstagmittag läuft im Fernsehen auf hr das c’t Magazin, das Magazin zur Computerfachzeitschrift. c’t genießt insgesamt einen relativ guten Ruf auch und gerade unter Leuten vom Fach. Früher habe ich mir auch gerne mal das Magazin angesehen, dann irgendwann habe ich jedoch vergessen, dass es diese Sendung überhaupt gibt.

Nun, nach langer Zeit habe ich vor zwei Wochen zufällig reingeschaltet und mich daran erinnert. Die Sendung vom letzten Samstag habe ich dann aufgenommen und heute morgen reingeschaut. Was soll ich sagen? So ganz konform war ich mit dem nicht, was dort geboten wurde. Es ging um das Thema kostenlose Software oder Geld ausgeben? Verglichen wurden folgende Programme:

Als Gesamtpreis wird für die Programme 210 EUR genannt. Der erste Punkt, den ich auf jeden Fall kritisieren muss. Norton AntiVirus kauft c’t anscheinend für 40 EUR ein. Ohne lange Suche finde ich bei Google sofort in den ersten drei Treffern das Programm für 20,62 EUR. Weiter mit Microsoft Office. Hier wird der Preis von 70 EUR für die Home and Student Version angegeben. Amazon liefert kostenlos für 75 EUR. Zusätzlich wird verschwiegen, dass diese Version auf drei Rechnern installiert werden darf. Der Preis pro Rechner liegt damit lediglich bei knapp 25 EUR. Auch beim letzten Programm ist der Preis völlig überzogen. Mit Versand gibt’s Adobe Photoshop Elements 7 für knapp 70 EUR im Internet. Von den 210 EUR bin ich nach meiner Recherche weit entfernt, denn ich komme auf einen Gesamtpreis von knapp 117 EUR je Rechner, das ist fast die Hälfte von dem in der Sendung genannten Betrag.

Auch der Vergleich der Programme hinkt teilweise sehr. AVG und Norton AntiVirus werden gar nicht verglichen. Hier wird nur gesagt, dass beide Programm vor Viren schützen. Kann deswegen das eine das andere ersetzen? Hier möchte ich noch kein Urteil fällen, jedoch war ich etwas enttäuscht, dass hier reine Preise verglichen werden. Bei OpenOffice wagt man dann die Aussage, dass sogar alles so ähnlich aussieht wie bei Microsoft Office. Da muss ich dann wirklich widersprechen. Wer einmal mit beiden Programmen (Microsoft Office 2007 und OpenOffice) gearbeitet hat kommt sehr schnell zu dem Ergebnis, dass Office 2007 um Längen voraus ist. Das fängt beim Ribbon Interface an und nimmt bei den Funktionalitäten seinen Lauf. Die beiden Programm nebeneinander zu stellen und als ebenbürtig zu beurteilen ist schlicht falsch, auch für Anwender mit wenig Anspruch. In meinem Freundeskreis habe ich mehrere Leute, die OpenOffice aus Kostengründen genutzt haben. Nun haben einige auf Microsoft Office umgestellt und sind begeistert. Sie würden das Geld auf jeden Fall wieder ausgeben. Und mal ehrlich: Was sind 22 EUR? Zu Picasa 3 mit Gimp im Vergleich mit Photoshop Elements will ich mich nicht äußern, da ich mit Photoshop Elements noch nicht gearbeitet habe. Es wird hier jedoch ohne Probleme ein Google Produkt empfohlen, ohne dabei auf Googles Marktposition und die damit verbundenen Gefahren hinzuweisen.

Insgesamt kann ich sagen, dass der Bericht einen eher negativen Beigeschmack hinterlässt. Hier wird einiges verschwiegen und Falschinformationen verbreitet, nur um kostenfreie Programme zu bewerben. Ob das der richtige Weg für Kundenzufriedenheit ist, bleibt dahingestellt.

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3 Kommentare »

  1. Oliver Lippert sagt:

    Sehr gut, wiedermal!
    Ich finde diese Beiträge besonders interessant, da man sieht was sich Leute/Zeitschrifften/Bücher erlauben, wenn sie bekannt sind.

    Gut das hört sich jetzt nach einem Vorwurf an, aber ich glaube dass die c’t auch weiß, dass diese Sendung nicht gerade der hit war.

    Aber wie gesagt, gut das Du dir Zeit genommen hast darüber zu berichten.

  2. Jonas sagt:

    Danke für den Artikel, eine weitere Bestätigung dafür, dass die TV-Redaktion immer noch nicht an die Qualität der Zeitschriften-Redaktion herankommt.

    Allerdings würde ich dich bitten, selbst korrekt zu bleiben, wenn du solche Details aufwühlst:

    “Sie würden das Geld auf jeden Fall wieder ausgeben. Und mal ehrlich: Was sind 22 EUR?”

    Der Vergleich hinkt, nicht jeder installiert das Produkt auf 3 Rechnern, für mich kostet es 75 EUR ;)

    Ich habe MSO 2007 nirgendwo günstiger gesehen, als das von dir genannte Amazon-Angebot. Die Bedienung ist zwar 10mal besser als OpenOffice, aber für max 10-20 Mal im Jahr nutzen gebe ich keine 75 EUR aus! Das wären pro Nutzung ca 7,50 EUR…

    Und wirklich GEBRAUCHT wird es eh nur auf Arbeit und da is es sogar von Nachteil zwischen MSO 07 @home und MSO 03 @work switchen zu müssen.

  3. Michael sagt:

    Hallo zusammen,

    guter Artikel dem ich noch etwas hinzufügen möchte zu ThreadFire. Das eher weniger bekannte Tool mit virenscannern zu vergleichen hinkt in der Tat, denn es erhebt diesen anspruch garnicht. Vielmehr soll es vor “ungewöhnlichem Verhalten bei Internettraffic” Alarm schlagen; In erster Linie, so wie ich das verstanden habe, ist das Primärziel also weniger Viren, als vielmehr Malware und Addware. Es verhällt sich auch in seiner Reaktion mehr wie eine Firewall (die es ausdrücklich NICHT ersetzt), als ein Virenscanner. Ist also imo mal wieder die “Äpfel mit Birnen vergleichen” Geschichte. Klar, ist beides Obst, aber das war ja nicht die Frage.
    So ein schnitzer sollte einem Fachmagazin eigentlich nicht wiederfahren. Es hätte gereicht, die Featurelist des Produktes schnell zu überfliegen um das zu wissen.

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