Zurück zu XP? Never!
über das Wochenende habe ich zwei Beiträge gelesen von Leuten, die zurück zu XP gewechselt haben. Diese Vorgehensweise ist soweit in Ordnung, wenn sie jetzt im Nachhinein nicht Vista schlecht machen würden. Meiner Meinung nach, wird nämlich dabei sehr polarisiert. Enttäuscht hat mich einer der Beiträge stark, weil er von einem meiner Meinung nach IT-Fachmann geschrieben wurde. Es handelt sich um folgende Beiträge:
- XP: So much happier! von Georg Holzer
- Upgrade als Weihnachtsgeschenk von Harald Sommerfeld
Ich mÖchte auf den Beitrag von Georg Holzer näher eingehen. Er bringt folgende Argumente für seinen Wechsel auf Windows XP, zu denen ich Stellung nehmen mÖchte, weil sie meiner Meinung nach fast alle falsch sind.
- Alles läuft viel flinker
Hier gilt es die Voraussetzungen zu prüfen. Ich kann nicht erwarten, dass ich mit einem Trabimotor auf der Autobahn 160 fahren kann, nur weil die Autobahn das zulässt und ich gerade den Trabimotor in eine Lamborginikarosse eingebaut habe. Mein Trabimotor muss natürlich die nÖtige Leistung aufbringen kÖnnen. Mit Vista ist das nicht viel anders. Ich kann nicht erwarten, dass Vista auf einem alten PC HÖchstleistungen vollbringt, denn das tut es nicht und das wissen wir alle. Fakt ist jedoch auch, dass ich auf meinem aktuellen Rechner keinen Unterschied bemerke. Fakt ist außerdem, dass bei Vista einige Vorkehrungen getroffen wurden, um die gefühlte Geschwindigkeit stark zu erhÖhen. Dazu mehr im nächsten Punkt. Die Aussage alles läuft flinker kann ich also so nicht unterstützen.
- Jeder Neustart ist doppelt so schnell.
Gerade hier kann ich überhaupt nicht zustimmen. Wenn etwas unter Vista gut gemacht ist, dann ist es der Systemstart. Unter XP ist es so, dass mit zunehmendem Alter des Betriebssystems der Start immer länger dauert. Irgendwann nervt es so stark, dass man einfach nur noch formatieren mÖchte um wieder schnell dabei zu sein. Startet man unter XP so muss man warten, bis alle Autostartprogramme geladen sind, bevor man überhaupt loslegen kann.
Wegen den oben schon angerissenen Vorkehrungen zum ErhÖhen der gefühlten Geschwindigkeit ist genau das Systemstartproblem unter Vista komplett anders. Hat man sich unter Vista eingeloggt, so kann man sofort loslegen. Ein großer Teil der Rechenleistung wird dabei immer dem Prozess zugeschrieben, den der User am meisten bemerkt. Wenn ich also direkt nach dem einloggen den Firefox starte, dann startet dieser sofort. Die restlichen Autostartprogramme starten langsamer, denn das System merkt, dass es mir am wichtigsten ist, dass ich in den Firefox komme. Damit steigt die gefühlte Geschwindigkeit enorm an. Ich bin der Meinung, dass ich noch mit keinem Windows so produktiv gearbeitet habe, wie mit Windows Vista.
- Der Ressourcenhunger ist viel kleiner, weshalb man das Downgrading sogar als Beitrag zum Klimaschutz sehen kann.
Im ersten Blick trifft das zu. Betrachtet man aber die Energiesparmaßnahmen, die Vista von Haus aus unterstützt, so ist es leider nur eine Blendgranate. Ich meine gelesen zu haben, dass ein Rechner unter Windows Vista weniger Strom verbraucht als mit Windows XP.
- Das Filesharing mit dem Mac klappt nun endlich auch. Vista war für Apple TV und das MacBook unsichtbar.
Hier bleibt offen, ob das an der Unfähigkeit Apples, Microsofts oder des Users liegt (wobei ich letzteres eigentlich nahezu ausschließe).
- Auf die systemweite Suche muss ich nicht verzichten
- Die “tollen” Aero-Effekte gehen mir nicht ab.
Diese beiden Punkte mÖchte ich zusammen behandeln. Auch ich habe hier noch einen XP-Rechner laufen (wer hätte das gedacht), weil dort eben noch der Trabimotor drin werkelt und ich deswegen keine noch schwerere Karosse drauf setzen mÖchte. Damit wird das Ganze nur noch langsamer. Und da es ja so viele Programme gibt, die Vistafunktionen unter XP nachahmen, habe ich mich mal einen Abend an diese Programme gesetzt und mir alles angeschaut. Es tut mir leid, aber diese Programme kÖnnen Vista nicht im geringsten nachahmen. Der Teufel steckt nun mal im Detail und das was dort teilweise geboten wird, hat mich eher abgeschreckt. Letztendlich haben es nur zwei Tools geschafft, dass ich sie wirklich verwende: Der Startbutton wurde gegen den Vistabutton getauscht mit ViOrb und das Startmenü wurde gegen das Vistastartmenü getauscht mit ViStart. Der Rest war im Vergleich zu Vista einfach nur schlecht.
- Alle Applikationen arbeiten wieder einwandfrei, einzig der VPN-Client muckt auf, aber da brauch ich wohl nur auf eine ältere Version zurück gehen.
Ja, es gibt wirklich noch einige ganz wenige Applikationen, die nicht unter Vista wollen. Nach meinem einen Jahr ist mir jedoch erst eine einzige Anwendung untergekommen, die bis heute immer noch nicht unter Vista läuft und das ist der Fritz!Fernzugang. Ansonsten funktioniert wirklich alles womit ich arbeite.
Zum Schluss kann ich nur auf meinen Artikel hinweisen, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe: Warum ich nicht wechseln würde. Einen Punkt habe ich in dem Bericht damals noch vergessen. Was mich wirklich sehr stark genervt hat, als ich XP auf meinem alten Rechner installiert habe ist die Treibersuche. Bis heute fehlt ein Treiber für ein unbekanntes Gerät. Dieses Problem gibt es unter Vista nicht. Nach einer Installation sind fast immer alle Treiber installiert. Und das ganze geht sogar noch einen Schritt weiter: Treiberupdates werden über das Windows Update als empfohlene Updates angezeigt und kÖnnen bei Bedarf per Klick ins System eingespielt werden. Gerade am Wochenende war dies wieder für meinen Grafik- und Soundtreiber der Fall.
Ein Wechsel zurück zu XP? Für mich überhaupt nicht nachvollziehbar und vÖllig unsinnig. Es sei denn, man gibt zu, dass man nicht die nÖtige Hardware hat. Das ist der einzige Punkt unter dem es Sinn macht, aber dann sollte man darauf verzichten, Vista in seinem Blog derart schlecht zu machen, denn schlecht ist Vista wirklich nicht.
Tags: Aero, Anwendungen, Apple, Apple TV, Downgrading, Georg Holzer, Geschwindigkeit, Hardware, Klimaschutz, MacBook, Microsoft, Netzwerk, Neustart, Stromverbrauch, Systemstart, ViOrb, Vista, ViStart, Wechsel, Windows, XP








[...] Thomas Lippert hat zu meinen Blogeintrag zum Down-/Up-Grade auf XP eine ganz andere Meinung. Er w&ürde niemehr [...]
[...] Zur&ück zu XP? Never! bei Thomas Lippert [...]
Sehe das genauso…keine Ahnung, warum alle auf Vista herumhacken, wahrscheinlich, weil sie glauben, dass sie dadurch kompetent erscheinen, oftmals schlechte Hardware haben, sich nicht umgewöhnen wollen, zu faul und/oder geizig sind, den Wechsel zu machen – dabei gleichzeit aber auf das neue glitzerne Vista schielen (man braucht nur suchen, wieviele Sucheinträge es zum Thema: “Make XP look like Vista” gibt) oder weil sie sich einfach nicht auskennen und vom Hören Sagen was nachplappern. Vista ist endlich ein BS von Microsoft, das mir gefällt…obwohl ich auch Kritikpunkte habe, aber die Vorteile wiegen das bei weitem auf…ich will auch auf keinen Fall zurück zu XP. Die geeignete Hardware vorausgesetzt ist Vista flotter und wesentlich stabiler…und Treiber online beziehen klappt auch zum ersten Mal (obwohl die Option schon in XP angeboten wurde – aber nie funktioniert hat)…auch AERO wird oft als Klickibunti-Schnickschnack abgetan, den man natürlich am besten gleich ausschaltet, wenn man sich auskennt (Achtung: Ironie!) In Wahrheit läuft durch AERO das System wesentlich schneller und reagiert um einiges flotter, da sich ja nun die Grafikkarte (eine bessere als eine Geforce MX wäre empfehlenswert) um die Berechnungen auf der Windows-Oberfläche kümmert, bleibt die CPU dabei entlastet und kann sich anderen Aufgaben widmen. Auch grafische Fehler wie z.B. dass Fenster nachziehen, der Fenster-Rahmen fehlt, ein Fenster nur halb-aufgebaut durch ein anderes scheint, gehören mit AERO ebenfalls der Vergangenheit an…ein ähnliches System wird auch in Ubuntu oder MacOS benutzt…es ist nicht einmal State of the Art sondern längst Standard…diese Änderung war ein absolutes MUSS für Windows, sonst hätte es ziemlich bald zum alten Eisen gehört..nein, es war eigentlich sogar schon längst überfällig, um genau zu sein. Ich freue mich über Vista und hab mehr Spass denn ja am Werkln.
[...] Funktionen besser zu nutzen und einfacher verwenden zu können. Ein weiterer Grund warum ich niemals zurück zu XP wechseln würde. Tags: Aufgabenplanung, automatisierte Vorgänge, Backup, Benutzeranmeldung, [...]
[...] Vista gibt es die von mir bereits häufig beschriebene Live Suche. Im Startmenü befindet sich ein Suchfeld, in das man sein Suchwort eingibt und schon [...]
Schöner Artikel
Ich muss sagen, ich mag XP und ich mag Vista. Beides hält sich ungefähr die Waage.
Thomas, du bist ja auch ein ITler und ich nehme an, dass du auch mit C# programmierst? Und dann auch das Microsoft Visual Studio mit .NET nimmst?
Als mein Notebook und damit Vista bei mir ganz neu waren, hatte ich ständig Bluescreen und wenn ich mal eine kleine “Hausaufgabe” erledigt hab, kam der beim nächsten Start kaum auf die Füße. Unter XP ist mir das noch nie passiert. Gibts da einen Zusammenhang?
Dazu kann ich dir wenig sagen. Ich programmiere wenn dann nur Visual Basic .Net. Dazu benutze ich natürlich auch das Visual Studio (vor allem, weil wir das als Studenten ja kostenlos bekommen…). Hatte allerdings nie einen Bluescreen mit dem Visual Studio. Allgemein hatte ich unter Vista sehr sehr sehr selten einen Bluescreen. Kann dir also nichts dazu sagen – tut mir leid.